Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 23 (7.6.1871)
- Date
- 1871-06-07
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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h Rumänien. '< Jaffy Bei der jüngsten Anwesenheit unseres I . Fürstenpaares hatten auch der Prediger der jüdischen | Gemeinde, Herr Levi, sowie der Gemeindevorstand Audienz | bei demselben. Der Prediger, der Sprecher der Deputa- I tion betonte in seiner Anrede besonders, daß wenn Fürst Carl die Juden in Rumänien emancipiren werde, würde i dadurch auch dessen Regierung sich befestigen. Die Juff den würden dann umsomehr eine Stütze für dieselbe K sein, da sie in der Regierung ihr Wohl finden. Fürst j! Carl erwiderte: Sie haben es wohl schon gemerkt, daß!' ich es aufrichtig gut mit den Juden meine, und mein jj ernstes Bestreben es ist, die Juden von den Ausnahme- § gesehen zu befreien. Er stellte hierauf der Deputation gl der Fürstin mit folgenden Worten vor: die jüdischen % Frauen hatten große Freude, als Sie Fürstin des Landes geworden, da sie mit Recht glaubten, eine wackere Frau J wie Sie würde auch ihnen, die sie ebenfalls tüchtige f, Frauen sind, die mit Zucht und Bescheidenheit in ihren Häusern walten, den richtigen Werth beimessen und ih- | neu zu Zeiten der Noth Hilfe und Schutz gewähren, ir Die Fürstin erwiderte, daß sie von jeher die Bescheidenheit und Zucht der jüdischen Frauen zn schätzen wisse v und ihnen stets behilflich sein werde. $ (Hamagid.) i Rußland. :■ . | ‘ □ Vbeffa 2. Juni. Es wurde ein Complott entdeckt, wonach eine allgeineinc Ermordung der Juden £ projectirt war. Es herrscht in Folge dessen hier große Panik. r Asien j; Smyrna Vor einigen Jahren wurde dahier f von zwölf jungen Leuten ein Verein unter dem Namen \ Q”jy 9uno gegründet, der es sich zur Aufgabe stellte, für den Unterricht der jüdischen Jugend, besonders der ff armen Waisen in einer jüdischen Anstalt zu sorgen. | Dahierme in den meisten Orten im Orient besuchen l die armen jüdischen Kinder zumeist christliche Schulen, - und sind in denselben wegen gewisser Umtriebe von ' Seilen der Directoren, die sehr oft Missionare sind, großen Gefahren ausgesetzt. Dies veranlaßte auch diese jungen Leute, eine jüdische Schule dahier zu errichten. Sie brachten es dahin, daß der Gemeinde- § Vorstand dieselbe subventionirte und auch viele Gemeinde- | Mitglieder ihre Unterstützung zusagten. Allein das erworbene Local war nicht ausreichend, und die Schule - konnte nicht recht organisirt werden. Diesem Uebelf stand wurde durch eine edle That des dahier hoch anf gesehenen Chaim Elias Argi und dessen Frau abgej Holsen. Dieselben gaben zum Bau von weiteren vier Hausern 50,000 Piaster her. Die Häuser sind bereits errichtet und wurden ri"i eingeweiht. Ehre gebührt diesem edlen Ehepaar, das von seinem Reichchum einen so schönen Gebrauch zu machen verficht. Wir freuen uns, daß auch unsere Glaubensgenossen im Orient einsehen, daß für unsere Zeit es besonders noch chut, Schulen zu errichten, in denen die Kenntniß der h. Thora mit den der profanen Wissenschaften Hand in Hand geht. (Habazeloth.) Australien Melbourne. Der vor einiger Zeit verstorbene A. H. Hart war der Pionier des Judenthums in der Colonie Victoria. Es war im Jahre 1842, zu einer Zeit, wo noch nicht viele Juden daselbst wohnten, daß Herr Hart die Initiative zur Gründung der ersten jüdischen Gemeinde in dieser Colonie ergriff, in welcher er zugleich das Amt eines Predigers und Secretärs versah. Ebenso war er Mitbegründer der philantropischen Gesellschaft. (Jew. Chr.) Feuilleton. ßm geschichtlicher AückSlick auf die Juden in Elsaß und Lochringen. Bearbeitet von L. (Fortsetzung.) Napoleon legte ein großes Gewicht darauf, daß der Religionsunterricht bei den Juden entsprechend den vom Sanhedrin ausgesprochenen Principien ertheilt werde. In dieser Richtung finden sich zwei Verordnungen, die gleichfalls vom 17. Marz 1808 datirt sind, deren Zweck es ist, die Organisatton des jüdischen Cultus zu bestimmen. Wir wollen hier nur die wichtigsten Artikel kurz analysiren: Der Art. 12 stellt die Aufgabe des Consistorium hin, darüber zu wachen, daß in den Synagogm die Ordnung aufrecht erhalten werde, und mit allen möglichen Mitteln die Juden des SprengelS zur Ausübung nützlicher Gewerbe anzuspornen seien. Nach dem Artikel 21 bestehen die Functionen des Rabbinen darin, dm Religionsunterricht innerhalb der vom Sanhedrin aufgestellten Grundsätze zu ertheilen, zum Gehorsam gegen die Gesetze zu ermahnen und den Kriegsdienst als eine auch für die Israeliten heilige Pflicht hinstellen, re. j Die-3 genannten Decrete vom 17. März 18)8