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Der Israelit · 1871-03-15 · Heft 11 (15.3.1871) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 11 (15.3.1871)
Date
1871-03-15
Page
– (sequence 20)
Language
German
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226 sckreibungen dieser Art geleitet wurde, hat sich zuerst die vorliegende Schrift zur Aufgabe gesetzt. Zudem der Dlrfosser mit großem Fleiße ave einschlögigen Eleven sammelte, ist eS ihm gelungen, die strenge Regel nackzuweifen, die durch die alte Utbersttzung hindurchgebt. Irrige Anna! men, die biSl er ausgesprochen waren, mußten vor der umfassenden Untersuchung fallen. Einmal ist der Nachweis geführt, daß OnkelrS nicht vermeidet, sinnl che Begriffe auf Gott zu beziehen, wenn ihnen nur neben ihrer Grundbedeutung noch eine übertragene zukommt. Es ist ja in allen Sprachen der Fall, daß die abstraktesten Vorstellungen durch Ausdrücke bezeichnet werden, die ihrer Ableitung nach eine sinnliche Bedeutung boben; eS ger ügt, daß Niemand, der von „Vorsehung" sprechen hört, sich ein Auge denkt, das die Thätigkeit des körperlichen Sehens ausübt. Ebenso hat Onkelos keinen Ausland genommen, von Gott auszusagen, waS von den Zeitgenossen im rickticen Sinne verstanden wurde, wenn es auch ursprünglich eine sinnliche Bedeutung hatte. Außerdem interessiren besonders die Ausführungen deS Verfassers über die Zusätze, die OnkUcs zuweilen dem göttlichen Namen beifügt; es ergibt sich aus der Sicklung des gesammten Materials als unumstößliches Resultat, daß die Ausdrücke Memra, I'kara und Schlchntba durchaus nicht Bezeichnungen für Personen fein sollen, durch deren Vermittelung Gott seine Wirksamkeit übte. Die Resultate, ru denen der Verfasser gelangt, werden sich gewiß allgemeinen Beifalls erfreuen. Danack hat Onkelos umschrieben, wo die wörtliä e Uebersetzung dem monotheistischen Bewußtsein Anstoß geben und die Vorstellungen von der Größe und All-, acht Gottes beeinträchtigen konnte. So werden, da es in Gott keinen Unterschied der Zeit gibt, niemals Ausdrücke gebraucht, wonach das göttliche Wissen als durch die Zeit begrenzt erscheinen könnte. Erinnern und Nachträgliches Erfahr, n w rd von Gott nicht ausgesagt. Die übersinnliche Natur Gottes verbietet es, an Eindrücke auf Ihn durch Riechen und Schmecken zu denken; diese Begriffe werden daher immer umschrieben. Ganz besondere Sorge aber hat der Uebersetzer darauf v-rwandt, die Erhabenheit Gottes über alles Irdische bestimmt hervortreten zu lassen. Nicht nur. daß er niemals einen Ltutus oovstruetus, der Gott zu irgend einem Dinge in Beziehung setzt, wörtlich wiedcrglbt, er läßt ebenso für Fragen, die entweder von Gott anSgehend oder auch das göttliche Wesen bezüglich erscheinen, die affertorische Redeform eintreten; ja er hat an einigen Stellen aus eben dieser Rücksicht auf die unendliche Größe Gottes, wenn wir auf den Wortlaut sehen, eigentlich das Gegentheil des Textes übersetzt. Ferner wird auS dem nämlichen Grunde vermieden, in demselben Zusammenhang daS Gleiche von Gott und von einem Menschen auszusagen oder in derselben Angelegenheit göttliche und menschliche Thätigkeit direkt einander gegeuüberzustellen. Zur Umschreibung dient dann meistens ein Lokales cnp p, daS andeutet, wie das göttliche Wesen selbst ein IranScendrntes überweltliches ist; auch das eingeschobene fcnB'D steht zuweilen, wo Gott zu menschlichen Dingen in Beziehung gesetzt wird. Noch ist erwähnenswertb, wie Onkelos durch die Ausdrücke, die er für die Götzen gebraucht, die Nichtigkeit derselben hervorhebt gegenüber dem wahren Gotte. Der Derfaffer hat alle die verschiedenen Regeln aufgestellt, sie genauer präcisirt und durch die bezüglichen Beispiele veranschaulicht. Wir machen noch aus ein Versehen aufmerksam, das wir unter den Druckfehlern nicht berichtigt fanden. Auf S. 20 nämlich war daS tn&oa 'n najn panp des Targum hebräisch wiederzuaeben mit 'n nicnbc-^EDa, deutsch: im Buche der Kriege Gottes, oder deutlicher: der göttlichen Kriege. In einem Anhang untersucht der Verfasser, bis zu welchem Grade die Regeln, die er für die Uebersetzungsn eise des Onkelos' gefunden hat, auch von übrigen Targumim zum Pentateuch und von denen zu den Hagiographen beobachtet sind. E. L. Verantwortliche Redaktion: vr. Lehmann. — Verlag der Le Roux'schen Hofbuchhandlung. I. Gottsleben's Buchdrucker« in Mainz.

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