Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1871-06-21 · Heft 25 (21.6.1871) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 25 (21.6.1871)
Date
1871-06-21
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2447499-2447524--09470-2465166
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

476 profitirt und so zerschlug , sich die Sache. Die M die^Canhidaley. bestimmten Vorträge taugen, wie geW, nicht, viel, da sich Lehrer und Hörer nicht vorbererten, und hatten die Schüler nicht noch einen Dunst doch, Talywd aus der na»»}, an die jie sich so ungern ermnexn, würden sie stehen wie'die Ochsen am Berge UM. njcht wiffen , wovon die Rede sei. Die abgehaltenen BoKräge/sind meist für den Beifall des Publikums he^chnet^ daß,.sie dem Vereine als Mitglieder beitreten, nnd oie Lectoren streichen gemüthlich ihr Honorar in ihren Sack aus der Casse, ohne sich um die Fortschritte chiM Hörer,, viel zu kümmern. Aus dieser eingehenden Schilderung läßt sich leicht ersehen, wie auch in geistiger Buchung der Apfel nicht weit vom Stamme falle, und ift^der elftere morsch und faul, so steckt er bald viele andere an und wo der fleißige, gewissenhafte Gärtner nicht., besondere Sorgfalt anwendet, kann keine zarte Wanze gedeihen; so ist eine große Stadt nicht so ohne L^iteres, der Ort für Errichtung einer jüd. Facultät odxx eines Seminars, woraus Rabbiner hervorgehen sollen,. wenn, nicht, besonders günstige Umstände und gewichtige Gründe dafür sprechen. Zum Schlüsse hatte ich,Mch. einige gutgemeinte Worte an die Wiener orthodoxe, Partei zu richten, welche den Rabbinarscandidaten nicht sehr , wohlwollend und freundlich entgegenkommt, und zwar nicht ganz mit Unrecht , denn sie hat schon traurige Erfahrungen in dieser Beziehung gemacht und; hält, es für besser, solche, Unwürdige materiell, und geistig nicht zu unterstützen. Ob sie dadurch dasUebel beseitigest, Wibt fraglich, oder ob sie sich durch ihre Handlungsweise gas frei von Verantwortung und Vorwürfen bettachten raun;, wir wollen dies dahingestellt sein lassen. Doch dürfte es meines Erachtens nicht schaden, wenn sie einzelne Ausnahmen gelten ließ und nicht den Unschuldigen mit Leu Schuldigen strafte. Wo sie sich überzeugte, daß ein Rabbinatscandidat wahrhaft religiös und fleißig sei, sollten sie ihn in Hillels Manier mehr an sich Herangehen und ihn moralisch und pWsch unterstützen, wodurch, gewiß Manche sich von I. und Consotten ganz fernhatten würden, und gesetzt , sie thaten es nicht, so, läge nicht die Schuld an den Orthodoxen. Räch, und, nach würden sich die Candidaten an daL D"n, yy •Vorra leicht gewöhnen und den darin herrschenden Geist in sich aufnehmen und in der Umgehung verstreiten, pm p nnx^i -owv rottbün vv rtspä boar.!?. Denken auch Anfangs Einzelne der AuserwWten mehr an das „panem et cireenses“, so werdest sie doch auch die geistige Nahrung nicht verschmähen Arch.svtzrden zur Einsicht kommen nvp pee min, pe* dk, daß man ohne die himmlische Kost nicht unter ihnen «xWren könne, daß der Mensch neben dem Brode auch mr, seiner Glückseligkeit und Wohlfahrt der Ausübung: der, göttlichen Gebote und der himmlischen Nahrung bedürfe. «mV >2 by '2 o-uxn nvp wib on^n M o »s. Vrody, Die russische Regierung scheint ihren Utas bezüglich der Kleidung der Juden , auch auf die Juden außerhalb, ihres Reiches ausdehnen zu wollen, denn, wie der „Jb. An " meldet, hat dieselben der hiesigen (österr.) Regierung angezeigt, daß die üb« die?. Grenzen kommenden Juden entwäer in russischer Tracht und dann können sie ihren Bart behalten, oder in deutscher Tracht erscheinen müsse, aber dann müssen sie ihren Bart abgenommen haben. Die hiesige Regierung, hat bei der russischen hierüber Einwand erhoben, bis jetzt aber noch keine Antwort erhalten. Frankreich. Pari-. Dem Baron Rothschild hat während der Pariser Schreckenstage das Glück gekachelt. Derselbe besitzt in Paris nicht weniger als 144 Hauser und von allen diesen ist auch nicht ein einziges beschädigt worden, nicht einmal eine Fensterscheibe ist zerbrochen. G n g l a n k BrsadfkrirS. Einem Artikel der „Daily News" entnehmen wir, daß sich in London ein ComitS gebildet hat, um den durch die Exceffe in Odessa verarmten Israeliten zu Hilfe zu kommen. Indem dieses Blatt, den „Odessa Relief Fund" der Wohlthätigkeit des englischen Publikums empfiehlt, drückt sich dasselbe folgendermaßen aus: Es ist beinahe gewiß, daß die Juden nicht den geringsten Anlaß für den Angriff gaben, dessen Opfer sie wurden. Wo irgend ein Jude lebt ist er gewöhnlich bekannt, ob seiner genauen Beobachtung der Gesetze. Daß Juden, durch ihren berühmten Fleiß prosperiren, ist nicht mehr als natürlich; daß ihr Erfolg im Leben, sie den weniger für die Zukunft sorgenden Nachbarn anstößig macht, ist sehr leicht möglich. I. B. W. Amerika. Ntew-Uork. Der „Board of Delegates“ hielt am vorigen Monat seine jährliche Generalversammlung. Dem vom Secretariat erstatteten Jahresbericht entnehmen wir, daß zur Unterstützung von einwandernden weftrussischen Glaubensgenossen 6688 Dollars gesammelt und davon 2165 Dollar ausgegeben wurden. Damit wurden 528 Personen (90 Familien mit 393 Individuen und 135 einzelne Personen) unterstützt Bon die-- seu wurden 135 nach verschiedenen Puntten des Westens und Südens geschickt. Es ist in d« Thal bemerlenswerth, daß nur 17 eine zweite, 5 eine dritte und 4 eine vierte Unterstützung beanspruchten, ein Beweis von der Sttebsamkeit der Eingewanderten. Man hatte für die-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.