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Der Israelit · 1871-03-15 · Heft 11 (15.3.1871) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 11 (15.3.1871)
Date
1871-03-15
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Egoismus des konfessionslosen Jünglings — er I zählt erst 23 Jahre — in abschreckendster Weise zu Tage. „ES war mir eben interessant, als ich die Kathi stürzen sah," war eine seiner ruchlosen Aeußerungen. Er wurde zum Tode durch den Strang verurtheilt. Preßburg Der Haupttreffer der St. Genoislose im Betrage von 42,000 fl. wurde bei der ehevorgestern stattgefundenen Ziehung dem jüdischen Vereine „Poel-Zedek" in Preßburg zu Theil. DaS betreffende LooS war ein Geschenk deS Herrn Adolph Singer, Chef der Firma Samuel Singers Erben in Wien (Leopoldstadt, Fischergasse) an den Verein. Die Mitglieder deS Vereines sind, wie man erfährt, Willens, das Geld unter sich zu vertheilen, wogegen Herr Adolph Singer, der das Loos dem Vereine geschenkt, protestirt, indem er anführt', daß seine Schenkung den wohlthätigen Zwecken des Vereins gewidmet war. Der Fall wird zum behördlichen Einschreiten Anlaß geben. Frankreich. Bordeaux, Ende Januar. Die französische Regierung hat den erledigten Bischofssitz von Agen mit einem Kanonikus aus Tours wieder besetzt. Daß die erste Unterschrift unter dem Ernennungsdecret des neuen Bischofs die des Herrn Crämieux ist, hat kulturhistorisches Interesse. Bordeaux, 2. März. Crenrieux richtete ein Schreiben an Grevy, in welchem er den Vorschlag macht, Frankreich möge die 5 Milliarden durch eine Subscription ausbringen, um sich von der deutschen Occupation zu befreien. Jeder möge nach Stand seines Vermögens dem Vaterlande einen Vorschuß leisten, welcher in einer längeren Reihe von Jahren zurückzuerstatten wäre. Crömieux erklärt seinerseits die Summe von 100,000 Frcs. beizusteuern. Dänemark Copenhagen, 22. Febr. Am jüngst verflossenen Sonntag beging man hier ein eben so schönes als erhabenes Fest, indem die Krankenpflege- Gesellschaft (cyn'-p mxsn) das 50jährige Jubiläum ihrer Wirksamkeit feierte. Am 19. Febr. 1821 traten nämlich 3y Mitgleder unserer Gemeinde zusammen mit dem Zweck bei leidenden Kranken zu wachen, und solche falls nöthig auch mit Deld zu unterstützen, oweit es die beschränkten Mittel erlaubten. Im Laufe der Zeit entwickelte sich aber die Gesellschaft derart, daß der ursprüngliche Zweck (die Wach-chevre) nach und nach der eigentlichen Krankenpflege den Platz räumen mußte, und sah man sich bei Zunahme der Mitgliederzahl und der Mittel im Stande, leidende Kranke mit Geld, Erfrischungen , Kranken - Requisiten und Utensilien, Bekleidungsgegenstände unentgeltlich zu versehen und Wärter für arme Kranke zu miethen. Der Verein gewann stets größere Zustimmung; eS wurde auch eine weibliche Abtheilnng errichtet, deren Direclricen die weiblichen Kranken besuchen; so hat nun die Gesellschaft hiedurch die für unsere Gemeinde bedeutende Zahl von gegen 750 Mitglieder erreicht (Männer 500, die weibliche Abtheilung 250.) Der Verein besitzt schon jetzt einen eisernen Fond von 20,000 Rthlr. Pr. Crt. indem fast keiner unserer vermögenden Glaubensbrüder es unterlassen beim Leben oder in testamentarischen Dispositionen diese Krone unserer wohlthätigen Vereine mit Gaben zu bedenken. Obwohl der jährliche Beitrag nur 1% Thlr. preuß. für Männer, und für die weibliche Abtheilung % Thlr. preuß. beträgt, sieht sich die Gesellschaft dennoch in den Stand gesetzt, 1600 Thlr. fast jährlich an kranke Glaubensgenossen sowohl in Geldspenden als in den übrigen Branchen der Krankenpflege zu vertheilen. Eine besonders schöne Seite der Wohlthätigkeit des Vereins bildet der Anonymenfond, von welchem ehrenwerthe, arme Familie d. h. solche von denen man weiß, daß Sie lieber Noth erleiden als Unterstützung beanspruchen, — bei Krankheitsfällen, mit reichlicheren, ja ganz ansehnlichen Spenden bedacht werden, ohne daß ihre Namen weder im Rechenschaftsbericht oder in sonstiger Weise außerhalb der aus drei Mitgliedern bestehenden Direct'on der Gesellschaft bekannt werden, und diesem wahren idfi npis die in voller Bedeutung das Ziel der Gesellschaft erreicht bi per P'I v w (n^in bi prr), ist laut Bestimmung einer Generalversammlung für die Folge ein Drittel der jährlichen Einnahme gewidmet. — Dem hervorragenden Standpunkt, den unsere Gesellschaft hier einnimmt, verdankt sie außer dem ursprünglichen Stifter Herr W. L. Nathan ^>"t namentlich dem 30 Jahre lang unermüdlichen und wirksamen Director und Vorsitzenden Herrn M. M. Rüben b“tf dem es leider nicht vergönnt war, das von ihm mit so inniger Freude ersehnte Jubiläumssest zu erleben, indem er plötzlich im vorigen Sommer dahingerafft wurde. Das Andenken dieser beiden Ehrenmänner wird aber der Gesellschaft stets unvergeßlich und zum wahren Segen sein. Die eigentliche Feierlichkeit fand Sonntag Vormittag im großen Festsaale der neu erbauten Freimaurerloge statt, der wohlwollend dazu überlassen wurde. Nachdem eine eigens dazu verfaßte und componirte Cantate (von 50 Sängern, mit vollem Orchester begleitet), abgesungen, hielt unser Herr Dr. A. A. Wolfs die Festrede und mit dem Worte der Sidra beginnend ndnv run, die.Bedeutung der echt jüdischen

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