Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 32 (9.8.1871)
- Date
- 1871-08-09
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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505 joll teilten Unterschied machen, die ^tadt Rawicz aber immer bevorzugt werden, und hier wiederum ein solcher Mann, welcher den Feldzug von 1870—1871 mitgemacht hat, oder die Hinterbliebene Familie eines solchen. Die Fundation soll den Namen „Stillmann - Stiftung" sichren, und was sie festsetzt, natürlich erst dann ins Leben treten, wenn chr die allerhöchste Genehmigung, die noch erwartet wird, zu Theil geworden. (Israel. Wochenschrift.) Oesterreichisch-Ungarische Monarchie. Wien. Am vergangenen Sonntag wurde Frau Tarchky, Tochter des Herrn David Pollak, in dessen Hause sich die Schiffsynagoge und das v"N yy -lo'Va befinden, zur Erde bestattet. Die Verblichene, welche in der Blüthe ihrer Lebensjahre zum Schmerze ihrer Angchörigen und aller, die sie kannten, verschied, eine fromme, bescheidene Frau, war erst ein Jahr verheiratet und wurde am Dienstag vorher, wo ihr neugeborener Knabe in den Bund des Judenthums ausgenommen wurde, 19 Jahre alt. Man bedauert allgemein ihren frühzeitigen Tod und bei dem Leichenbegängnisse sah man an der zahlreichen Beiheiligung die Achtung, in der ihre Angchörigen stehen, denen dies einige Beruhigung gewähren möge, wie ihnen auch die Religion Trost spenden, linderitden Balsam in ihre Herzenswunde träufeln wird rTasaro nsr> nion Wegen dieses plötzlichen Todesfalles tonnten die '»Jro am -oyn p"it? das Vethaus in der Schiffgasse nicht besuchen und mußten in anderen Synagogen ihre Andacht verrichten. An diesen Umstand vergaß mau hier beim Baue fast aller Gotteshäuser, die mau leicht hätte isoliren können, wodurch auch diele heiligen Stätten ans Geist und Ge- Müth einen erhebenderen Eindruck machen würden. England. London, 14. Juni. Im Oberhause kam gestern die Vorlage aus Abschaffung des Testeides an den Universitäten, nachdem das Unterhaus die Amendements der Lords größtentheils gestrichen hatte, wiederum zur Berachnng. Lord Kimberley stellt im Namen der Regierung den Antrag, das Haus möge nicht auf dem vom Marguis of Salisbury mit unbedeutender Stimmenmehrheit durchgesetzten neuen Test bestehen. Nach längerer Debatte wurden der amendirte Testeid mit 129 gegen 89 Stimmen und nachher der Rest der Amendements des Earl of Salisbury in Bausch und Bogen abgelehnt. Rußland. Am vergangenen Dienstag reisten russische Israeliten durch den Ort Dzwinieze, welcherein dem Flusse Dnieste liegt, nach Sadegora, um der Hochzeit der Tochter des dortigen Rabbiners beizuwohnen. Auf de« Wege entstand plötzlich ein schrecklicher Hagelregen mit Sturmwind, und dre Reisenden wurden genötigt, in Dzwinieze anzuhalten, um sich in deit dortigen Häusern vor dem Unwetter zu schützen. Da kam eine schreckliche Überschwemmung und zerstörte 6 Häuser und 7 Mühi len mit solcher Schnelligkeit, daß jede menschüche Retj lung unmöglich war, und so fanden leider gar viele i dort, wo sie Rettung zu finden glaubten, ihr Grab. Eilr Jude wollte sich beim Ausbruche des Wassers mit seiner Familie in eine Mühle retten, da erinnerte chn seiire Frau, daß er die zur Mitgift ihrer Tochter bestimmten 500 Gulden in dem Hause vergessen hechei Der erschrockene Vater eilt schnell zurück, um die Mitgift seiner Tochter zu retten, aber Alles umsonst; denn bei seiner Zurückkunst war bereits das Haus vour Wasser abgetragen, und so waren auch die 500 fl. verloren. Unter den Ertrunkenen befanden sich: Hirsch Wurmbrand mit 4 Familienmitgliedern nebst 30—40 Fremden, Aaron Karmin mit 7 Familienmitgliedern und 5 Fremden, wie auch zwei Ochsenhändler aus Tlumasch, welche einen Bettag von 3000 st. bei sich hatten. Die Verwüstung an dem Dorfe fff eine schreckliche, die Zahl der Erttunkenen eine bedeutende, und konnte bis jetzt noch nicht genau bestimmt werdeit. jObtffa. Aus Verwendung des türkischeu Gesandten entschädigte die russische Regierung 176 türkische Israeliten in Odessa mit IM,000 Rubel für die ihnen durch den Pöbel seinerzeit verursachten Verluste. Im Donlande wird eine große Judenhetze vorbereitet; die Kosakelt stoßeit öffetltlich fürchterliche Drohungen gegen die Iudeit aus. Feuilleton. Hm geschichtlicher Ilücköttck auf die Juden in Elsaß und Lothringen. Bearbeitet von 8. (Schlich.) Zu erwähnen ist noch, daß für die Juden des Elsaß eine eigene Eidesformel befand, die zuerst von den Rabbinen angeordnet worden zu seilt scheint, um bei Proceßsachen zwischen Inden in Anwendung zu kommen, die aber dann von da durch die deutsche Gesetzgebung sanctionirt und später auch von der elsässischen Regierung für die Rechtsprechung eingesührt wurde. Am 10. Febr.. 1809 kam vor den Gerichtshof ztl Colmar die