Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 10 (8.3.1871)
- Date
- 1871-03-08
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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ISS Hirigirte Chor tmgen die Festgesänge in bekannter Meisterschaft vor- Die Feier dauerte 1% Stunden. (Mainzer Anzeiger.) Schwabach (Bayern). Unter den amtlichen Bekanntmachungen im Hiesigen Localblatte lasen wir vor Kurzem, daß am 9. d. ein gewisser Hirsch Aron Wassermann, Zehngebotschreiber von Roth, wogen falscher Anzeigen zur öffentlichen ^Verhandlung käme. Neugierig, welches Bewandtniß eine falsche Anzeige mit einem Zebngebotschreiber habe, — heißt eS ja bekanntlich «B"i *6 toso '8; doch trifft darum der Nachsatz rnBO«'? nb»»i »« desto besser zu; — begaben wir uns zur anberaumten Stunde zu der ausgeschriebenen Gerichtssitzung. Zu unserem großen Staunen wird nun gegen Genannten eine Anklage erhoben, bei der es sich wohl um das Schreiben eines Schriftstücks handelte, aber um Nichts weniger, als um ein D'üw ro«VD seines heiligen Berufes, es handelte sich vielmehr um die anonyme falsche Denunciation zweier Rother Glaubensgenossen, daß sie durch Bestechung aller betreffenden Militär- und Civilbebörden ihre Befreiung vom Militärdienste erlangt hätten. In Folge dieser Anzeige wurde zwar eine gerichtliche Untersuchung angestellt, die jedoch die völlige Grundlosigkeit aller gemachten Angaben ergab. Der Bürgermeister des Ortes, dem die zwei Denunctrten ihren Verdacht auf den wirklichen Thäter, ihren langjährigen Feind, mitgetheilt hatten, ließ es sich nun angelegen sein, denselben zu entdecken. Es fand sich auch bald eine Gelegenheit, den schlauen Anonymus in die Falle zu locken. Derselbe hatte aus Anlaß der glänzenden dmtschen Siege vor Sedan ein Gedicht verfaßt, daö mit den Worten begann: „Mac Mahon. Mac Mahon, Napoleon, Napoleon, Der deutsche Michel holt sie schon! rc." Der genannte Bürgermeister ließ nun den Gedachten vor sich rufen und bat ihn, ihm den ganzen Inhalt des Gedichtes niederzuschreiben, dessen Anfang ihn so sehr ergötze. Der also Geschmeichelte erbot sich auch sofort, dasselbe, da er es auswendig wisse, zu Papier zu bringen, und weigerte sich auch nicht, dem Verlangen, seinen Namen darunter zu setzen, zu entsprechen. Auf diese Weise wurde nun constatirt, daß daö vorerwähnte falfchdenunciatorische Schriftstück, welches ganz dieselben Schriftzüge aufwies, von keinem Andern als von unserem patriotischen "BD herrührte. Bei der Verhandlung selbst wird von dem Richter an den Angeklagten die Frage gestellt: ,,ob er Zeugen vorzubringen hätte." Angekl.: Io, Zeugen wenn ich hätt', 10 Gulden A-b ich b'rum. Richter: Sie behaupteten doch mittclos zu sein? Angekl.: Nu, ich hätt' mer se halt zUsammengebettelt. Richter: Was veranlaßte Sie zur Einsendung einer so bodenlosen, böswilligen Verleumdung? Angekl.: Sehen se, Herr Richter, wenn a a n was Dummes zukummt, so is m i r'ö. Zwa Soldaten, zwa Teufel, häb'n mich genumme, wie ich in Nürnberg wor, und hem mich 'ncingeführt in ä WirthShauS, nn heb'n gesagt, ich muß das schreiben. Mchter: Warum haben Sie nicht um Hilfe gerufen? Angekl: Io, se hem gesagt, wenn ich schreie tuh', zieg'n sie von Leder. Kenn ich doch uit schreie! Diese Vertheidigung half ihm jedoch natürlich nichts, ebenso wenig fand auch der Einwand Beachtung , daß er nicht immer recht bei Verstand sei. Schließlich wurde der wackere (?) Sopher zu zweitägiger Arresistrafe wegen falscher Anzeige verurtheilt. Diese Strafe ist wohl nach unserem Staatsgesetz hinreichend, dies boshafte Vergehen zu büßen; wie steht eö aber nach unserm heil. R^ligionsgesetze mit der weiteren Berufsthätigkeit eines solchen NBD, der ein nachgewiesener idid ist, und nach 'nb-i -,"» y"ur n"w zum Schreiben von nnnc: p*?’Bn mm ibd unbedingt ^os ist. Erwähnter war zwar schon früher seiner religiösen Führung wegen nicht sehr zu empfehlen, und konnte er, als Roth noch zum Schwabacher Rabbinate gehörte, von dem berühmten a'mn n^n V'sn cma« m'^no und später von Herrn Rabbiner vr. Feuchtwanger y'u sich keiner Bestätigung als -ibid erfreuen. Man erzählt sich auch, daß derselbe schon früher py&n verkauft haben soll, die beim Oeffnen nur unbeschriebenes Pergament enthalten haben!! Derselbe hat auch vor Kurzem eine vermuthlick billig gekaufte alte mm "ibd an »ja:« y-i j/n»n oro*oa5 Dnuj abgegeben, was nur durch löbliches Eingreifen des zuständigen Rabbinats Ansbach aus Anzeige dortiger Gemeindemitglieder noch rechtzeitig wieder abgewendet wurde. Trotzdem scheint das Letztere aber ihm nickt die Fortsetzung seines autorifttionslofen, so hochwichtigen, heiligen Handwerks untersagt zn haben, denn anders könnten' wir unS nicht erklären, wie man in Bamberg noch vor einiger Zeit demselben auf Wochen hinaus ungehindert seine Arbeit, die doch eine heilige sein sollte, vornehmen ließ, was auch noch anderwärts und auch von vielen G'*o' noch jüngst gesehen worden ist. Möge doch diese traurige Erfahrung dazu beitragen, daß man sich in den höchsten und heiligsten Religionspflichten nicht Vertrauensvoll Jedermann hingebe, den man nicht als wahrhaften D»atP &o» kennen gelernt hat. Österreichisch-Ungarische Monarchie. Wien. Der Vorstand der öffentlichen israelitischen Volks- und Verems-Hauptschule Talmud Thora