Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 7 (15.2.1871)
- Date
- 1871-02-15
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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136 klärte" MaimonideS gerade ist eS also, der die Keduschah der Benedictionen des für zu heilig hält, als daß der Einzelne ste beten dürfte, während die „Kabbalisten," wie R. die Gegner der maimonidischen Ansicht bezeichnet, sie nicht in die Reihe der Gebete stellen, die um ihrer Würde willen nur in der Gemeinde gebetet werden dürfen. Ueberdieß sei noch bemerkt, daß, nach dem Referat des Keffef Mischnah, MaimonideS seine Ansicht zurückgenommen und das Recitiren der betr. Keduschah dev Privatandacht später gestattet haben soll. S. 33 ff. verbreitet sich der Vers, sehr ausführlich über Inhalt und Bedeutung des Schema; es genügt für unfern Zweck, einige Punkte daraus hervcrzuheben. Der Verf. scheint es zu bedauern, daß der Talmud die strengen Vorschriften „zur Erweckung und Erhaltung der Andacht" nur auf den ersten Vers, resp. die drei ersten Verse, des Schema beschränkt, ja daß sogar R. Jehuda Hanassi nur den ersten Vers gebetet habe, und kommt zu dem — wäre es nicht zu ernst traurig, möchten wir sagen drolligen — Schluß: „Es scheint eben der späteren Zeit das Verständniß für die Bedeutung der folgenden Abschnitte verloren gegangen zu sein"!! R. Jehuda, du großer Geistesfürst, ihr Großen deS Talmud Alle, Schamai und Hillel, Rab und Samuel, Abaja und Raba, Rabina und Rab Aschi, MaimonideS und Alfassi und Raben» Ascher, R. Joseph Karo und R. Moses Jfferles, all ihr Großen, auf die wir mit Stolz zurückblicken, die ihr den Inhalt des Schema zu eurer Lebensaufgabe gemacht habt, die ihr nicht ermüdetet im Studium des Gesetzes, was habt ihr von der Bedeutung der Schema-Abschnitte verstanden? Steiget aus euren Gräbern hervor und werfet euch in Anbetung nieder vor dem, der die Bedeutung des Schema erforscht, vor eurem Herrn und Meister, Herrn vr. Rothschild, wohlbestalltem Rabbiner zu Alzey!— Vor solchem großen Mann müssen wir uns natürlicher Weise bescheiden, wie dürften wir niedrige Staubgeborene eS wagen, alles das verstehen zu wollen, was dieser Mann sagt! Wenn ein jeder Andere in dem Ausdruck: „diy" □'Dff eine Bezeichnung gefunden hätte, in welcher sich die „ecclesia pressa et militans“ charakterisirt, wie es der Verf. zu finden so glücklich war (S. 34, Anm. 2), so hätten wir solches, gelinde gesagt, als eine Geistesverirrung angesehen, jetzt aber, da der große Rabbiner zu Alzey dieses gesagt, schweigen wir und staunen in ehrfurchtsvoller Scheu die große Weisheit an. Ebenso haben wir bis jetzt, die wir uns noch nicht auf die hohe Stufe erheben konnten, Alles besser als die Geiffeeheroen der Vergangenheit zu verstehen, das talmudische croup biy rv?3p in unserer Einfalt so aufgefaßt, wie wir von unseren Lehrern und wie diese es wieder von den ihrigen gehört, nämlich als: Anerkennung der göttlichen Herrschaft, d. h. Anerkennung Gottes als den einig einzigen Herrn der Welt. Nicht so Herr R., dieser findet in diesem Ausdruck eine kirchengeschichtliche Entdeckung, wozu wäre man auch Rabbiner, wenn man nichts Neues finden wollte — »n»n emon rvu px.— Unter dem an gef. Ausdruck, meint also Herr R., versteht der Talmud nicht „daS einseitige Bekenntniß des monotheistischen Gottesglaubens in Israel, sondern dem Begriffe von O'Qv nD^>D, „ „Gottes- oder Himmelreich"" entsprechend, die Verpflichtung zur Herstellung eines Lebens, wie die Lehre des Judenthums vorschreibt und erstrebt: sin Brüderlichkeit, Liebe und Frieden." Hierzu die Note: „Der neutestamentliche Begriff von „ „Gottes- und Himmelreich" " ist demnach jüdischen Ursprungs." (S. 37.) Sehr schön gesprochen, und schade, daß nicht ein Wort davon wahr ist! dw nwdv ist nicht „Gottes r e i ch", sondern „Gottes Herrschaft", und D’Diff piy rV?3p ist die Anerkennung Gottes als Herrn und Schöpfer der Welt. Und der neutestamentliche Begriff „Gottes-- oder Himmelreich" soll jüdischen Ursprungs sein, soll eine Analogie zu dem jüdischen Begriff D'Bff nD^o sein? Keine Begriffe könnten divergirender sein, als diese beiden; der jüdische Begriff w”n ‘ny rtop will die Erde himmlisch durchgeistigen, will die Erde zu Gott erheben, der neutestamentliche Begriff „Gottes¬ und Himmelreich", wie er im Neuen Testament, nicht wie er in der späteren Entwicklung des ChristenthumS verstanden wird, will die Erde im Himmel aufgehen lassen, verachtet die Erde als das Sündliche. Bergl. Renan, das Leben I., S. 276 ff. (Fortsetzung folgt.) Meöer die vermeintlich von den Amoraim mißverstandene armn Aboda Sara 26 a. und b. Von Rabb. Dr. Hilde Sheimer. Im Novemberhefte der Gräzschen Monatschrist hat ein RedactionSartikel einen bemerkenSwerthen Beitrag zur Beurtheilung des Gedankenkreises und der kritischen Schranke dieser „conservativen" Schule geliefert. Es culminirt dieser Artikel in der Behauptung: 3 Amoraim hätten eine Boraita mißverstanden, es seien daher auch alle aus der DiScussion gezogenen Consequenzen, obgleich zur Halacha recipirt, null und nichtig, und man könne diese Stellen in Maim. und Scb. Ar. füglich durchstreichen. Daß dies Alles mit recht bekannten Phrasen gespickt ist, wie: „Verkehrte Deutungssucht der Amoraim," daß die ll'pvis