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Der Israelit · 1871-03-15 · Heft 11 (15.3.1871) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 11 (15.3.1871)
Date
1871-03-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
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211 D o naufürstenthümer. Bukarest, 9. März. Der nordamerikanische Consul überreichte dem Fürsten von Rumänien in einer fkierlichen Audienz ein Schreiben des Präsidenten Grant, worin derselb erklärt: er werde im Namen der Republik die Interessen der Israeliten energisch vertreten. Frankreich. Dlarseille Ein rührender Beweis väterlicher Liebe wird im „Jew. Ree." erzählt: Ein jüdischer Kaufmann von Marseille, dessen ältester Sohn Gefangener in Deutschland ist, mußte auch seinen zweiten 20jährigen Sohn in den Militärdienst eintreten lassen. Der Vater, ein Wittwer und mehr als 50 Jahre alt, hat nur diese zwei Kinder, und war besonders dem Jüngern zugethan, und als ihn der jüngste Sohn verließ, gab er sein in größter Blüthe stehendes Geschäft auf und bat bei der Militärbehörde um die Erlaubniß, in das Regiment, wo sein Sohn steht, als Freiwilliger eintreten zu dürfen. Seine Bitte wurde gewährt und so sind Vater und Sohn wieder vereint. Tille dfeu (9 Stunden von 1e Mans), 27. Februar. (I. Bericht des Feldgeistlichen der Großh. Hess. Division, Herrn Echrmann.) Meine eigentliche Thätigkeit konnte, da sie eine freiwillige ist, schon bevor ich in Orleans, dem Orte meiner Bestimmung, angelangt war, beginnen. Ich besuchte daher in Ranzig, woselbst cher. Truppentransportzu .welchem ich gehörte, drei Tage verweilte, einige Lazarethe und sand auch daselbst „leidende Glaubensgenossen. Die Freude derselben, endlich einmal einen jüdischen Feldgeistlichen zu sehen, ließ sie nach ihrer Versicherung , für den Augenblick wenigstens, das Traur-ge ihrer Lage vergesien. Ich selbst konnte denselben Nichts als ewige Lektüre bieten, da die meistens durch katholi che Geistliche gewährte höchst sorgsame Pflege ihren Pflegbefohlenest Nichts äkS einige Zerstreuung zu wünschen übrig läßt. Ich hatte in Nanzig erst vier Lazarethe besucht, als ich die Weiterreise antreten mußte, die mich dann äm 14. Schebat mein Reiseziel erreichen ließ. In Orleans verfügte das hohe Eom^ mando der Großh. Hess. Division sofort, da» den kommenden Freitag Abends 5 Uhr und Sonnabends früh 8 Uhr in der Synagoge rue deo bong enkans iörael. Militär-Gottesdienst abgehalten weede. Ein Tagesbefehl forderte die sämmtlichen in Orleans und den Vorstädten liegenden iSrael. Mannschaften der25. Division auf, sich beim Gottesdienste zu betheiligen, und dispenstrte dieselben für den ganzen Tag von jeglichem Dienst. Außerdem ließ das hohe Commando der Großh. Hess. 25. Dtv'ston das folgende Berzeichmß der sämmtlichen zu seinem Reffort gebörigen tsr. Mannschaften anfertigen, um danach den Gottesdienst zu organistren und für die ganze Division möglichst gleichmäßig zu vertheilen. Verzeichniß der JSraeliten der Großh. Heff. (25.) Division. Truppentheil. Anzahl derf. DivisionSstab incl. Branchen . . . ' 9 1. Infanterie-Regiment . . . . 33 2. Infanterie-Regiment . . . .26 3. Infanterie Regiment . . . .15 4. Infanterie Regiment . . . . 23 1. Jäger-Bataillon . . . .6 2. Jäger-Bataillon . . . . .13 1. Reiter-Regiment . ... .5 2. Reiter-Regiment . ... . 4 Abtheilung der Feldbatterie . . . . 6 Abtheilung der MunitionScolonnen . . 9 Pionier-Compagnie . . . . . — Train Abtheilung . . . 6 Summa 154 „St. Q. Chateau Montcontour bei Youdray, den 25. Februar 1871. Brm. Dem Großherzoglichen Feld-Rabbiner Hrn. Ehrmann vorstehendes Verzeichniß zur Kenntniß. A. C. Scherf, Major im Generalstabe. Ich werde in einem späteren Berichte auf diese- Verzeichniß zurückkommen, da von mir privatim über einige Truppentheile eingezogene Erkundigungen eine beträchtlich höhere Summe ergäbest, alö die amtliche Lifte aufstellt. ES muß hier irgendwo vielleicht meinerseits — ein Jrrthum vorwalten, der sich aber gewiß leicht berichtigen läßt. Ich kehre wieder zu unserem Gottesdienste zurück. Als Vorbet r fungirte hei demselben ein preußischer Capitain d’armes, Herr G. Israel aus Rendsburg, in einer Weise, die im höchsten Grade geeignet war, die Feier unseres Gottesdienstes zu erhöhen; sowie auch unser,'fcSip, Herr Reinheimer aus dem 1 Gr. Hess. Inf.-Reg. ganz zur Zufriedenheit extemporirte. Die meisten der zur min aufgerufenest Soldaten benützten die Gelegenheit, um dem Allvater für die wunderbare Rettung aus den zahllosen Gefahren, in denen ihr Leben geschwebt, öffentlich'zu danken; und sprachen dOv.i ro-o. Der Vorlesung der Thora rechte ich in hebräischer Sprache ein sinniges Gebet an für den greisen Schirmherr» des deutschen Reiches, für unfern Landesvaker, S. k. Hoheit de« GroWerzog von Hessen, und für S. Gr. Hoheit den Prinzen Ludwig von Hessen. Hierauf folgte eine Ansprache an die

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