Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1871-02-22 · Heft 8 (22.2.1871) · page 18

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 8 (22.2.1871)
Date
1871-02-22
Page
– (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2447499-2447508--09130-2464810
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

160 t>eiieH>en Haß oder Verachtung gegen die Andern gelehrt oder auch nur genährt wird." (S. 8.) Nachdem Wir nun das Wesen der confessionellen Schule an den Parteien, die gegen dieselbe kämpfen, beleuchtet haben, bleibt uns jetzt die Erörterung übrig, wie sich das orthodoxe Judenthum insbesondere zu dieser Frage zu stellen habe. (Schluß folgt.) Literartjches. F. Kreyssig. Ein Wort zur Realscbul'rage. Luckbudt'sche Verlagsbuchhandlung. Kassel u. Leipzig 187 l. 80. 25 S. *** Im Jahre 1867 stellte der Magistrat in Posen, dem sich einige Realschul-Patronate anschlossen, an das Dtinisterium des Unterrichts das Verlangen, die Maturitätszeugnisse der Realschule 1. O. auch für die Zulassung zu den Universitätsstudien als genügend anzusehen. Da der Unterrichtsminister abschlägig beschied, wurden die bezüglichen Petitionen 1868 und wiederum 1869 an das Abgeordnetenhaus gerichtet. In der Unterrichtscommission erklärte der Regierungscommissarius sich entschieden gegen die Petenten, und dieselbe stellte den Antrag, die Gutachten der Universitäten über die angeregte Frage einzuholen. Gegen die Zulassung sprachen sich aus sämmtliche Facultäten der Universitäten Berlin, Bonn und Breslau, (die philosophische Facultät letzterer Universität mit einer Stimme Mehrheit); für die Zu lassung, zum Theil unbedingt, zum Theil unter Vorbehalten. drei juristische Facultäten (Königsberg, Halle, Göttingen), vier medicinische (Königsberg, Greifswalde, Kiel, Göttingen) und fünf philosophische (Königsberg, Greifswalde, Halle, Göttingen, Marburg). Günstige Minoritätsvota sandten ein die philosophische Facultät in Kiel und die medicinische in Marburg. Das Gutachten der Berliner Universität hat bereits in den Leipziger Blättern für Pädagogik (IV. B. II. Heft S. 88 ff.) eine treffliche und schneidende Krittk erfahren, _ wie sie dem kategorischen, aber nichts beweisenden Aktenstücke gebührt. Herr Kreyssig, Direktor der Realschule 1. O. in Cassel, hat sich in seinem vorjährigen Programm über i die Realschulfrage ausgesprochen und durch Sonderav- > druck, der in obengenannter Broschüre uns vorliegt, ' sein Votum einem größeren Publikum Zugänglich gemacht, i Dieses schöngeschriebene Büchlein ist Jedem, der sich für i das Schulwesen interesfirt zur Lectüre zu empfehlen, die praktischen Bemerkungen des erfahrenen Schulmannes stechen wohlthätig gegen die doctrinären Behauptungen der. Lehrer'der Hochschulen ab. Der Verf. bemerkt sehr richtig, daß man nicht begreifen könne, wie man den Realschulabiturienten Vorhalten könne, daß ihr wissenschaftlicher Standpunkt sie nicht für selbstständige Studien befähige, da der Realschüler doch ebensoviele Jahre in der Schule gesessen habe, wie der Gymnasiast, und bei der Aufnahme in die unterste Klasse dieselben Anforderungen wie im Gymnasium gestellt werden? Zudem würde aber die Staatsprüfung, von welcher doch diejenigen, die auf der Realschule ihre Vorbildung genossen haben, nicht dispensirt werden sollen, wohl beweisen, ob die Universitätsstudien mit Erfolg getrieben worden seien oder nicht. Die Schüler könnten viel besser nach Neigung und Anlage unterrichtet werden, „wenn," wie die philosophische Facultät in Königsberg in ihrem Gutachten sagt, „der Staat zweierlei Anstalten für den höheren Unterricht hat, in deren einer mehr Nachdruck auf die alten Sprachen, m der anderen immerhin etwas mehr Nachdruck auf die exacten Wissenschaften und statt der alten Sprachen auf die neueren gelegt wird." Wir glauben mit Bestimmtheit, daß das, was der Verf. und mit ihm alle wahren Freunde der Volksbildung anftreben, in nicht mehr langer Zeit eine Wahrheit werden wird. Wie der Zunftzopf der Gewerbe gefallen ist, so muß auch der Zunftzopf der Gelehrten fallen. Ans D i pst e r w e g'S Tagebucbe von 18! 8 bis 1822. Hen-nrSg. von E. Larigeirberg. Frankfurt a M. 1670. Hermai,nsche Buchhandlung. 80. 136 §. Diese kleine Schrift, die uns einen Auszug aus den Notizen und Auszeichnungen des verstorbenen Alttncifters der deutschen Pädagogik während seiner Amtsthätigkeit zu Frankfurt, Elberfeld und Mörs gibt und uns gleichem einen Einblick in das Studirziinmer jenes großen Mannes und Menschenfreundes gewährt, ist allen Lehrern wie überhaupt allen Verehrern Diesterwegs aufs Beste zu empfehlen. Die treue Hingabe au die Menschheit, das warme Gefühl für Menschenwohl und Menschenglück spricht aus jeder Zeile der kernhaften und belehrenden Bemerkungen. Wannichfattiges. (Geographisches.) Dem Feuilleton der Romanzeitung entnehmen wir eine interessante Notiz Kieperts über den Namen „Vogesen." K. weist nach, daß dieser Name ein „aus Unwissenheit

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.