Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 14-15 (5.4.1871)
- Date
- 1871-04-05
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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273 Sr. Ehrwürden, H rrn Rabbiner Or. Hildesheimer Berlin. Ein großer Theil unserer Soldaten wird auch noch während des kommenden Peßachfestes in Frankreich und zwar in Gegenden sein, in welchen sich keine oder nur wenige Juden besinden. Zwei Dinge wären da nothwendig: Beschaffung von Mazzoth und Befreiung vom Dienste. Sie, geehrter Herr Rabbiner, befinden sich in Berlin in der Nähe der höchsten Militärbehörden und der General - Armee - Lieferanten. Vielleicht gelingt es Ihnen, durch erstere die Befreiung vom Dienste, durch letztere die Lieferung von Mazzoth zu bewerkstelligen. Dringend bitte ich Sie im Namen Tausender unserer Soldaten und deren Angehörigen, Ihre so oft bewährte energische Thätigkeit dieser so hochwichtigen Angelegenheit zu widmen. Die Kosten für die Beschaffnng der Mazzoth sind sicherlich durch eine nachträglich zu veranstaltende Collecte leicht aufzubringen. In bekannter Hochachtung und Verehrung Euer Ehrwürden ergebenster I)r. Lehmann. Mainz, 24. März 5631. Darauf erhielten wir heute die nachstehende Antwort: Sr. Ehrwürden ^errn vr. Lehmann, Rabbiner Mainz. Berlin, den 5. Niffan 5631. Ihr sehr geschätztes Schreiben habe ich gestern erhalten. Bei der großen Dringlichkeit der Sache habe ich sofort Sch itte gethan, bin aber n"jo heute durch eine Antwort des Kriegsministeriums auf meine schon in voriger Woche gemachte Eingabe erfreut worden , wodurch der erste Theil unserer Anstrengungen günstigst erledigt ist. Dieses Schreiben lege ich bei.*) In Folge dieses Zugeständniffes erwirkte ich nun beim „deutschen Centralcomitö" die Ermächtigung, ganz nach bestem Ermessen alle möglichen Auslagen zu machen, die mir, wie dies mit Allem für die jüd. Verwundeten hier während der ganzen Dauer des Krieges geschah, von dort wieder erstattet werden. Es handelt sich nun darum, wie die Sache überhaupt und wie sie in so außerordentlich kurzer Zeit vor nDD noch ausgeführt werden kann. Nach reiflicher Ueberlegung habe ich folgenden Weg eingeschlagen. Ich schrieb an die Vorstände in Colmar, Straßburg, Metz, RheimS, St. Denis (wegen Pariser Forts), forderte sie auf, durch Deputirte (allenfalls mit Hi». Zunahme der jüd. Feldprediger, deren Aufenthaltsort aber ich nicht kenne) a. das jüd. Contingent genau zu constatiren, b. genau festzustellen, wer beurlaubt werden kann und wer nicht, v. die Gemeinden, wohin die Ersteren beurlaubt werden, ä. ob die Letzteren die ruuv den Soldaten (alles gegen volle Entschädigung meinerseits) liefern können, oder ob diese hingeschickt werden müffen. Da bei der noch jetzt stattsin denden Spannung zwischen dem Elsaß und Deutschland es nicht opportun erschien, dieselben unmittelbar an deutsche Adreffen zu weisen; so zog ich folgenden Ausweg vor: Ich schrieb H. Levy in Straßl-urg, Paradeplatz, Schwager des Oberrabbinen Ettlin g er '"2 in Altona, und ersuchte ihn, den Lieferanten für diese Angelegenheit zu machen und schrieb ihm dabei, daß, wenn der Bedarf nicht von Straßburg gedeckt werden könne, was ich für unwahrscheinlich halte, er sich theilS an Raphael Wormser in Carlsruhe, theils an Sie wenden möchte, die Sie Sich eventuell unter einander darüber verständigen könnten. Es ist um so eher anzunehmen, daß dieses nt>yo^ p« -itt« bna -cn durch Ihre Mitwirkung erledigt werden kann, da man dieses ja suceessive ausführen kann, und man für diesen pru w gewiß keinen Anstand zu nehmen braucht n"n, ja selbst 0"' zu backen. Freundschastlichst > vr. HifdeSheimer. Wir sind natürlich bereit, alles in unseren Säften Stehende zu thun, um in dieser wichtigen Angelegenheit mitzuwirken. geitnugsnaehrrehte» und Korrespondenzen. Deutschland Grenznah. Auch zwei hiesige Glaubensgenossen werden mit dem für bewiesene Tapferkeit erhaltenen eisernen Kreuze aus Frankreich heimkehren. ES sind dies die einberufen gewesenen Unteroffizier Leopold Michel und Husar Carl Scheuer. Oesterreichisch-Ungarische Monarchie. *) Bereits mrtgetheilt. — iReb. Wien, 20. März. Nach längerer Unterbrechung seiner Predigten «ährend der Winterpause begann