Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 14-15 (5.4.1871)
- Date
- 1871-04-05
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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282 überleben. Mögen auch deine, nur dem flüchtigen Reize und materiellen Interessen des Lebens huldigende Söhne es nicht anerkennen, der Verlust dieses inn by i’jon pns ist einer der härtesten Schicksalsschläge, von welchen Du heimgesucht worden. .ns min DJ£? mn rm Mit ihm, dem Frommen ist erloschen der Glanz, die Pracht weggenommen, vernichtet die Krone, welche sein tugendhaftes und gottesfürchtiges Leben der Gemeinde verliehen. Was Jakob Ted esco als Mensch und Iehudi geleistet, lebt im Munde und Gedächtnisse von Tausenden in Ferne und Nähe. Den Millionären der Weltstadt gegenüber mit nur sehr mäßigen Glücksgütern ausgestattet, übte er dennoch die Wohlthätigkeit in großartigstem Maßstabe. Seine Güte und Mildthätigkeit kannten keine Grenzen. nnn^> .uns .im Die Armen und Dürftigen waren seine Haus- und Tischgenossen und bildeten die Zierde seiner Tafel an Sabbat- und Feiertagen. Der Verewigte war eine Stütze vielen Wittwen und Waisen, eine Zuflucht für viele verschämte Arme und Familienväter, welchen er Darlehen gewährte und auf deren Rückzahlung er zum Voraus verzichtete. Wer von den vielen Hilfsbedürftigen, die ehedem aus aller Herren Länder nach Paris strömten, kannte nicht die Familie Tedesco? Dem guten Beispiele ihres ehrwürdigen Vaters und der ihm vorangeganzenen gleich edlen und guten Mutter n"y folgend, wetteiferten deren sämmtliche Glieder in Uebung der idh npia mso. Unermüdlich war der von unS Betrauerte nicht allein in Erfüllung dieses, sondern jedes anbederen göttlichen Gebtes. Mit sichtlicher Freude und ganzer Hingebung brachte derselbe die schwersten Opfer U1VQ21 isua für die genaue und getreue Beobachtung jeder noch so geringfügig scheinenden religiösen Vorschrift. Mit welcher Gewissenhaftigkeit und Strenge TedeSco allen ”piy irftter wi nachzukommen suchte, vermögen wir kaum zu schildern. Hoch und über Alles theuer galt ihm die Pflicht von min iivdn. Tagtäglich lag er derselben oh. Selbstverständlich ließ er auch seine Kinder in der heiligen Thora unterrichten und sie in der Beschäftigung mit derselben stets fortfahren. Was ihm min. war ihm auch rmy. Nicht ein einziges Mal versäumte Tedesco nass r\bsn, das Gebet in Gemeinschaft mit der erforderlichen Anzahl. Dreimal des Tags verrichtete er sein Gebet, in der seit nahezu 40 Jahren von ihm unterhaltenen und hiezu gewidmeten Stätte und ergoß sein Herz in heißer Andacht vor dem himmlischen Allvater. Als Hauptzug aus dem Leben dieses Frommen, verdient noch dessen niDMni nnr1, Grobheit und Offenheit, besonderer Erwähnung. Sein aufrichtiges offenes Wesen gewannen ihm, wenn auch nicht immer die Sympathien un^ den Beifall Mancher, wenigstens die Anerkennung und die Achtung vieler Glaubensobschon nicht Gesinnungsgenossen. Jedwede Verstellungskunst vom innersten Grunde seiner Seele haffend, erfuhren die unter dem Deckmantel der Gottesfurcht sich breitmachende Heuchelei und Scheinheiligkeit oft bitteren Tadel und energische Geißelung seinerseits. Wie einst Eliah betrat er, wenn es Noth that, unerschrocken den Kampfplatz für Ausrechterhaltung des reinen, unverfälschten Glaubens. Mit Feuereifer vertheidigte er die Interessen unserer heiligen Religion, kräftig währte er so manchen Angriff auf dieselbe und schützte sie vor verschiedenen, ihr drohenden Gefahren. Vom Anfang bis zum Ende blieb sich Tedesco getreu. Sein so thatenreiches, opfervolles Dasein beschloß derselbe in voller Geistes- und Körperkraft am heiligen Sabbat. Unter demAusrufe M iivn M ^niem yov in« hauchte er seine reine und erhabene Seele aus, einzugehen in die ewige Reihe und zu empfangen die süßeste aller Belohnungen: D'M.i iwq iix). M. W. Oesterreichisch-Ungarische Monarchie. ^Vien, 21. März. In der hiesigen, jetzt in der -schwebe sich befinvenden Cultus-Reform-Angelegenheit spielen die hier wohnhaften poln. Orthodoxen eine eigentümliche Rolle. Diese als Mitglieder der iSr. CultuS-Gemeinde im Gegensätze zu den ungarischen Orthodoxen der Schiffsynagoge, an deren Besprechung und Contra-Beschlüssen auch sie Theil nahmen, ließen dem Wiener Cultus-Norstande eilte Zustimmungs-Adresse zukommen des Inhaltes, daß sie sich nicht veranlaßt sehen, gegen die anzustrebenden Reformen zu protestiren; wenn ihnen nur die Möglichkeit erhalten bleibt, in ihrem gesonderten Bethause nach ihrer bisherigen Weise zu beten, so seien sie selbst ebenso gegen Andersgesinnte, die wiederum das Recht haben, nach ihrem Geschmacke in ihrem Tempel den Gottesdienst zu verrichten. (Es errinnert dieses Vorgehen sehr lebhaft an die Chasstdimpartei im ung. jüd. Congresse unsel. And.) Das Merkwürdige an der Sache ist, daß die Polen sich zuerst bald nach dem Tempelbau separirten und damals waren doch die Reformen nicht so bedeutend wie die, mit denen der jetzige Vorstand schwanger geht. Nun bleibt es mir ein logisches Näthsel, wie man eine Cultusform im eigenen Hause ganz perhorresciren und dennoch die weitgehendste Reformen bei Andern gutheißen und approbiren könne? Doch dürfte der Umstand einigermaßen den Widerspruch lösen, daß die meisten Besucher des polnischen Bethauses, sowie die der Chassidim-Klaus-Synagoge an dieser famosen Adresse unschuldig sind, indem der Vorstand des poln. Bethauses, ohne erst viel Federlesens zu machen und mit den Wählern über diesen wichtigen Gegenstand eine Berathung abzuhalten, ohne also dazu berechtigt oder nur