Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 17 (26.4.1871)
- Date
- 1871-04-26
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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324 deckt; beide Geschlechter hattenBärte; ihre Ohren waren spitzig und konnten bewegt werden, und die Körper waren mit einem Schwänze versehen, welcher die geeigneten Muskeln besaß. Leiber und Glieder hatten damals noch viele Muskeln, welche gegenwärtig nur gelegentlich angetroffen werden, die aber bei den Vierhändern noch vorhanden sind. Die große Arterie und der Nerv des Humerus liefen durch ein supracondyloides Loch. In jener Zeit oder auch in einer frühern hatten die Eingeweide ein viel größeres Diverticulum oder Coecum als in unserer Zeit. Der Fuß war, nach der Stellung zu schließen, welche die große Zehe im Fötus einnimmt, prehenstl, konnte saffen und greifen. Unsere Vorfahren haben ohne Zweifel auch aus den Bäumen gelebt und hielten sich in warmen, waldbedeckten Gegenden auf. Die Männer hatten große Hundszähne und beoienten sich derselben als einer furchtbaren Waffe. In einer noch früheren Periode war der Uterus ein doppelter; das Auge war durch ein drittes Augenlid, eine Blinzhaut, geschützt. In einer noch früheren Periode müssen dieUrerzeuger des Menschen im Wasser gelebt haben (must have been aquatic in their habits), denn die Morphologie zeigt uns klar, daß unsere Lungen aus einer modificirten Schwimmblase bestehen, welche einst als Floß diente. Die Vertiefungen am Nacken des menschlichen Embryo zeigen, wo sich einst die Kiemen befanden. Die Nieren wurden in jener Zeit durch die Corpora wolfiaua ersetzt. Das Herz war einfach ein pulsirendes Gefäß; statt der Rückenwirbelsäule war die Chorda dorsaliS vorhanden. Die frühesten Vorläufer des Menschen, welche im Düster derZeit sich verlieren, waren so niedrig organisirt, wie der Amphiochus und vielleicht noch niedriger. Es ist noch auf einen andern Punkt hinzuweisen. Man weiß längst, daß bei den Wirbelthieren ein Geschlecht die Ansätze verschiedener aecefforischer Theile aufweist, welche eigentlich dem andern Geschlecht angehören, und es ist als sicher festgestellt worden, daß in einer sehr frühen embryonischen Periode beide Geschlechter sowohl männliche als weibliche Drüsen zeigen. Es scheint demnach, daß ein ungemein weit in die Urzeiten hinaufr eich ender Urerzeuger des Reiches der Wirbelthiere ein Hermaphrodit, daß er androgyn, zugleich mänulich und weiblich, gewesen sei rc." Wir können uns in Bezug auf diese Thorheiten und willkürlichen Hypothesen dem Urtheile eines bedeutenden Naturforschers anschließen. „Diese Darwjnerei," sagt der Erwähnte, „wird einst in der Geschichte der Naturwissenschaften als eine wüste Episode von Verirrungen angesehen werden." Was die ganze Darwinsche Theorie zerstört, ist, daß uns kein Beispiel einer „Transmutation" oder „natürlichen AuSwabl" bekannt geworden. Weder Geschickte noch Erfahrung gestatten uns die Annahme , daß die Unterschiede zwischen den Gattungen jemals größer oder geringer waren, als sie jetzt sind. Die einmal vorhandenen Typen pflanzen sich so fort, wie sie Gott bei der Schöpfung eingesetzt hat, und wenn einmal eine widernatürliche Verbindung verschiedener Gattungen stattgefunden hat, so fehlt dem daraus hervorgegangenen Bastarde die Fähigkeit zu zeugen oder zu gebären. DaS Maulthier, durch die Verbindung von Pferd und Esel geworden, kann nicht wieder Maulthiere zeugen oder gebären; zu seiner JuSlebenrufung bedarf es immer wieder jener widernatürlichen geschlechtlichen Verbindung. Die Erfahrung lehrt unS kein Gesetz kennen, vermöge dessen eine Species in eine andere umgewandelt worden. Die sogenannte Entwickelungstheorie ist eitel Phantasterei. Die ganze organische Welt ist aus verschiedenen Ordnungen, eine über der andern, zusammengesetzt , die im Allgemeinen eine mit der andern viel Ähnlichkeit haben; aber auch die Verschiedenheiten, die sie von einander sondern, sind unveränderlich; kein durch die Wissenschaft festgestelltes Factum — die von den Darwinisten vorgegebenen Facta sind entweder selbstfabricirt oder nickt stichhaltig — berechtigt uns anzunehmen, daß Strahlenthiere in Gliederthine, Molluskeln in Wirbelthiere, Viefüßer in Vierhänder, Vierhänder in Zweihänder umwandelt werden können. Was nun speciell den letztberegten Fall, die so berühmtgewordene Darwinsche L> hre von der Abstammung des Menschen vom Affen betrifft, so ist sie ebenso lächerlich wie unwissenschaftlich; lächerlich, weil der Unterschied zwischen den geistigen Begabungen der Menschen und der Thkere selbst dann noch ein ganz enormer ist, wenn man den allerrohsten Wilden mit dem bestorganistrten Affen vergleicht, weil ferner die articulirte Sprache als Ausdruck der Gedanken bei dea bestnnd höchst-organistrten Tbieren nicht gefunden wird. Aber auch höchst unwissenschaftlich ist diese phantastische Theorie, denn die wahre, echte Wissenschaft darf nicht nach dem äußern Anschein urtheilen, sondern sie muß zumeist die innere Organisation berück-ichtigen. Nun aber steht es durch die Untersuchungen der Anatomen seit lange fest, daß der Affe nur in der äußern Structur von allen Thieren dem Menschen am Aehnlichsten ist, daß aber in Bezug auf den inneren Bau viele andere Thiere dem Menschen naher stehen. So sind die Eingeweide des Schweines denen des Menschen sehr ähnlich, wie schon der Talmud lehrt, während gerade die Eingeweide des Affen denen des Menschen sehr unähnlich sind. Was soll man also von der Wissenschaftlichkeit einer Theorie halten, die uns über die