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Der Israelit · 1871-06-21 · Heft 25 (21.6.1871) · page 24

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 25 (21.6.1871)
Date
1871-06-21
Page
– (sequence 24)
Language
German
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494 unb weiß nicht, ob Dieser oder Jener als ein ehrlicher oder als ein von der Ehrlichkeit abweichender Mensch sich entpuppen wird, und er getraut sich nicht, bei einem Dritten Erkundigungen einzuziehen, denn er kennt ja auch diesen nicht und ist im Zweifel, ob er ihm die Wahrheit sagen wird. (Schluß folgt.) Aecension. Liv schütz, Oscar, n:wn. Lehr- und Uebungsvuch für den ersten Unterricht in der Mischnah. 2. Heft: n«s. Berlin 5631 (1871). (Selbstverlag.) 86 S. Die Fortschritte der Pädagogik auch auf den Unterricht in den talmudischen Schriften anzuwenden und dadurch die Einführung in dieselbe zu erleichtern ist eine Forderung der Zeit und ein nicht zu unterschätzendes Verdienst. Der Verfasser vorliegender Schrift, welcher bereits vor einigen Jahren den Mischnah - Abschnitt no-o, für den Jugendunterricht bearbeitet, herausgegeben hat. tritt jetzt mit einer Fortsetzung seiner pädagogischen Arbeit vor bas Publikum. Wer da weiß, welche Schwierigkeiten gerade der Abschnitt ns<E> dem Jugendlehrer für den Unterricht bietet, muß erstaunen, mit welcher Leichtigkeit und Geschicklichkeit der Verfasser den spröoen Stoff zu behandeln verstanden und das Verständniß desselben dem Kinde erleichtert hat. Meisterhaft und lichtvoll sind die Einleitungen zu den verschiedenen Kapiteln gegeben, und die Dialoge, die sich an die einzelnen Partieen anknüpfen, sind ganz dazu geeignet, das Durchgenommene m Gedächtnis und Geist des Kindes zu befestigen. Die Auszüge aus den rabb. Commentaren sind gut gewählt. Das Werk interessirt uns zu sehr, und wünschen wir zu sehr dessen allgemeine Einführung für den vorbereitenden Unterricht in Mischnah und Talmud, als daß wir nicht auch auf dasjenige aufmerksam machen sollten, was uns pädagogische Bedenken erregt, in der Hoffnung, daß der strebsame und talentvolle Verfasser unsere Theilnahme für die Sache zu würdigen weiß. In der Vorrede verweist der Verfaffer nämlich auf eine Recension in der Beilage zum „Israelit" Nr. 47 d. I. 5627, indem er bedauert, auf den Vorschlag des Recensenten, die Uebersetzung am Ende des Werkes zu geben, nicht eingehen zu können, weil diese neben dem Text das „Praktisch-Nützliche der Bequemlichkeit für sich habe," welche dem Schüler sowohl, als auch dem Lehrer geboten wird, beim Durchgehen des Textes, an schwierigen und zweifelhaften Stellen, sich durch sofortigen Einblick in die zur Seite befindliche Uebersetzung leicht und rasch belehren zu können, ebne erst durch mühsames Nachschlagen und zeittaubendes Aufsuchen der betreffenden Stelle, in der Uebersetzung am Ende des Werkes, aufgehalten und gehemmt zu sein." Wir können jedoch weder dem Verfasser noch dem Recensenten Recht geben, da wir gar keine Uebersetzung, sondern nur Uebersetzung der schwierigsten Wörter unterhalb des Textes, deren Zahl gegen das Ende des Buches zu abnehmen würde, für das Geeignetste halten. Dies würde die Schüler zur Aufmerksamkeit anspcrnen, da die einmal verzeichneten Wörter nicht zum zweiten Male gegeben werden, während eine Uebersetzung, und noch dazu neben dem Text, Anlaß zur Unaufmerksamkeit gibt und dem Lehrer keine Conttole über die Aufmerksamkeit des Schülers läßt. Von dem Lehrer muß man aber doch voraussetzen können, daß er den Unterrichtsstoff vollkommen beherrsche und nicht erst nöthig habe, während des Unterrichts über schwierige Stellen aus einer neben dem Tert stehenden Uebersetzung sich Rath zu erholen. Von großem Nutzer: wäre es auch, wenn die Einleitungen und Dialoge mit hebr. Lettern gedruckt würden, das so sehr vernachlässigte Feld des hebr.-deutsch Lesens würde auch durch diesen vorbereitenden Mischnah - Unterricht eine willkommene Pflege finden. Briefkasten. Herrn L. in S. — Die in Ihrem Aufsatze: „Das Germanisationsprinzip u. s. w." ausgesprochenen Ideen mögen vielleicht in einem verschwindend kleinen Bereich der Erziehungsmethode in Deutschland ihre Anwendung finden, im Großen und Ganzen ist das, was Sie bekämpfen, ein Gottlob überwundener Standpunkt, und können wir die Arbeit zu unserm Bedauern nicht verwerten. Sonstige Arbeiten von Ihnen — aber nicht Gedichte, die sich vielleicht für das Hanptblatt eignen möchten — sind uns willkommen. Herrn S. in O—g. — Wir sind durchaus nicht der Meinung, daß die Mädchen einer quantitativ geringeren Bildung bedürfen, als die Knaben, und finden es gar nicht „unausstehlich", sondern sehr löblich, wenn „Handwerker" und der „Mittelstand" ihre Töchter in höhere Töchterschulen schicken, daher wir Ihre Arbeit zu reproduziren nicht im Stande sind. MF* Correspondenzen und Beiträge für die Pädagog. Beilage des „Israelit", wie Bücher pädagogischen Inhalts zur Besprechung m diesen Blättern wolle man gefälligst adressiren an Vr. A. Sulzbach in Frankfurt a. M. Verantwortliche Redaction: vr. Lehmann. — Verlag der Le Rour'schen Hofbuchhandluna. I. Gottsleb en's Buchdruckerei in Main).

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