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Der Israelit · 1871-06-21 · Heft 25 (21.6.1871) · page 23

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 25 (21.6.1871)
Date
1871-06-21
Page
– (sequence 23)
Language
German
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493 der Mensch die Keime der Befähigung in sich tragt und die sich nur je nach der mehr oder minder lebhaften Einbildungskraft in verschiedenen Höhegraden zeigt, sonst hätten ja die heidnischen Völker auch zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen müssen; nein, sie sind bei unserem Lehrer Moscheh die direkte Mittheilung der göttlichen Lehre: “>mo ^pn nx ybicni, „Moscheh hörte die Stimme der sich mit ihm unterredenden Gottheit." Sie sind bei den Propheten nnm durch Veranschaulichungsbilder ermittelt und bei anderen Autoren heiliger Bücher durch göttliche Inspiration bewirkt. Und welche wunderbare, sich nirgends wiederfindende Uebereinstimmung aller dieser Auserwählten? Hier tritt jeder persönliche Ehrgeiz zurück; sie erscheinen als die treuen Dolmetscher, als die willenlosen Werkzeuge der göttlichen Mlssion, alle in demselben Geiste sprechend, alle zur Fefthaltung derselben Lehre ermahnend, indem der letzte der Propheten uns noch zuruft: ba mm ihn vm -io\v nap n&D mm nar ♦D’üspoi Q’pn brnr" „Gedenket der Lehre meines Dieners Moscheh, dem ich am Choreb für ganz Israel Gesetze und Rechte gab!" Die biblische Geschichte lehren, heißt darum auch gleichzeitig den jüdischen Religionsunterricht geben, weil sie gleichzeitig Religionsgeschichte ist. Sie darf darum nicht nach den Prinzipien der profanen Geschichte, bei welcher ganz andere Tendenzen verfolgt werden, ertheilt werden." Sie ist Sache des Glaubens, in dessen Natur es liegt, daß nicht Alles bis zur Evidenz durch Vernunftgründc nachgewiesen werden kann. Und wer nicht auf diesem Standpunkte steht, der sollte aus einem Geriete nicht wirken, für welches er keine Ueberzeugung hat, damit er nicht zu den 'n o-o ’i>anö gezählt werde. ZZerrrfsfreu-en des Lehrerstandes. Bon L. Grünst ein. (Fortsetzung.) „Indem wir lehren, lernen wir," so lautet das Sprichwort, das seine volle Berechtigung findet und das gerechte Ansprüche auf seine Existenz hat. Wir müssen eö als bekannte Thatsache annehmen, daß sich jeder Lehrer für den Gegenstand, welchen er mit Erfolg unterrichten will, vorbereiten muß. Natürlich wird dies bei der untersten Stufe der Elementarklaffe weniger nöthig fern, aber was den höheren Unterricht anbelangt, wie das tiefe, edle Gesetzstudium, Geschichte, Geographie, Naturwissenschaft, Mathematik, so wird er, um hierin zu unterrichten, nicht unvorbereitet die Klasse betreten können. Die Vorbereitung belicht d^nn darin, daß er die durchzunchmenden Gegenständ« sich übersieht und in Umrissen im Kopfe hat; PaS Uebrige wird der verständige Lehrer in der Kl-ffe während des Unterrichts sich verarbeiten können und wissen, auf welche Art er es der Jugend am Besten und Klarsten verführt, um es so zu ihrem ewigen Eigenthum zu machen. Aber auch für sich zieht er noch den besonderen Gewinn, daß durch das Unterrichten das Betreffende sich ihm immer mehr geistig assimilirt. Denn es ist klar und nimmer zu leugnen, daß das, was er einmal unterrichtet hat, ihm weit gründlicher und fester im Gedächtnisse bleibt, als das, woran er für sich Tage und Wochen studirt. Das ist denn ein Nutzen, der hoch, sehr hoch anzuschlagen ist, und was uns Nutzen bringt, bringt uns bekanntlich auch Freude. Mancher wird es sich vielleicht sogar zur Aufgabe nrachen, irgend einen schwierigen Gegenstand, einen schwierigen Punkt in einem Fache, in seiner Schule, natürlich mit verständigen und schon der Fortbildung beflissenen Schülern, durchzuarbeiten, um so Gelegenheit zu haben, die Schwierigkeiten desto gründlicher zu überwinden. Manchen Gelehrten hört man sagen, er lerne noch jeden Tag dazu; dieses Zulernen besteht aber nicht allein im eigenen Studiren, nein, das Welterlernen, und besonders dasjenige des Lehrers, besteht hauptsächlich darin, daß er sich auf den zu erteilenden Unterricht vorbereitet, die Fortschritte der Wissenschaft benutzend, und dadurch in seinem Wissen fester und vollständiger wird. Man kann allerdings bei anhaltenden! Fteiße viel beim Lehrer und durch sich selbst lernen, aber durch gesellschaftliches Studium noch viel mehr, durch selbstständiges Unterrichtertheilen aber am Meisten, das steht fest für alle Zetten und ist eine unantastbare Wahrheit: m-um nmn .obDD ->m nvaPnsi dhd arm marra mmo Wir haben nun am Anfänge dieser Behauptung gesagt, daß es auch in anderer Beziehung für den Lehrer zu lernen gibt, was ebenfalls nicht gering anzuschtagen ist, daß er sich nämlich schon in der' Schule, an der Jugend, zum Menschenkenner und Beurtheiler der Menschheit bilden könne. Das Leben des Menschen ist ein Leben, das neben den Rosen oft auch mit Dornen verflochten ist. ,7J“) yjnn D'D1 ISp DtfN O-Nr so klagt der Dulder Hiob mit Recht. Schwer, ja schwer ist es, in der Welt durchzukommen, ohne auf Steine zu stoßen, die, um mit dem Dichter zu reden, ihm zum „Steine des Anstoßes" werdm können. Und so oft er an einen solchen Stein kommt und nicht weiß, ob er rechts oder links gehen soll, so ist dies einer der häufigen Fälle im menschlichen Leben, wo der Mensch nur auf sich selbst angewiesen ist. Es stellen sich demselben oft da Hindernisse entgegen, wo er nicht werß, wie er sie beseitigen soll; es treffen ihn Unfälle, vor denen er sich nicht zu retten' weiß. Er kommt in Versuchung

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