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Der Israelit · 1871-04-19 · Heft 16 (19.4.1871) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 16 (19.4.1871)
Date
1871-04-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
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307 Frankfurt a. M Der israelitische Frauen- »erein entwickelte auch im verflossenen Jahre seine riedliche und segensreiche Thätigkeit weiter. Die Zahl >er Mitglieder vermehrte sich und die Einnahmen blieben wrmal. In der Schule des Vereins befanden sich 19 Mädchen, deren Gesundheitszustand ein günstiger war. Die eingegangenen Geschenke beziffern sich aus )327 fl. 24 kr. Die Einnahmen betrugen 10,004 l. 24 kr., die Ausgaben 7816 fl. Aus Westphalen. Der schon lange projecirte Bau einer neuen Synagoge in Hattingen, Reg.- 9ez. Arnsberg, kommt endlich zur Ausführung. Der Sauplatz ist, wie wir erfahren, kürzlich Seitens der Gemeinde für den Kaufpreis von ^500 Thlr. erwor- >en. Dagegen würden die Baukosten von einem Ritgliede der Gemeinde, Herrn Gumpertz, aus eigelen Mitteln bestritten werben. Die in Rede stehende üd. Gemeinde ist eine von den wenigen im genannten Regierungsbezirke, die noch auf dem Boden des geetzestreuen Judenthums stehen und in der die ver- »erblick, 'ygen. Cultusreformen noch keinen Eingang jesund^a yaöen. Bei der wahrhaft religiösen Gesinnung der Mehrzahl der dortigen Gemeindemitglieder ieht zu -rwarten, daß auch in der neuen Synagoge er Gottesdienst nur nach altherkömmlicher jüd. Sitte >t"n;ipTO verrichtet werden wird. Auch in diesem Jahre werden die in der Pronzialstrafanstalt zu Münster internirten jüd. Gefangnen während des nvO-Festes koschere Peßachkost erhalten und ist dieses wiederum den Bemühungen des Zeminar - Directors vr. Kr oner zu verdanken, der 's nicht verschmähet, sich für diese unglücklichen Meuchen bei der Behörde zu verwenden und die jüd. Geleinden zu veranlassen, daß in denselben Sammlunen zur Bestreitung der Ausgaben für die zu liefernde wv-Kvst an die Gefangenen, von denen die Mehrzahl mbemittelt ist, veranstalten werden. Oestrich. M. Rosenwald, Lehrer. A Königsberg 31. März Ihr vieljähriger iestger Correspondent M. A l m o n i (vr. F r e y st a d t) at leider lange nichts in diesem geschätzten Blatte von ich hören lassen. Sein Conflict mit unserem neoloen Vorstande mag ihm das Schreiben einstweilen erleidet haben. Nichtsdestoweniger kämpft er gelegentich tapfer fort für das orthodoxe Judenthum, soweit S die hiesige Presse ihm gestattet. Zum Beweise daär übersende ich Ihnen nachstehendes Artikelchen, daS «selbe als Mitarbeiter der liberalen „KönigSberger )art. Zig." neulich über Königs Geburtstag brachte md aus dem Sie gleichzeitig unsere Gemeindeverhältlisie kennen lernen werden. Der Artikel lautete wie olgt: „Der Geburtstag Sr. Majestät unseres Kaisers und Königist diesmal in der hiesigen Synagogen- Gemeinde auf eine zwiefache Weife gefeiert worden. Während nämlich in der Hauptsynagoge zur Feier de- Tages zum ersten Male die eingeführte Orgel ertönte, veranstaltete zur selben Zeit die eben jener so Bielen noch anstößigen Neuerung wegen jüngst auSgeschiedene „Gemeinde der Frommen" in ihrem, dem Junkerhofe gegenüber liegenden Bethause eine einfache, aber würdige gottesdienstliche Andacht, welche nach altem RituS in der Recitation verschiedener Psalmen, dem Vortrage des üblichen Gebetes für den König und das königl. Haus und dem allgemeinen Trauergebete für die gefallenen deutschen Krieger bestand — Alles in der heiligen Ursprache inbrünstig vorgettagen. So hat sich denn gerade mit dem 22. März 1871 auch in der bisher friedlichen und einträchtigen Königsberg« betreffenden Gemeinde mittelst jenes unjüdischen Mrcheninstrumentes, das schon seit 50 Jahren überall in den bezüglichen Gemeinden dies - und jenseits deS OceanS das Signal zur offenen Spaltung der Mitglieder gab, die Trennung der Parteien, von denen jede für sich das Princip der Gewissenfreiheit in Anspruch nimmt, factisch vollzogen." Hamburg. Der verstorbene Adolph Alexander hatte in seinem Testament ein Legat von 500 B.-M. an den „isr. Krankenverein" vermacht. Bei Regulirung der Erbschaftsmasse meldeten sich zwei Vereine zur Empfangnahme des Legats. Der „iSrael. Verein für Krankenpflege Bikkur Cholim" sowohl, als auch der „israel. Verein für Krankenpflege von 1831" behaupteten jeder, der vom Testator gemeinte Verein zu sein. Die Executoren des Testaments wollten daS Legat dem Verein von 1831 zuwenden, wogegen d« Verein Bikkur Cholin Einsprache erhob. Die Sache wird nunmehr zur gerichtlichen Entscheidung kommen. Oesterreichisch-Ungarische Monarchie. Wie». Der Verein zur Unterstützung und Versorgung hilfsbedürftiger Waisen der israel. CultuSgemeinde in Wien hat seinen zehnten Jahresbericht veröffentlicht. Zu den am 31. December 1869 in d« Versorgung d^s Vereines verbliebenen 137 Waisen wurden im Laufe des Jahres 1870 weitere 24 ausgenommen, dagegen sind in Folqe dererreichten, durch die Statuten vorgezeichnete Altersstufe 15 Vereinszöglinge ausgeschieden. Mit Schluß des Jahres 1870 verblieben demnach 146 Waisen unter dem Schutz und in der Versorgung des Vereins. Die Gesammtausgaben für Waisenunterstützung betrugen im Jahre 1870 beinahe genau so viel wie im Vorjahre, nämlich 11,201 fl. 76 kr. Trotz der gesteigerten Anzahl d« Vereinszöglinge war es möglich, den Reservefond auS der diesjährigen Gebahrung um 1460 fl. zu stärke»

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