Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 16 (19.4.1871)
- Date
- 1871-04-19
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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805 beginnen, damit sie heranreiften, movb nimo nm1?, Träger der reine« Gotteserkmntniß zu werden. Darum sollte die Zählung nar»n mnoD beginnend. i. Nach der Deutung Dnstö rmüiöD xavv mnoo, nach dem Morgen, an welchem sie sich gereinigt hatten von dem Götzendienste Egyptens; denn von da an sollten die VQV>n >o\ die Tage der Läuterung, der Reinheit ihren Anfang nehmen. Unsere Weisen haben deßhalb für diese Omerzeit das allsabbatliche Lesen der >pnö nn« angeordnet, damit wir unsere Lebensführung nach den darin enthaltenen Grundsätzen einrichten, unser Herz zum Tempel Gottes werde und das Wort der heiligen Schrift an uns in Erfüllung gebe: DDW3 »ödem EnpD »b „Sie sollen mir ein Heiligthum bereiten, damit ich in ihnen wohne". Jeiturrgsnachrichtert und Corresporr denzen. Deutschland. Akalrrz, 5. April. Zum Besten der Nothleidenden, Armen rc. im heiligen Lande haben wir heute 2363 fl. nach Amsterdam geschickt. Die Summe der von uns in diesem Jahre zu obigem Zwecke gesammelten und übermittelten Gelder beträgt nunmehr 15,793 si. 46 kr. In Württemberg beginnen jetzt die Rabbinen wieder ihre bis mjnaar andauernden Turnusreisen, um die Confirmationen in den Gemeinden ihres Bezirks vorzunehmen, die bis zum Wochenfeste vollendet fein sollen, damit dann an diesem der Act in der Gemeinde des RabVinatSsitzeS selbst aufgeführt und so der JahreScyklus geschloffen werden kann. Bereits abtr mehren sich auch die Anmeldungen der Eltern, welche kraft des bekannten CultMinisterialerlaffeS sich aus religiösen Gründen weigern, ihre Kinder confir- Miren zu lassen. Manche Rabbinen suchen zwar diese Anzeigen dadurch zu erschweren, daß sie verlangen, fie Müßten schriftlich geschehen. Allem die Welt hat heutigen Tages schreiben gelernt, NNb weiß davon Gebrauch zu machen, unt so lieber, wenn damit der mündliche Verkehr entbehrlich wird. Eins statistische Zusammenstellung der Renitenten wäre nicht uninteressant. H-ilbrvv» a. fft. Am s^n"n na» ’nsq versammelte sich wieder, wie alljährlich, dev hiesige jüdische Armenunterstützungsverein, dessen Aufgabe eS ist, auswärtigen hieher kommendm jüd. Armen eine Unterstützung zu reichen, um hierdurch den lästigen HauSbrttel zu beseitigen utrd den Zuzug jüd. Armen aus dem fernen Auslande und insbesondere unwürdiger Bettelprofessivnisten möglichst zu beschränken. Der Verein, der fast die ganze Gemeinde umfaßt, erfreute fich einer Einnahme von über fl 2312, wovon in 1299 Armengaben über fl. I656i verausgabt wurden, während die Verwaltung^ kosten nur ca. fl. 50. ausmachten und das Grundstocksvermögen um ca. fl. 300. anwuchs. Auch in diesem Jahre machte man die leidige Erfahrung, daß di« Zahl der inländischen und benachbarten Armen auf kaum 100, die der wandernden Bettler hingegen auS den versliedenen Ländern Oesterreichs und den Wests russischen Provinzen auf mehr als 1200 fich belietz und unter den letzteren gerade diejenigen find, welche sich durch Unbescheidenheit und Zudringlichkeit airSzeichnen. Eben diese sind es, welche auch heuer wieder die Ursache bildeten, daß eS schwer hielt, die funstionirenden Mitglieder des Ausschusses zur Annahme der Wahl zu bewegen und daß die Frage, ob solche» arbeitsfähigen Bettlern irgend eine oder welche gerüßs gere Gabe verabreicht werden soll, eine längere ©tf* batte hervorrief. In Zukunft bewegt sich die Skatt zwischen dem Minimum von 48 kr. und der höchsten Gabe von fl. 5, mit der Beschränkung, daß ein Ar2 mer jährlich nur zweimal an der Kaffe erscheinen darf^ Württemberg, dessen größere Gemeinden fast alle M gleiches oder ähnliches Institut zur ArmenUNterstützung besitzen, mußte gerade die unangenehme ErfahrunH machen, daß einer seiner Gerichtshöfe einen solchen reisenden Bettler — denn ein solcher ist der veruvtheilte K atz aus Rumänien — wegen versuchten Giftt? mords vor seinen 'Dckranken stehen sah. Man mag über den Grad des Verbrechens und über die Gewißheit der Schuld de« Verbrechers denken wie man will-, so viel geht doch aus der ganzen Verhandlung, über die auch der „Israelit" wohl berichten wird, hervor, daß das Verhältmß, in welchem der rc. K atz und rc. Dojny zu der Blmnenthsl standen, gewiß kan legitimes war, sondern etwa das, was wir mit einer „wilden" Ehe zu bezeichnen pflegen, und daß überhaupt daS Gebot »b von Leuten dieser Gattung auf das Gröblichste verletzt zu werden scheint. Gerade dieser Fall kam auch bei der Generalversammlung mv Sprache und trug sicherlich nicht zur Begeisterung Ar die Sache bei; größere Vorsicht hinsichtlich der Witzigkeit der Armen und möglichste Rücksicht aus dis> Sittenzustände der Länder, aus denen sie stammenist dringend geboten. Verls«, 24. März. Das Schwurgericht verhandelte am Montag Dienstag und Donnerstag §ty gen die russischen Handelsleute Michaelow Gvnmdw aus Wladimir, 24 Jahve alt, und Alexi Monastyrskh'