Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 22 (31.5.1871)
- Date
- 1871-05-31
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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- Hebron 1× ep/1047559
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f sen dieses Merkchens gestützt wird, ist im Jrrthum. t Diese Frage wird durch die Ergebnisse der spätem Un- $ tersuchungen gar nicht beantwortet. Was bezweckt sie | also in dieser Schrift? Nichts. Eine befriedigende Antwort hierauf kann übrigens in Berachoth am Ende des?, ersten Abschnittes nachgelesen werden. \ Bei der folgenden Untersuchung über den Schauplatz der Wirksamkeit der Patriarchen wird dem Abra- Ham Hebron, dem Isaak Beer Scheba und dem Jacob Bech-El als Hauptsitz angewiesen. Zwar ist dies in der Bibel nicht begründet und man könnte nach den Angaben der Schrift ebensowohl behaupten, Isaak hatte seinen Hauptfitz zu Hebron (1. M. 35, V. 27), oder Abraham hatte den seinigen zu Beer Scheba (1. M. 21, B. 31—33 und 22, V. 19). Am allerwenigsten ist es zu rechtfertigen, den Stammsitz Jacobs nach Beth- El zu verlegen. Jacob hielt sich nur kurze Zeit ttt Beth-El auf, um daselbst sein Gelübde zu erfüllen; sonst wohnte er ratt nuo px2 und zwar in Hebron (1. M. 35, V. 27 und 37, V. 1 u. 14). Doch wir WNnen solche kleine Ungenauigkeiten in dieser Schrift außer Acht lassen und, die Giltigkeit dieser Voraussetzung zugebend, zur Prüfung der Resultate von des Verf. Forschungen schreiten. Diese sind folgende: 1) Jede der Patriarchensagen steht in politischreligiösem Zusammenhänge mit dem Orte, wo der Held derselben gelebt haben soll. 2) Zwischen den drei Sagen bestand nicht eine Harmonie . . . vielmehr bildete jeder der drei Patriarchen einen scharf ausgeprägten . . . Gegensatz zu dem andern. 3) Neben einem Cultus und einem Patriarchen, der noch aus der republikanischen Zeit herrührte und sich local zu Beer-Scheba sehr lange erhielt, entwickelte sich ein Cultus und eine diesen verherrlichende Patriarchensage in jedem der zwei Königreiche, unter welchen \ das hebräische Volk lange Zeit lebte. : 4) Solange die Spaltungen zwischen dem Königreich Juda und dem Königreich Israel exiftirte, lebte 5 an den zwei Hauptcultusstätten auch im Volksmund ein f heftiger Kampf um den echten Patriarchen, wobei man den unechten als „Betrüger" bezeichnete. t- 5) Endlich, als die Anfangs heftigen Kriege und t später die Eifersucht der Königreiche au'fhörten. verlor sich nach und nach der Kampf um den echten? Patriarchen, Als dann das Reich Israel ganz unterging, fingen die Sagen an, sich zu verschmelzen und bil- I oeten sich schließlich in einer Familiengeschichte in har- ' monischem Zusammenhang aus. Abraham, Isaak und p Jacob, die ursprünglich Gegensätze zu einander waren, wurden nach und nach: Vater, Sohn und Enkel. Wir wollen nun diese Ansichten nebst deren Begründung bei Licht betrachten. (Forts.'folgt.) i * I Zettrrngsrrachrichten und Correspp«- denzeir^ Deutschland. Berlin. Das neueste Bild Professor Oppenheims, des berühmten feelenvollen Darstellers jüdischer Scenerien aus den Zeiten von Freud und Leid, welches „Minjan" benannt ist und die Jahrzeit-Andacht eines jüdischen Soldaten zum Inhalt hat, macht großes und gerechtes Aufsehen. Man kann sagen: der geniale Schöpfer so tief empfundener Skizzen aus dem jüdischen Leben hat sich diesmal selbst übertroffen — so viel Poesie, so viel ergreifende Wahrheit, so viel echt orientalischer Charakter liegt in diesem Bilde. Nichts fehlt, was der ehrwürdige altisraelitische Ritus verlangt, das Sterbelicht auf dem Tische, die „Talefim" der frommen Krieger, welche einen Augenblick vergessen, welchem rauben Handwerk sie obliegen, um in den uralten Tönen des „Kadisch" sich zurückzuversetzen in die Synagoge der Heimath, an die Betpulte, vor denen ihre Väter ftanden, an denen ihre Enkel noch stehen werden. Wie meisterhaft ist die Gruppirung gelungen. Der Verwundete, der verklärt gen Himmel schaut und seiner Schmerzen nicht gedenkt, die Cavalleristen, die auf ihr Schwert gelehnt und aus allen deutschen Stammen einträchtig zusammengeschaart, andächtig in's vergilbte Gebetbüchlein blicken, das sie als „treuen Begleiter" mit in's Feld genommen, der Infanterist, dem die Ehre des „Borbeters" zu Theil geworden und der sich derselben bewußt ist, der Trauernde, der neben dem Jahrzeitslicht tief in sich versunken dasitzt und des Dahingeschiedenen mit frommer Zähre gedenkt, der Arzt, der bereitwillig eintritt, um seinen Glaubensgenossen als „Zehnter" die überall vorgeschriebene Zahl zu vervollständigen, die neugierigen Lauscher fränkischer Abkunft am Fenster, die verwunderungsvoll die gefürchteten „Barbaren" so andächtig beten sehen — das Alles vereint sich zu einem Bilde, dessen echt religiöse Verklärung allen Herzen wohl thun wird, die noch Sinn für die Poesie des Judenthums haben, die Oppenheim von jeher so wunderbar zu verkörpern wußte. Die erwähnte Photographie wird bald in vielen Zimmern prangen und daran erinnern, daß trotz echt deutscher und patriotischer Gesinnung der jüdische Kämpfer im Felde nicht jener ftommen Sitte vergißt, welche ihm sein uraltes Gesetz vorschreibt, und voll Pietät seine schwer erkämpften Lorbeeren auf das Grab der theuren Dahingeschiedenen zu pflanzen weiß. Oesterreichisch-Ungarnische Monarchie. Aus CiSleithanie» Mit Recht fegen Sie wenig Hoffnungen auf die in Wien von der Regierung