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Der Israelit · 1871-04-26 · Heft 17 (26.4.1871) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 17 (26.4.1871)
Date
1871-04-26
Page
– (sequence 7)
Language
German
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329 r angen, oder für die Gegenwart bei Jahrzeiten, Get >Schtnißtagen, cm welchen die Neologen auch ihr Rei juiem haben möchten, und eine Gedächtnißrede, Gel >ete pa-n tpnp ,ni’Ji2fD für Seelenfeier gerne hören, c ^onorirt zu werden. Ebenso hat das Beth-Hamidrasch eine n&ip zu nmj, denn im puncto Geldes hört jede - Reform auf. Desgleichen behalten sie den oro am?"y. Dieses Geschäft besorgt Herr Lector M. Friedit nann. euilleton. Zur rechten Zeit. VII. Die Jntrigue. ES währte lange bis der Junker von Schwarzenstein die fast verscherzte Gunst seines Herrn wieder mangle. Nathan, der aufs Neue das volle Vertrauen >eö Fürsten genoß, machte alle Anstrengungen, um >en Junker ganz und gar vom Hofe zu entfernen, >nd es wäre ihm auch gelungen, wenn nicht die Fürstin nit dem Aufgebote ihres ganzen Einsiusies den Herrn »on Schwarzenstein protegirt hätte. Diesem blieben »te Anstrengungen Nathans nicht verborgen und er agte sich, daß für ihn der Kampf gegen den Hofagenen ein Ringen um die eigene Existenz sei, daß eines lages entweder er oder Nathan das Feld räumen, aß er daher Alles aufbielen müsse, um den Juden u verderben oder doch zu verdrängen. Wohl durfte r auf den Beistand der Fürstin, die er vollständig beerrfchte, rechnen; allein dieser genügte nicht, da der sürst zu viel auf Nathan hielt. Er sah sich daher loch nach andern Bundesgenossen am Hofe zuHohenurg um. Die fürstlichen Beamten und Diener waen nicht zu gewinnen; sie hätten sämmtlich für Nahan, der stets väterlich für sie sorgte, das Leben geästen; unter den Adligen des Ländchens war Nierand, auf dessen Stimme der Fürst viel gab. Es lieb nur noch der Hofprediger, der aber Nathan geenüber sich stets als dessen bester Freund gebehrdete. tichtsdestowen'ger beschloß Junker Görz, die Gesittung des Geistlichen zu sondiren. Er suchte ihn in riner Amtswohnung, einem kleinen, unansehnlichen sebäude auf. Hofprcdiger Müller hatte eine zahlte Familie und ein verhältnißmaßig nur geringes sinkommm. „Ehrwürdiger Herr," sagte der Junker, als er das Studierzimmer des Geistlichen trat, Ich komme Anftrage unserer gnädigen Fürstin."j Der Hofprediger erhob sich. „Was befiehlt aneine gnädigste Herrin," fragte er, „ihrem unterthänigsten Knecht?" „„Die Fürstin sendet mich in Ihrem Interesse zu Ihnen; Ihr Einkommen, meint sie, entspreche Ihren Bedürfnissen schlecht; namentlich fei Ihre Amtswohnung zu eng, zu klein für Ihre zahlreiche Familie."" „Gott segne die hohe Herrin für ihre Liebe und Sorge um mich. Ach, sie hat leider nur zu sehr Recht." „„Wie aber, ehrwürdiger Herr, ist Ihnen zu helfen? Die fürstliche Kasse verträgt keine Ueberbürdung. Aus dieser kann Ihnen kein Zuschuß geleistet werden."" „Ich weiß es, ich weiß es! Wenn nur wenigstens die Naturallieferungen der Bauern vermehrt werden möchten! Aber das duldet der Hofagent nicht." „„Freilich, wenn in einem christlichen Staate ein Jude am Ruder sitzt, so müssen selbst die Diener Gottes Noth leiden."" Der Junker sah den Pastor lauernd an; ging dieser auf die Klage über Nathan ein, so war der Weg gebahnt. Der Geistliche ging an die Thür und verriegelte sie. „Gnädiger Herr," sagte er dann, „setzen wir uns und besprechen wir in Ruhe die edlen, für mich so liebevollen Jntenttonen der Fürstin. Sie beklagen es, daß' ein Jude unser Land beherrscht — ich, ich bin tiefbekümmert darob. Ein Jude, ein Sohn des von Gott verfluchten Scammes, wohnt in einem Palaste, während .der Verkünder des göttlichen Wortes mit seiner zahlreichen Familie in einer elenden Hütte Raum genug haben muß. Das hoffärtige Weib des Juden kleidet sich in Sammet und Seide, in Gold und Edelsteine, während die Lebensgefährtin deS Dieners Gottes arbeiten muß, wie eine gemeine Magd. O, Herr von Schwarzenstein, es ist himmelschreiend!" „„Aber sollen wir das Alles so geduldig hinnehmen?" " „Was ist dagegen zu thun? Der Jude besitzt das Vertrauen unsres gnädigsten Fürsten." „„Hören Sie, Herr Hofprediger, wenn es uns gelingt, den Juden zu verdrängen, so sollen Sie, meint unsere hohe Herrin, Haus und Garten des Hofagenten erhalten, und dann, wenn der Jude unS nicht mehr hinderlüD ist, werden die Leistungen, die Bürger und Bauern für die Pfarrei aufbringen müssen, erhöht. Aber Sie müssen mit uns gemeinsame Sache machen, um den Juden zu stürzen." " „Gern, gern, ich halte das an und für sich schon für ein christliches Werk. Allein wir werden einen schweren Stand mit Seiner Durchlaucht haben." „„Sie müssen die Religion wirken lassen, müssen sein Gewissen beunruhigen!"" L’ m..

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