Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 23 (7.6.1871)
- Date
- 1871-06-07
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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zur Zeit Samuels auch am Sabbat-Nachmittag Haphtaras elesen und zwar aus" den Hagiographen (T. Sabbat f. 116 .); Samuel aber war ein jüngerer Zeitgenosse R. Jehudas, des Redacteurs der Mischnah, der das Wort a>->s>D in. die oben ohne Namensangabe angeführte Mischnah ausgenommen hat, und nach dem Zusammenhänge der angeführten Stelle in Sabbat scheint die Einrichtung, aus den Hagiographen Stücke als Haphtara zu benutzen, bereits Hon vor Samuels Ankunft in Nehardea eingebürgett gewesen zu sein, so daß auch im Hinblick auf diese Stadt eine gesetzliche Bestimmung hätte getroffen werden müssen. Es ist aber überhaupt an der ganzen Erklärung nicht ein wahres Wort, nichts als eine hohle aufZLmtschlössern gebaute Hypothese. (Forts, folgt.) Weisen des Waöbr WordoLhai-Aöy-Serttr nach IimöuKtu *). Timbuktu, die als Handelsort und Sitz mohammedanischer Gelehrsamkeit in ganz Nord-Afrika berühmte, von politischen, nationalen und religiösen Kämpfen umtobte Wüstenstadt am Nordrande des Niger-Thales, bat durch Major Laing's Ermordung und vr. Barth's Bedrängnisse einen üblen Ruf in Europa erlangt, sie gilt in ähnlicher Weise für unnahbar wie Tuat im Norden der Sahara oder Lhasa in Tjbet, und ein gebildeter Europäer, dem es gelänge, von Timbuktu zurückzukommen, würde auch heute noch große Ehre damit gewinnen. Seit Barth hat kein Christ die Stadt betreten, denn der französische Offizier, der sie 1859 vom Senegal aus besuchte (Aliun Sal), war Mohammedaner; wohl aber haben sich seit 1859 einige marokkanische Juden dort niedergelassen, und dieser unscheinbare Umstand wird vielleicht den Besuch Timbuktu's für christüche Europäer bedeutend erleichtern. Durch Vermittelung des französischen Confuls Beaumier in Mogador ist die abenteuerliche Lebensgeschichte eines der erwähnten Juden bekannt geworden, er selbst hat sie niedergeschrieben und der Consul übersandte eine französische Uebersetzung davon an die Pariser Geographische Gesellschaft, die sie in ihrem „Bulletin" veröffentlicht hat. Da sie an geographischen und sonstigen wissenschaftlichen Nachrichten sehr arm ist, wird an dieser Stelle ein kurzer Auszug genügen. Auf den Karten von Nordwest-Afrika findet man südwestlich von Marokko, im Gebiete des Draa, eine Ortschaft Akka; dort ward Mordokhar von armen jüdischen Eltern geboren. Schon im Alter von 9 Jahren trieb ihn unwiderstehliche Reiselust hinaus in die Welt; ohne Geld und ohne Führer gelangte er auf dreijähriger Wanderung über Mogador, Tanger, Gibraltar, Marseille, Salonrchi, Konstantinopel, Smyrna und Jaffa nach Jerusalem, wo er mit solchem Eifer den Wiffenschaften oblag, daß er in vier Jahren zum Rabbiner graduirte. Von nun an wirkte er als Lehrer, ein Jahr in Aleppo, drei Jahre in Syrien und Aegypten, drei 'weitere Jahre in Tunesien und Algerien, zuletzt blieb er vier Jahre als Lehrer des Hebräischen in der Stadt Algier selbst und kehrte von da im Jahre 1858 über Mogador nach Akka zurück. Hier fand er seinen alten Vater und seme Brüder in noch ärmlicherer Lage als . früher, er entschloß sich daher, für sie zu arbeiten, und war Handelsgeschäfte im Sudan zu treiben. Er kaufte ür etwa 1000 Francs Waaren und machte sich noch in demselben Jahre 1858 mit - seinem jüngsten Bruder Isaak auf den Weg nach Timbuktu. Sechs Tagereisen zu Kameel brachten sie über Hügel und Ebenen, Sanddünen und Hammaden nach Tenduf oder Tinduf, einer erst 1852 von einem Marabut der Tadjakant gegründeten kleinen Stadt mit etwa hundert Häusern und einer Moschee, umgeben von Gärten und Feldern. Dieser neue Ott ist zum Sammelpunkt der großen Karawane geworden, - die alljährlich Ende September vom südwestlichen Marokko nach Timbuktu geht und im April zurückkommt. Von Tenduf gelangten die Reisenden in 10 Tagen, wiederum über Hammaden, Dünen und Hügel, die fast eben so . wasserlos sind wie die Strecke von Akka nach Tenduf. nach dem Güttel röthlicher Sandhügel (Jgidi), der sich in einer Breite von drei Tagereisen vom Atlantischen Ocean bis zu den Sanddünen der Algerischen Sahara (El Erg oder Areg) hinzieht. In diesem Streifen wachsen sehr viele Dattelpalmen und überall» wo diese stehen, findet man nahe (1 bis 2 Meter) unter der Oberfläche Wasser, das nach dem Meere hin salziger, nach Osten zu dagegen süßer wird. Abermals zehn durch Unsicherheit und Wassermangel erschwerte Tagereisen brachten die Karawane nach Ergeschasch, einer ähnlichen Sanddünen-Zone von gleicher Ausdehnung, aber mit wenig Wasser. Kurz bevor man sie erreicht, läßt man zur Linken ein weites Plateau, das übersäet ist mit großen Steinblöcken, die auf anderen langen, aber verhältnißmäßig schwachen aufliegen. Von Weitem sollen sie aufrecht stehenden Menschen gleichen und bald größer, bald kleiner als ein Mensch sein. Ob sie natürliche oder künstliche Gebilde sind, wußte Mordvkhai nicht zu sagen. Von Ergeschasch brauchte die Karawane 7 Tage bis Sefya, einer Hochfläche von der Breite eines starken. Tagemarsches und von unbekannter Länge, die ganz mit grasgrünen, 4 bis 5 und mehr Meter großen Steinen, gepflastert ist. Diese Steine haben etwa die Härte des Marmors und laffen kaum in ihren Zwischenspalten einige Kräuter auftommen. Auch diese Zone ist wasserlos und wegen ihrer Unsicherheit berüchtigt. *) Aus Petermann's Geogr. Mittheilungen.