Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 11 (15.3.1871)
- Date
- 1871-03-15
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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225 ständige Idioten sein dürfen, sondernsolche, welche durch den Synägogenbesuch und die dort zuweilen auch halachischen Inhalts gehaltenen Vorträge wenigstens einigermaßen mit den Specialien der Ritualgesetze bekannt wurden. Es würde dadurch noch mehr die Verwandtschaft mit den nwan Sabim III, 2, wo schon unsere Stelle citirt, etnleuchten; insofern auch dort von einer Mittelclafse (nur nicht wie hier auf dem Gebiete der Intelligenz, sondern der Reinheit) die Rede/ nämlich zwischen den um mntt sich gar nickt Bekümmernden, und denen, welche den höheren Reinheitsgrad der nenn einhalten (vergl. i Chügiga II. 7) in der Mitte stehen. 2) Weder stnd riv^ '» und 'nönarfn (Joma VII. 1) identisch, noch dwb' und npis waa (vergl. '■ über alle diese Ausdrücke Wiener Realwörterbuch s. v. | Synagogen,- der auch alle dahingehörenden Citate zuj sammengetragen). Nur diese» doppelte Verwechselung - hat Gr. zu der ganz willkürlichen Transpofition der l Reihenfolge der Pes. 49 b. oben aufgezählten Ehrend ämter geführt, wozu nicht die geringstell Veranlassung. Wir kommen zum Schluffe. Wir haben die! Nichtigkeit der Gräz'schen Hypothese nachgewiesenenthalten uns der principiellen Betrachtung über der-' gleichen Unternehmen, so nahe auch diese - läge und - von so großer Tragweite auch' solche Hypothesen! sind. | Was nun diese „inhumane Stelle" betrifft, l so geht es mit ihr, wie mit allen anderen - und den Galuth - Piutim. Es hat darüber schon l Zurrz (Synagogale Poesie 'Seite 58) das richtige l Wort gesprochen, wenn erdort sagt: „Die harten I Worte in diesen jüdischen Psalmen, die noch keinem? Christen das Leben gekostetwährend sie selber ein J aus der Erde dringender Schrei des Blutes von | Hunderttausenden sind, konnten nur durch die Liebe, I nie durch höhnende Verachtung, nur durch Gerechtigl keit, nie durch Bedrückungen in versöhnende verwanf beit werden." — Mit der Desavouirung des Talmüd § rettet man daß Judenthum sowenig, wie den Staat; durch Fahnenstucht. Zur Würdigung dieser speciellen f Stelle ergänzen wir die oben schon erwähnte Stelle f aus Baba Kamma 117 pomo;\v -loaoa bsw p’3 | pomn p« naa tu jva bv pöü vby 1 \'by. Es ist hierdurch di ' Situation und dadurch auch | die Tragweite dieser ,,Repreffalien" genau begrenzt. | Von jetzigen ganz anderen Verhältnissen und Situaf tionen aus kann man leicht Steine gegen diejenigen f werfen, die nur wahrhaft historisch gewürdigt werden! können. Man muß nur die Leidensgeschichte kennen, | muß mit den Tausenden und aber Tausenden, die | ein Spielball der niederträchtigen Renegaten und Dej loteten gewesen, fühlen, um den Rath zu beurtheilen, j dies? Elenden, diese Plagö, der Menschheit unschädlich J zu machen. Diese, nur 'Diese und die betrügerischen s gerade durch ihre kleinen Betrügereien um so mehr gemein schädlichen Creaturen hatten unsere Weisen im Auge (und in Bezug aus Letzteres würde es sich' ziemen, das selbst in diesem extremen, nicht minder! bewunderungSivürdigktt RechtSgefehl unserer Weisen herauszuwenden); nur dies sind die Subjekte und Objecte, mit denen wir es zu thun haben, Normen, die wie Alles codosicirt, weil eben „Alles möglich ist;." Nicht im Entferntesten aber hat alles Dies eine Be-' ziehung zu unseren edlen Brüdern der Culturstaater, die mit uns im Ausbaue der Seelenthätigkeit wetteifern. Es ist über jeden Ausdruck schrecklich, Dinge, die schon tausend und abertausendmal gegen Eisenmenger und Consorten gesagt, gegen unsere eigenen Brüder wiederholen zu nÄssen; es mögen aber doch unter den so vielen zwei Stellen solcher Refutationen unserer Auseinandersetzung schließen. Moses Rabkasch in Beer Hagola zu Choschen Mischpot 425, 5 bemerkt zur dortigen, der hier in Rede stehenden ähnlicheu Steller „Unsere Weisen dachten nur an die Götzendiener, die weder an den Auszug aus Egypten, noch überhaupt an die göttliche Schöpfung in der Zeit glaubten^ nicht: aber an unsere Mitlebenden, welche nicht nur hieran glauben, sondern auch an die Hauptgrundsätze der Religion und Gott zu ihrem letzten Zwecke setzen u. s. w>. Lazar Fleckeleö in s. Vorrede zu Teschuwah Meahawah für Orach Chajim schließt, nachdem er, wie alle jüdischen Autoren dieses Postulat wiederholt, folgendermaßen: „Wenn nun auch jetzt Gottlob; wie es scheint, dieses Gvtzenthum ganz aufgehört, so werden die Sentenzen für etwaige schmähliche Uebmreste dieser Art bewahrt. Halten wir uns dahetreu an die gewissenhaften- Auslegungen unserer Weisen; wir. werden dabei nicht nur in speciell jüdischer Religiösttät;« sondern auch im Humanismus nicht den kürzeren ziehen.^ h o -«-JT «Literarischer Bericht. Dr. S. Maybaum, die Anthropomorphien und Anthropopathien bei Onketos und den spätern Targumim mit besonderer Berücksichtigung der Ausdrücke Memra, I'k^ra und Schechrntha. Breslau 1870 66 S. Es ist schon frühe b-merkt worden, daß Onketos in seiner Pentateuchübersetzung Ausdrücke der heiligen Schrift, die sich auf Gott beziehen, umschreibend wiedergibt. Man hat dabei auck wohl tm Allgemeinen eingesehen, daß er durch selche Abweichungen vom Text Mißverständnissen über die Natur deö göttlichen Wesens vorbeug.u, wollte. Im, Einzelnen aber die Principien darzulegen, durch die 'OnkeloS bei den Um-