Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 18 (3.5.1871)
- Date
- 1871-05-03
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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244 Dieser erste göttliche Bund war mit dem materiellen Menschen gestiftet, dessen körperliche Schaltung er mit dem Verbote des Blutvergießens von Menschen begründete und war auf die Furcht vor Gott gestützt. . Noch war aber das Schöpfungsziel nicht erreicht, das, nach dem Propheten, iti der göttlichen Verehrung bestcht, vrvrj? vmS’ "vaa? »cs&’a jrcjr: "d (Jesaje K. 43), denn nur Einzelne und nicht die Völker verehrten den wahren Gott; sie kannten ihn nicht, sie beteten Vernunft - und machtlose Götzen an. Es mußte ein neuer Bund mit den Menschen gestiftet werden, der sie zu ihrem wahren Ziele, zur ewigen Glückseligkeit, führen sollte. Mit wem aber sollte dieser neue Bund geschlossen werden % Wo war der würdige, zu einem Bündnisse mit Gott geeignete Mann Etwa einer jenen: Äugen Männer, die die Wunder der Natur zu ihvem Vortheile ausbeuteten, um sich selbst zu Göttern «rfzmverfend oder einer von denen, die ihre Kraft zum Genüsse verwendeten, Ausschweifungen aller Art vollbrachten und den Götzen dafür den Dank abftattetend Nein! Die Vorsehung übereilt sich nicht; Tausende von Jahren sind ihr nur Tage. Zehn Generattonen gingen nach Noah vorüber, ohne daß Einer zu dieser Misnon würdig befunden worden wäre, bis Avraham, die Nichtigkeit des Götzencultus erkennend, das Panier des Monotheksmus öffentlich erhob. Mit ihm wurde der zweite göttliche Bund gestiftet. Dieser göttliche Bund beginnt mit dem ra r.^a zy“»nan. Hier wird der langsame aber sichere Schritt der Vorsehung bezeichnet. Die Realisirung dieses Bundes, wodurch der wahre Gottesdienst auf Erden eingeführt und Abrahams Nachkommen zu deffen Priestern erhoben werden sollten, war nicht das Werk eines Tages; vierhundert Jahre mußten verstreichen, bis der größte Mann der Geschichte erschien, der den göttlichen Bund mit der Menschheit verwirklichte. Der wahre Gottesdienst begann, Israel widmete ihn: einen großen Theil, die Priester und Leviten den größten Theil ihres Gebens. Mvscheh aber war ausschließlich Diener Gottes. Sein Geist erhob sich über die allgemeine menschliche Sphäre, wo er die göttliche Stimme unfehlbar vernahm, die er Israel zur Beobachtung auf ewige Zeiten übergab. Nach Beendigung seiner Mission schwang sich fein 'Geist zu Gott empor, ohne zur Erdscholle wieder zurückzukchren. np’zoa no. Nun war der Bund mit deu Israeliten gestiftet; diese übernahmen die Mission, alle Völker die Einheit Gottes zu lehren, rwi?a by ibtzr rrrr. Daß dieses von der Vorsehung den Israeliten gesetzte LiÄ in Erfüllung gehen wird, dafür bürgt das göttliche Wort. Ob auch Diele, vom irdischen Glanze geblendet, sich des.reügiöM Dienstes entziehen, die göttliche Mission bleibt deshalb in ihrer vollen Kraft. Die Vorsehung übereilt nichts. Tausende von Jahren gehören hierzu, dies große Werk zu vollenden; aber es wird j vollbracht. Der Abfall einiger Abtrünniger alterirt den I Bund nicht, so wenig die von Bielen noch heute verüb-; ten antediluvianischen Laster das Bundeszeichen am Fir-! mamente und den ersten göttlichen Bund zu schwächen i vermögen. Das Werk der Vorsehung geht seinen sichern! Weg. Wenn auch Dunkelheit die Welt bedeckt, wenn! der gemeine Mensch im Finstern wandelt, so bleiben j doch immer der Weisen viele, die, von eitlem Glanze i ungeblendet, von vergänglicher Herrlichkeit unbestochen, j ihren Zeitgenossen hellfunkelnden Sternen ähnlich den - wahren Lebenspfad beleuchten; denn die Menschheit wanj delt nie gleiche Bahnen; wenn einige, wie es im Buche; Daniel heißt, den Weg nach dem ewigen Leben ein- - schlagen, eilen andere der Schwachheit, der ewigen j Schande zu; aber, heißt es ferner daselbst, die Weisen j werden glänzen wie der Glanz des Himmels, und die! Viele zur Tugend leiten wie die Sterne auf ewige j Zeiten. Zur Sememdeörrnds - Irage. Von Rabbiner vr. H i t d e o b e i m er. (Schluß.) Ich komnre zu Punkt d.: „Die Gründung von Pensionskassen für Rabbiner, Prediger, Cantoren und Lehrer ohne Unterschied der religiösen Richtung" — und halte es für überflüssig, für diesen Punkt zu plaidiren. Wer den ganzen Jammer kennt, den die Trostlosigkeit des jetzigen Zustandes in sich birgt, der hält wahrlich die Behauptung nicht für überschwänglich, daß dieser eiiie Punkt schon werth sei, eine gemeindeschaftliche Organisation zu provociren, .nv* var vt *6 ■’öt, die unter dem Gesammtbegriff der cnajtfjrs, erniedrigendster Deutung, zusammengeworfenen Fuuctionäre werden in den meisten Gemeinden zu gemeinen Dienerscelcn degradirt, die bei jedem Augenzwinkern des allmächtigen Vorstehers erzittern, jeden Funken von Menschenwürde erlöschen lassen, sich .jedes Lolles selbstständiger Individualität entäußern müssen, weil sie wissen, daß sie das Spiel selbstsüchtiger Gemeindelerrker.sind, .und ihre einzige Sicherheit in der Kriecherei, Schmeichelei und Heuchelei finden können. Welch' ehrlicher Charakter wird sich fortan zu solcher Niedertracht hergeben, und welches Beispiel kann eiue solche Sklavenseele auf der Kanzel oder im Schülznmner gebend Es kann in dieser Sphäre nicht eher Besserung eintreten, als wenn der Familienvater einer noch so zahlreichen Familie den Mnth haben darf, Mensch zu .sein., dem ersten Börsenmanne, Wollhärrdler oder .Fabrikanten gegenüber das Recht einer selbstständigen Meinung zu besitzen, selbst wenn die Genannten am grünen Tische der Gemeinde das große Wort zu sprechen haben. Es wäre schmählich, noch