Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 20 (17.5.1871)
- Date
- 1871-05-17
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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401 I V Arogrammenschair. : I 1) Einladungsschrist der Real - und Volksschule » der isr. Gemeinde zu Frankfurt a. M. In der Ein^ [ I ladungsschrist tzur diesjährigen Prüfung führt dcrDirec- I tov, l)r. Bärwald, den Leser durch eine Federzeichnung , I „Zur Erinnerung an Lazar Geiger" in das Leben und ’ I geistige Schaffen eines leider früh verstorbenen wackeren k M Lehrers, Gelehrten und Menschen. Ein schöneres Denkk mal des Heimgegangenen, als die Marmorbüste, welche * ' ein Kreis von Freunden ihm im Atrium der Stadtbibliothek znm Andenken anfzustellen, beabsichtigt, ist der Nachruf, den die Schule, an der er* seit einer Reihe von Jahren gewirkt, mit vorliegendem Programm ihm widmet. Doppelt ehrend für den Verstorbenen, insofern er in Bezug auf sein orthodox jüd. Leben allein im Kreise seiner Collegen stand. Aus den Schuluachrichten ersehen wir, daß der Cursus ein neunjähriger ist (S. 4), was insofern als wichtig erwähnt werden muß, als daraus erhellt, daß die pr. Regierung bei Erlheilung von Berechtigungen den neunjährigen Cursus für eine Realschule 2. O. genügend erachtet und nicht ans einem zehnjährigen besteht, eine Rücksicht im Interesse von Eltern und Kindern, mit der wir uns von Herzen freuen. Im Sommersemester betrug die Frequenz 721 Zöglinge (Knaben und Mädchen), im Wintersemester 735. 2) Einladungsschrift der Unterrichts - Anstalt der isr. Religionsgesellschaft in Mainz. Vorliegende Einladungsschrift bringt uns außer dem Prüfungsprogramm nur die durchgenommenen Pensa, aber keine Schulnachrichten. Den Pensen nach zu urtheilen, entsprechen die Leistungen der Schule denen einer gehobenen Bürgerschule und wollen wir hoffen, dieselbe bald zu einer Realschule 2. O. erhoben zu sehen. - ) 3) Einladnngsschrift des isr. Lehr und Erziehungs- Institut zu Pfungstadt bei Darmstadt. In der Ansprache an die Eltern und Freunde des Instituts weist der Director, D\ Jo öl, auf die Gefahr- Hin, in welcher das wenn auch noch junge, doch bereits kräftig blühende Institut beim Ausbruch des jüngsten Krieges geschwebt habe, da doch die Gegend um Pfungstadt herum leicht das traurige Loos der Wahlstatt hätte treffen können. Trotzdem entschieden sich die meisten Eltern, die Kinder unter der Obhut des Instituts zu lassen; gewiß ein Zeichen großen Vertrauens. Die Klagen über das Entfernen der Kinder vor der Zeit werden auch in diesem Jahresbericht wieder laut, und ist es nur dieseln unvernünftigen Gebühren der Eltern zuzuschreiben, daß das Institut bis jetzt noch nicht die bereits zugesagte Berechtigung einer Realschule 2. O. hat erlangen können. *) Die Bestrebungen des Leiters der Anstalt und des Schulraths gehn: unausgesetzt dahin, dieses Ziel zu erreichen, dein sich jedoch bislang unüberwindliche Schwierigkeiten cntgegengestellt haben; Thatkraft und Ausdauer werden diese hinwegzuräumen wissen. — Red. des „JHr." 4) Einladungsschrift der hebr. Unterrichtsanftatt von Dr. Neustadt in Breslau. Diese Anstalt, die wir bereits in der Päd. Beil. Nr. 2 v. I. dem Wohlwollen des Publikums empfohlen haben, hält zwei Mal im Jahre über die Leistungen der Schüler Prüfung. Auch aus vorliegendem Progrannn ersehen wir wiederum, daß man in Wahrheit bemüht ist, eine ttichtige Pflanzung auf dem sonst so sterilen Boden Breslaus zu ziehen; denn die Schule begnügt sich nicht mit ein wenig tre*.n und nbsn, sondern zieht auch das Rabbinischc in den Bereich ihrer Wirksamkeit. 5) Die jüdische Elementarschule zu Breslau, Leiter Dr. R. Joseph, zählt nach dem uns vorliegenden Prüsungsprogramm 55 Zöglinge, Eine Einsicht in die Leistungen der Anstalt ist uns durch das Programm nicht gewährt. 6» Programm der Religionsschule der Synagogen- Gemeiuse zu Colberg. Leiter: Rabbiner und Prediger Dr. S. Goldschmidt. Den Schulnachrickten gehen „vier politische Briefe zur Schulsrage" vom Leiter der Anstalt voran, die derselbe bereits früher in der „Isr. Wochenschrift" veröffentlicht hatte. Dieselben besprechen den Nothstand der isr. Religionsschule in Preußen, der noch immer nicht die ihr gebührende Stellung gesetzlich eingeräunlt ist und fordern dringend Abhilfe. Bon 60 schulpflichtigen Kindern haben 44 die Schule besucht und 16 „nahmen größtentheils gar keinen Religionsuitterricht". Es mag an örtlichen Verhältnissen liegeil, daß die Pensen der Religionsschule höchst dürftig sind, eine Erweiterung derselben wäre zu wünscheil, währerld man doch endlich jüdischerseits einmal zu der Erkenntniß kommen möchte, daß der Firlefanz der Coilsirmation und mit dieser der „Consirmandenunterricht" über Bord zu werfen sei. 7) Jahresbericht über die jüdische Religionsschule der Synagogengemeinde zu Magdeburg. Leiter: Rabbiner Dr. M. Rahmer. Wir haben bei Allzeige vorliegender Schrift von eillem erfteulichen Fortschritt der Magdeburger Religionsschule zu berichten. Es hat sich die Nochwendigkeit einer Erweiterung des Pensluns im Bibelübersetzen hercmsgestellt und wird zu diesem Zwecke eine neue (4.) Claffe errichtet. Der Leiter der Schule äußert sich darüber folgendermaßen: „Auch eine Erweiterung des Pensums in der Religionslchre schien geboten. Dieser Unterrichtszweig darf sich nicht, wie das in. sehr vielen Religionsichulen. der Fall ist, aus die bloße Darlegung der Glauoens- und Pstichtenlehre beschränken, sonderil er muß gerade das spezifisch Jüdische zur genauen Kenntniß der Kinder zu bringeil. Was das jüdische Kind früher iin elterlichen Hause practisch üben sah, das muß es jetzt wenigstens theoretisch kennen lernen, so z. B. die Sabbat-, Speise - und Trauergesetze, damit ös die Anforderungen der jüdischen Religion an ihre Bekenner einmal erfahre. Die Religionsschule muß unter allen £