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Der Israelit · 1871-04-26 · Heft 17 (26.4.1871) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 17 (26.4.1871)
Date
1871-04-26
Page
– (sequence 10)
Language
German
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332 lästinas seit jener Zeit rapid gehoben — und nichts nützen werde. UebrigenS, sägte er hinzu (und ich Aaube, so ziemlich seine eigenen Worte zu citiren): „Sehen Sie, ich bin circa 15 Jahre in Jerusalem, werde fort und fort von Streitigkeiten Ihrer Glaubensgenossen behelligt, meinen Sie aber, ich habe die Geduld verloren? Keineswegs, ich weiß, daß diese Streitigkeiten nicht aus Uebermuth geführt werden, und — Hunger thnt sehr weh. Glauben Sie auch nur nicht, daß es bei unseren Glaubensgenossen anders ist; nur ist der Unterschied der, daß bei uns eine kirchliche Beamtenorganisation stattfindet, an die dergleichen zur Abhilfe recurrirt. Bei Ihnen ist das nicht" — (Gott sei Dank nicht) „bei Ihnen wird Alles gleich an die große Glocke der Oeffentlichkeit gehängt." Dies Citat der Worte eines Christen ist wohl in mancher Beziehung der Mittheilung werth, specrell sür unsere damit ganz verwandte Frage. Das kann man Alles zugeben, und Niemand gibt es lieber zu als ich; nichtsdestoweniger ist und bleibt es wahr, vaß die Sache, wenn nicht Alles aus dem Spiele stehen soll, nicht so bleiben kann; und anders als durch das alte p?n ->v-r' nnj?’ injn nx ktn kann unmöglich gründlich geholfen werden. Mit den obigen Auseinandersetzungen find meine Bemerkungen über Punkt o. der jetzigen Fundamentalpunkte des Gemeindebundes erledigt. Derselbe lautet nämlich: „Die Vereinigung zur Abschaffung der Wanderbeitelei und Regelung der Fremdenunterstützung". (Schluß folgt.) geitungSnachriehten und Correfpon- -ettzen. Deutschland. Mainz, 21. April. Unter göttlichem Beistände ist es gelungen, den größten Theil der israel. Soldaten des deutschen Heeres, welche sich noch in Frankreich befinden oder befanden, während des Peßachfestes mit entsprechender Kost zu versorgen. Es sind bis heute zu diesem Zwecke circa 2100 Thaler eingegangen, welche jedoch die ungeheuren Kosten bei weitem noch nicht decken. Es sind 1050 Thaler nach Metz, 400 Thaler nach Straßburg, 236 Thaler nach Chaumont geschickt worden; große Rechnungen sind noch für Colmar, Rheims, Versailles und andere Orte zu bezahlen. Wir richten daher an unsere mildthätigen Glaubensgenossen das dringende Ersuchen, für diesen Zweck namentlich da Sammlungen zu veranstalten, wo dieses bis jetzt noch nicht geschehen ist. Hier in Mainz wurden für die israel. Soldaten allein während des Peßachfestes über 500 fl. verausgabt, obglerch viele Soldaten in hiesigen Familien freie Kost haben. Auch hier hat der Herausgeber dieser Blätter 146 fl. mehr ausgeben müssen, als die dazu veranstaltete Coltecte eingebracht hrt, eine Summe, die nachträglich zu beschaffen r ht schwer halten wird. Fürth, ben 19. April. Meinem jüngst gegebenem Versprecher: zufolge checke ich heute mit, daß bei der Vorsiandswahl, die von den 15 Bevollmächtigten am ari nDN vorgenommen, wie vorauszusehen war, ebenfalls nur solche Männer gewählt wurden, die zu den Zerstörern im Weinberge des Herrn zugezählt werden können. Zwei der Herren haben schon früher das Amt versehen. Wie wenig bei uns die Autonomie der Gemeinde gewahrt ist, wie groß vielmehr die Machtbesugniß des Vorstaildes und größern Verwaltungsausschusses, haben die letzten Jahre zur Genüge erwiesen; sogar die Wahl eines Rabbiners kann ohne Befragen der Gemeinde von den genannten beiden Körperschaften vorgenommen werden. Ueberhaupt können die weitgreifendsten Beschlüsse gefaßt, sanctionirt und von königl. Regierung gutgeheißen werden, ohne daß außer 20 Personen in unserer Gemeinde, die wohl 600 Familien zählt, Jemand Etwas erfährt. Hingegen kann ich Ihnen als Erfreuliches mittheileu, daß vor kurzer Zeit hierher 20,000 Lvr. Sterling gelaugt sind, die von dem wohtthätigen Spender noch vermehrt werden und theils der Familie desselben, thcils allgemeinen nützlichen Zwecken zu Gute kommen sollen; außerdem hat die hiesige Waisenanstalt in voriger Woche eine bedeutende Stiftung zugewiesen bekommen, aus deren Erträgniß stets zwei Knaben mehr Aufnahme finden werden, als bis jetzt das Vermögen gestattete. TIDN. Wieslo^h 26. März Heute bewegte sich ein Leichenzug durch hiesige Stadt nach dem jüd. Begräbnißplatze. Der preuß. Landwehrmann Moritz Sarnow aus Magdeburg, der die Belagerung von Straßburg und die Kämpfe vor Belfort mitnrachte, und daselbst allen Gefahren entging, ist im.Lazareth zu Schwetzingen am 25. März am Typhus gestorben. Daß derselbe allgemein betrauert wurde, zeigte besonders die große Bethciligung der hiesigen jüd. und christl. Burger au dem Leichenbegängnisse. Der Verstorbene war verheirathet. Seine Gattin war schon früher gestorben, er hinterläßt aber ein noch unmündiges Kind und hochbetagte Eltern; ebenfalls einen. Bruder und verschiedene Verwandte. Möge Gott die Hinterbliebenen trösten. A cf e r m a n n, Lehrer.

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