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Der Israelit · 1871-06-21 · Heft 25 (21.6.1871) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 25 (21.6.1871)
Date
1871-06-21
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Juden und dem Gemeiudebunde nichts schaden könne, vorerst von der „Alliance Jsraelite Universelle" ganz zu schweigen. Herr Kohner bemerkt, daß der die „Alliance Jsraelite Universelle" betreffende Punkt 5 des Programmes bereits im Jahres 1869, also vor dem Kriege, in dasselbe ausgenommen worden sei, daß übrigens auch während des Krieges die Alliance ihre Thätigkeit nicht eingestellt habe, und daß sie zur Zeit das einzige Band der gesummten Judenheit auf dem Erdenrunde sei, welches zu lockern uns nicht tteme. Herr Katz aus Marienburg beginnt über die Synode zu sprechen, wird aber vom Vorsitzenden mit der Bemerkung unterbrochen, daß die Verhandlungen nicht die Synode, sondern den Gemeindebund beträfen, woraus Redner die Unterstützung des Gemeindebundes in seiner Gemeinde und deren Umgegend zusagt und den Wunsch ausspricht, daß die seitherige Nusschußmitglieder ihre Thätigkeit fortsetzen mögen. Herr Kohner verspricht, diesen Wunsch zur Kenntniß der übrigen Ausschußmitglieder zu bringen und sagt Fortsetzung der Vorarbeiten zu. Auch Herr Aren aus Stettin erklärt sich für Leipzig als Vorort. Herr Ko h n er betont, daß namentlich in der Provinz noch sehr Viel zu thun sei, und ermahnt die Anwesenden, daß ein Jeder in seiner Gemeinde für die Conftituirung des Bundes wirke. Herr Mohr aus Breslau erklärt sich ebenfalls für Leipzig als Vorort, schon als Meßhandelsplatz, und wünsche eine größere Verbreitung der Bekanntmachungen über die abzuhaltenden Versammlungen. Nach einigen kurzen Bemerkungen der Herren Kulp (Insterburg), Aren (Stettin) und Dr. Calm brachte Herr Kohner zur Kenntniß der Versammlung, daß die Gemeinde von Worms soeben durch ihren Vertreter ihren Beitritt erklärt habe. Herr Ollesheimer aus Fürth meint, daß die süddeutschen Gemeinden auf ihre Selbstständigkeit eifersüchtig seien und für dieselbe bei ihrem Eintritt in den Gemeindebund fürchteten. Der Ausschuß möge daher durch Wort und Schrift, insbesondere aber durch Geistliche und Vorsteher der Gemeinden für die richtige Erkenntniß der Zwecke des Bundes wirken. Herr Kohner spricht sich anerkennend über die Thätigkeit des Herrn Rechtsanwalt Josephthal in Nürnberg in Bezug auf Süddeutschland aus. Nachdem Herr Aren (Stettin) erklärt hatte, wie er anerkenne, daß gegenwärtig nicht der Zeitpuntt sei zu Vorschlägen in Bezug auf Armenwesen und andere organisatorische Maßnahmen, daß vielmehr dieses der Constituante zu überlassen und nur durch Beförderung oder Beitritt vieler Genreinden zu nützen sei, er aber in Pommern seinen ganzen Einfluß eintteten lassen werde, schließt der Vorsitzende, in dem er die Zusendung der Berichte über die heutige Versammlung verspricht und den Anwesenden für ihre Theilnahme und Ausdauer bis in später Nachtstunde (gegen kl Uhr) dankt, die Versammlung mit der Hoffnung, daß bis zur MichaAiK- Mefse die Constituirung des deutsch -israelittschen Gemeindebundes bereits erfolgt sein werde. Nach Schluß der Verfanrmlung liefen noch Amrrebdungen der Gemeinden Neustadt-Eberswalde und Crossen ein. Hamburg. An Legaten find ferner aus dem Testamente der Frau ^Friederike von Halle überwiesen; dem Panlsenstift des Frauen-Vereins zur Unterstüng der Armenpflege Bco.-M. 500, der Pestalozzi- Stiftung Bco.-M. 500, der Taubstnmmm-Austalt Bco.- M. 1000, der Blindem Anstalt von 1830 Bco.-M. 1000, dem Paulinen-Stift Bco.-M. 5000, dem Krankenhaus der deutsch, israelitischen Gemeinde Bco.-M. 2000, der israelitischen Sttftungsschule von 1815 Bco.-M. 5000, der Section der Mädchenschule der deutsch - israelitischen Gemeinde Bco.-M. 5000, der israelittschen Mädchenschule von 1798 Bco.-M. 5000, jdem Stipendien-Berein ftir israelitische Stndirende Bco.-M. 500, der Eduard Kley-Stiftung Bco.-M. 500, dem Verein der jungen israelitischen Armenfreunde zur Vertheilung von Brod und Suppe Bco.-M. 500 und der Gesellschaft zur Vertheilung von Feuerung an israelittsche Arme, gestiftet 1783, Bco.-M. 500. Oesterreichisch-Ungarnischc Monarchie. Aus Brünn wird der „Presse" geschrieben, daß die dortigen Slaven die Juden auch aus polittschem Grunde hassen; denn erstens sind die Juden Deutsche und zweitens gehören sie der Verfassungspartei an. Seit den letzten Wahlen, seitdem nämlich die Juden zur Wahl der deutschen Versassungsfreunde vieles beigetragen haben, find die Slaven ihre geschworensten Feinde, und streben aus allen ihren Kräften, die Juden zu schädigen. Doch wie geht man hier in dem gebildeten Brünn zu Werke? Man soll die Juden ebenso wie im rohen Rumänien und in Odessa ganz einfach schlagen und morden. Das ist ihnen aber ein wenig niedrig. Sie haben nun ein Judenschädiguugsmittel neuester Mode erftrnden. Sie wissen, daß der Jude meist von Handel und Gewerbe lebt, und haben daher beschlossen, den Juden dieses Handwerk zu legen; sie haben nämlich allen einkaufenden Bauern strenge verboten, bei einem Juden etwas zn kaufen, sie sollen vielmehr ihre Einkäufe nur bei denjenigen Christen machen, die zur polittfchen Partei gehören. Ein judenfeindlicher Advokat Namens Fanderlick ließ eine große Schnittwaarenhandlung auf Actten gründen, um so mit den dortigen Juden concurriren zu können.

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