Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1871-04-26 · Heft 17 (26.4.1871) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 17 (26.4.1871)
Date
1871-04-26
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2447499-2447516--09310-2464998
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

828 wir müssen Gott danken, daß er vor der bestimmten Zeit von vierhundert Jahren aus Aegypten herauSsührte, ehe noch ihr „Lebensteig gesäuert war, bevor noch die Leidenschaften in ihnen zu führen drohten^, so sollen auch wir uns ermannen, solange noch Zeit ist, und das Symbol der nsto unö vor Augen Hallen. Aehnlich der Wirkung des nno, wie unsere Weisen sagen, no iLDi pinombnn, handelten auch die Aegypter; ehe sie zur Gewalt schritten, suchten sie im Wege des Guten, durch List unsere Vorfahren zur Sclavenarbeit anzuhalten und ebenso wollen unsere heutigen Feinde im Judenthume, die Neuerer, uns mit süßlichen Worten ködern und suchen uns zu bereden, daß die Reformen ganz unschuldige Dinge seien, daß sie nichts Arges im Schilde führen, nur das Beste im Sinne haben und nur dem Judenthume zu Liebe so handeln, wie dergleichen gleißnerische Reden ja so oft zu hören sind; aber wir dürfen uns nicht von solchem falschen Gotte besteck en lassen, wir müssen die Folgen im Auge haben, und diese sind bitter, sehr bitter, wie unö leider die Erfahrung zeigt. Die Reformen begannen mit kleineren Neuerungen, die sich bloß auf Ordnung im Gottesdienste beziehen sollten, und jetzt erdreisien sie sich schon, die wichtigsten Grundsätze des Judenthums anzutasten. Wir müssen uns daher sehr in Acht nehmen und lieber das Bittere des jetzigen Kampfes und Widerstandes ertragen, als )*n später die bitteren Nachwehen der süßen Ruhe und Gleichgiltigkeit. Wir dürfen die Hoffnung auf n’E'cn n«'a und p" o"n"a pja nichr auf geben, sonst würden wir uns selbst ausgeben. Viele roso basiren nur auf der Zukunft Israels, auf der Verwirklichung der prophetischen Verkündigungen. Es ist daher unsere heiligste Pflicht, entschieden Front zu machen gegen so irreligiöse Projccte, die unter der Maöke der Scheinheiligkeit das Innerste deS Juden- IhumS angreisen und dessen Grundfesten erschüttern wollen. Diesen Wölfen im Schafspelze muß die Larve herunter gerissen werden, daß sich ihr wahres Gesicht zeige, sie in ihrer wahren Gestalt sicht! ar werden; diesen Wühlern in der Gemeinde muß das Handwerk gelegt werden, daß sie zu Schanden werden mit ihren schlauen Rathschlägen und listigen Plänen, über die das wahre Judenihum den Sieg davoatragen wird, toyn nnm na«' non. In der neuerbauten Synagoge unter den Weißgärbern, mit der auch ein schön eingerichtetes no"n'3 in Verbindung steht, sprach Rabbi Sal. Wolf Freund, der sich in seiner Rede als Freund der Wahrheit und der wahren Jehudim zeigte. Durch paffende Midraschim erhärtete er die Wichtigkeit der hebr Sprache im Gebete, das man an Gott richten muß in der Sprache, die er vorzog und auserkoren, in ihr sich seinem Volke zu offenbaren. Um die Gebete zu verstehen, sind wir auch als Juden verpflichtet, die nationale Sprache gründlich zu lernen, wodurch allein wir unser einziges noch übrig gebliebenes Erbgut niennpn n*nn in unserer Mitte erhalten können. Die hebr. Sprache bildet noch das einzige Bindemittel zwischen allen Juden, die auf der ganzen Erde zerstreut sind. Es wäre daher Verrath an uns selbst, wenn wir ihr Studium vernachlässigen würden. Redner bespricht noch ausführlich die andern Reformvorschläge und bekämpft sie in energischem Eifer und mit geistreichen Wafftn. In der Spiegelsynagoge (Leopoldstadt) sprach gleichzeitig Rabbi MoseS Katz, Sohn des Rabbiners zu Deutsch-Kreutz. Nachmittags hielt im poln. Bethause der gewandte Talmudist Herr Abr. Hirsch Klein einen Vortrag «nu« übe, die nun und erndete verdienten Beifall. Außerdem hörten wir durch Rabbi Meschullam Katz, wie gewöhnlich an jedem Sabbat, über den Wochenabschnitt in der Latern - Synagoge nach dem Minchah - Gebete sprechn. Beim Gottesdienste für die Studirenden legte Herr Dr. Jellinek in seiner Rede das Hauptgewicht auf die neuerrungene Befreiung, unsere Emancipation, während er onso n«’SP nur vorübergehend erwähnte. Als ob wir für letzteres, ewig von wichtigster Bedeutung Bleibendes nicht mehr Gott zu danken hätten, als ob wir nach der politischen Freiheit, die überdies noch vielen Juden erst in sehr beschränktem Maße zu Theil wurde, für die Zukunft kein weiteres Ziel verfolgen müßten! Herr Dr. I. verdreht die Wahrheit nach Belieben und erklärt den Text nach Gutdünken. j In der nun war das «na nur in Zeiten des Druckes gerechtfertigt, jetzt wieder könne man daö pom ya weglasfen, da wir nicht im Elende mehr leben. Dieser Absatz wurde im Aramäischen als Volkssprache abgefaßt, damit er von Allen verstanden wurde. Nun fragt es sich, warum nicht daö Ganze. Nach Herrn Dr. J.'s Ansicht sollte man das n«an »Ut20 ''dirnua jetzt einfach weglassen, wie auch der setzte Theil des «on1? «na für uns überflüssig ist, demijwir sind ja schon pnn ’ja. Wahrlich, besser oder viel ärger kann man die Jugend nicht verderben und vom Judenthume abwendig machen. Wien. In dem von Herrn Dr. Jellinek, gegründeten “n"on'a in der Tempelgasse trägt auch, um dem alten Brauche zu entsprechen, Herr Lector W^iß am diun naitf einiges msnn vor in Gegenchart eines gewählten Publikums, nämlich seiner berufnen kleinen Schaar von Hörern, die sonst zuweilen seime Vorträge zu hören pflegen, selten um etwas zu lcrrnen. Da Lehrer und Hörer unvorbereitet zu (den niONkl kommen (vielleicht hat es Ersterer nicht Mehr nöihig, sich für seine ohnehin im Talmud nicht so gewandelten Schüler erst vorzubereiten), sondern nur der Absicht, um zu einem Stipendium Aussicht zu er-j lang, rächt;uier ktt jom (eine lest?"y. ior im rlo >eö en inb fiit ,on ie ag en ÜÖi tc i

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.