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Der Israelit · 1871-07-05 · Heft 27 (5.7.1871) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 27 (5.7.1871)
Date
1871-07-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
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zu verdanken, daß nunmehr ein Geschlecht heranwächst, dem unsere heilige Religion kein siebenfach verschlossenes Buch mehr sein wird; möge er nie ermüden und weiter segensreiche Erfolge erzielen. Mainz, 28. Juni. Herr vr. Wilhelm Kahn von hier, bisher Kanzler bei der Königl. Bayr. Gesandtschaft zu Paris, ist zum wirklichen Königl. Bayr. Rath ernannt worden. Herr vr. K. war während des ganzen Krieges, während der Belagerung von Paris und während der Herrschaft der Commune der einzige offizielle Vertreter deutscher Interessen in der französischen Hauptstadt und hat sich als solcher um die zurückgebliebenen Frauen und Kinder der ausgewiesenen Deut« scheu große Verdienste erworben. Er war während der erwähnten Zeit der Schweizerischen Gesandtschaft attachitt. — Seine Königl. Hoheit, der Großherzog von Baden, hat dem genannten Herrn vr. W. K. in Anerkennung seiner Verdienste den Orden des Zähringer Löwen zu verleihen geruht Mainz. In Folge Betheiligung bei der freiwilligen Hilfsthätigkeit bei den Verwundeten erhielten Frau Johanna Feist-Lorch, Fräulein Charlotte P i c c a r d und der prakt. Arzt Herr vr. Joseph L e o r e ch t von hier vom Großherzoa von Hessen das Militär- Sanitätskreuz. Aus Weftphalen. Es liegt uns der: „fünfundzwanzigfte Bericht über die Marks-Haindorf'sche Stiftung zur Bildung von Elementarlehrern und Beförderung von Handwerken und Künsten unter den Juden" vor, dem wir Nachstehendes von allgemeinem Interesse entnehmen. Die Beweise der freundlichen Teilnahme haben sich seit der Veröffentlichung des vorangegangenen Jahresberichtes sowohl durch Vermehrung fester Jahresbeiträge seitens der Gemeinde, als auch bei den abgehaltenen Versammlungen vielfach vennehrt; jedoch ist ein großer Theil der Gemeinden, besonders in der Rheinprovinz mit der Unterstützung der Zwecke des Vereins zurückgeblieben. An Vermächtnissen sind der Anstalt 3 wiederum zuaewiesen im Betrage von 1175 Thlrn., größtenteils von Kölner Israeliten. Seit der letzten Berichterstattung sind 21 Kandidaten der Anstalt mit dem Zeugnisse der Reife ausgeschieden, so daß nunmehr im Ganzeu 244 für wahlfähig erklärte Schulamtscandidaten aus der Anstalt hervorgegangen sind. Neu ausgenommen wurden wieder acht Zöglinge. Zur Erlernung von Handwerken sind auf Kosten des Vereins untergebracht worden 6, so daß die Anzahl der auf Kosten der Stiftung zur Erlernung von Handwerken unterstützten Zöglinge sich nunmehr auf 346 beläuft. Die Summe der Einnahme belief sich in dem abgelaufenen Jahr incl. der Vermächtnisse, Schulgelder von Elementarschülern, Beköftigungszuschüffe von Seminanfteu u. s. w. u. s. w. auf 10819 Thlr. 28 Sgr. 1 Pf. Die Ausgaben im Ganzen 11737 „ 17 „ 9 , bleibt Vorschuß 91 18 10 Oefterreichisch-Ungarnische Monarchie. Wie«. Das Abgeordnetenhaus hat ohne Debatte unter andern Budgetpoften für den Unterricht auch die respectable Summe von netto 2300 fl. ö. W. (sage zweitausend und dreihundert Gulden) für die jüdische s theol. Facultät bewilligr. Nun mag man über die Er- : sprießlichkeit oder Schädlichkeit der letztem uttheilen, »ie| man will, so zeigt sich doch Jedem in dieser Freigebig- ) keit, wie weit wir es im Prinzipe der Gleichberechtigung^ brachten, und wie man sich hütet, die prakttschen (Sorife* | quenzen zur That zu bringen. Das System von den:1j gleichen Pflichten und Rechten nimmt sich schr schön i auf dem Papiere aus, das ja schr geduldig ist. S&erf von dem guten Gedanken bis zu dessen desinittver, Volk-?' ständiger Rcalisirung fehlt noch ein Schritt. Vergleichs man diese riesige Summe (ein ordentlicher Professor der philos. Facultät hat um 700 fl. mehr jäbrl. Gehalt)^ mit der ttir die evangel. Facultät zuerkannten Summe von 25,000 fl., da mertt man den verhältnißmäßMi starken Contrast und bleibt vor Verwunderung stehen^ da man sich dieses Räthsel nicht erklären kann. Ja wäre zum Lachen, wenn die Sache nicht eine gar traurige Seite hätte. Auch ist es zu bedauern, daß dreH zwei jüdischen Mitglieder des Abgeordnetenhauses, Herr Kuranda und Herr Winterstein, die ihre Sitze im Rerchsrathe großenteils den Glaubensgenossen verdanken, auch!! nicht ein einziges Wott zur Verfügung hatten, dieses schreiende Unrecht zu rügen. Wir von unserem Standpunkte, die wir prinzipiell gegen Errichtung der Facultät sind, sollten uns über diese Zurücksetzung freuen, da uuä sere Absicht dadurch eher erreicht wird. Die Regierung! scheint es darauf abzusehen, diese Anstalt auf den Aus-! sterbe - Etat zu setzen, so daß sie bald nach ihrem EM stehen auch eingeheu müßte, weßhalb der Staat jm forma etwas leistet, weit er nicht anders kann, da ' Juden auch Steuern zahlen; das Uebrige überläßt den ftommen Stiftungen, Maffafonden der einzeln Kronländer und Privatsubventionen, was im Ga die Facultät nicht sehr in Flor bringen dürfte. Di uns ist es um das Prinzip zu thun, dieses muß un allen Umständen gewahrt werden und deßhalb müs wir diese ungerechte Eintheilung mißbilligen. Aus CiSleithanien Die Wiener Bll wissen von einer Unterredung des Herrn Prof. Lazcn Präsidenten des Comits's zur Gründung der preuß. j theol. Facultät, der wahrscheinlich die saisou moi

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