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Der Israelit · 1871-03-29 · Heft 13 (29.3.1871) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 13 (29.3.1871)
Date
1871-03-29
Page
– (sequence 6)
Language
German
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SSb ff. abschließt. Man muß daher wünschen, daß die Bitte der wohlthätigcn Anstalt Erhörung finde und ihr im künftigen Jahre noch ausgiebigere Gaben zufließen mögen. Wie«. Eine erhebende Feier fand gestern Vormittag im Bethause der Mariahilfer Tempelgemeinde statt. Die ganze Gemeinde hatte sich in der festlich beleuchteten Synagoge eingesunden, um das 70. Geburtsfest ihres Vorstehers und Gründers, des in allen Kreisen deö Bezirkes allgemein geachteten Herrn I. M. Zanowitzer zu feiern. Nach den üblichen Sabbatgebeten hielt der Prediger vr. Löwy eine weihevolle Predigt, in welcher er der großen Verdienste des Jubilars um die Zudenschaft des Bezirkes erwähnte. Herr Zanowitzer, der bei dieser Feier nicht weniger als 60 Enkel und Urenkel um sich versammelt sah, hat für den Bau einer neuen Synagoge in Mariahilf die Summe von 500fL, sowie der Krankenkasse der Gemeinde 60 st. gespendet. # Wien Herr Jonas Freiherr von Königswarter in Wien hat d«m Teplitzer Badehospital sür in- und ausländische Israeliten einen Betrag von 500 st. in österreichischer Papier-Rente gespendet. Ofen. Der neue Ofener Rabbiner ist zum Religionsweiser der im dortigen Zrrenhause befindlichen Israeliten gewählt worden. Dieser hat die Aufgabe, bei erwähnten Unglücklichen den Gottesdienst zu leiten. Da derselbe jedoch Rosch-Haschona nnd Jomkippur in der eigenen Gemeinde unentbehrlich (?) ist, hat er beim Direktor der Anstalt einen Plan eingereicht, wonach der Rosch-Haschona- und Jomkipur- Gottesdienst daselbst erst an den folgenden Tagen abzuhalten wäre! Wir fragen : Ist dieser Rabbiner nicht irrsinniger, denn die Unglücklichen in der Irrenanstalt? — (Trad. Zud.) Frankreich. Paris. Wir habe» bereits von unserm ehrenwerthen Glaubensgenossen, Herrn B o m sel, gesprochen, welcher der Gegenstand vieler Belobungen, selbst von Selten des Herrn Veuillot gewesen, dafür, daß er in seinem Hause eine Ambulance, in welcher die christlichen Verwundeten alle Hilfe des Körpers und der Seele erhalten, errichtet. Wir vernehmen, daß Herr Bomsel seitdem den Besuch des Erzbischofs von Paris empfangen, welcher ihn in warmen Worten beglückwünscht für seine schönen Thaten und ihm herzlich die Hand gedrückt. Zn einer ziemlich langen Conversation mit dem würdigen Israeliten hat der ehrwürdige Kirchenfürst den Wunsch ausgesprocheu, daß wir alle einig sein mögen, die Franzosen und alle Culte; er hoffe, daß im Christenthume wie im Zudenthume das Beispiel unseres Glaubensgenossen immer zahlreiche Nachahmung finden werde. (Un. Zsr.) Rußland. Odessa. Dieser Tage starh dahier Herr A. Ko hau und hinterließ ein Vermögen von 4,000,000 Rubel. In seinem Testamente vermachte er der Stadt die Summe von 200,000 Rubel, um dafür ein Asyl für arme Durchreisende zu bauen. Zn demselben soll jeder arme Durchreisende die ersten sechs Tage seines Aufenthaltes Kost und Logis erhalten. (Hamagid.) Algier. Die Verhaftungen von Algier in Folge der Unruhen betrugen schon am 1. März Abends über 250; w einem Bericht vom 2. März waren schon über 500 genannt, lauter Araber. Verwundete waren, so viel aus den vorliegenden Berichten hervorgeht, ziemlich viele, in einer einzigen Ambulanz allein 20. Die Haupturheber waren die Barrani, d h. die nicht in Algier ansässige, bewegliche Araberbevölkerung, die sich in den arabischen Kaffeehäusern, FondukS rc. umhertreibt; der Ausbruch des Kampfes erfolgte bei einem Streite der jüdischen Tirailleurs mit Bar-ranis in der Rue d'Zli; der Muselmann fand die Bewaffnung der Juden schon an sich anstößig und wollte sich von ihnen nichts gefallen lassen. Nach den Unruhen hat die Behörde das Bataillon der jüdischen Tirailleurs aufgelöst, um den Rechtgläubigen keine weitere Gelegenheit zum Fanatismus zu geben. Allerdings ist diese Maßregel kein Beweis von Stärke, aber man hilft sich, wie man kann, bis man wieder hinreichende Truppen zur Verfügung hat. F e n i I t t t o tt. Zur rechten Zeit. ui. Der neue Kozin. Zitternd und zagend stand am andern Morgen um zehn Uhr Herz Weißenfels am Eingänge ves „deutschen Hauses," wo der neue Kurfürst residirte; er hatte sich einen Anzug geborgt, der ihm nicht recht paßte, denn er konnte doch unmöglich in seinen eigenen abgeschabten und abgetragenen Kleidern vor dem Kurfürsten erscheinen. Schon am Portale empfing ihn ein Kammerdiener; es war derselbe, welcher bereits dem Domherrn von Breidenbach gedient hatte.

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