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Der Israelit · 1871-02-15 · Heft 7 (15.2.1871) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 7 (15.2.1871)
Date
1871-02-15
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Provinzialpräfekten des Elsaß, Marschall v. Contades, v. 15. Nov. *1-765; es wird darin allen Bürgern der Provinz untersagt, die Inden zu belästigen, zu mißhandeln oder zu schimpfen und in ihren Synagogen und Friedhöfen Gewalttätiges oder Unziemliches zu verüben." Es ist uns unmöglich zu sagen, in welchem Grade diese Verordnung befolgt wurde. Im Elsaß, wie überall, wurden die Inden als eine für sich lebende Nation betrachtet, die ihre besonderen Gesetze und eigenen Beamten habe. Nur behielt sich der Staat, der sie ausgenommen hatte, das Recht vor, diese Beamten zu überwachen und alle Maßregeln zu ergreifen, welche das Interesse der christlichen Mitbürger erforderte. Die Einsetzung eines R a b b i n e n, seit der Vereinigung des Elsaß mit Frankreich, datirt vom 21. Mai 1681. Ein Patentbrief von diesem Tage nennt einen Juden von Metz, Aaron W u r m s e r, der diese Function in der ganzen Provinz ausüben sollte; zugleich wird darin verfügt, 'daß der Rabbine seinen Sitz in Neubreisach, den? damaligen Regierungssitze von Elsaß, nehnien solle. Bald darauf hielt man es für nothwendig zwei Rabbinen anzustellen, einen für Ober-Elsaß, mit Sitz in Ribeauvillö, einen zweiten für Nieder-Elsaß, nüt Sitz in Hagenau. Dieser letztere hatte jedoch nicht für die ganze Ausdehnung dieses Theiles der Provinz Jurisdiction; Der Bischof von Straßburg (?) hatte nämlich für sich das Recht vindicirt, innerhalb des Gebiets des Bisthums Rabbinen zu ernennen, ebenso der Fürst von Hessen- Darmstadt für das Gebiet der Grafschaft Hanau, das Adelsdirectorium von Nieder- Elsaß für die Juden in seinen Domänen, und ein Erlaß der Regierung des Elsaß ertheitte das nämliche Recht der Stadt Straßburg für die zur Stadt gehörenden Dörfer. (Forts, folgt.) Aufruf an die israel. Gemeinden Unterstaukens! In neuerer Zeit wurde in diesen geschätzten Blättern ein hochwichtiges Thema nach verschiedenen'Richtungen hin besprochen: rfr'D rnrrv nämlich. Wenn nun auch meinerseits einige Worte darüber, sogar als Aufruf — zunächst an die isr. Gemeinden Unterfrankens gerichtet - an die Oeffentlichkeit gelangen, so betreffen diese den bei uns so fühlbaren Mangel an D'*>mo, und die Mittel, wie diesem Uebelstande abgeholfen werden solle Der Mangel an 0’*?mo ist in unserem Kreise schon jetzt ein fühlbarer, und wenn man bedenkt, daß unsere gegenwärtigen Q'bNM größtentheils schon bejahrte Leute, und daß sich höchst selten jüngere Leute für dieses Fach heranbilden, so ist derselbe für die Zukunft ein geradezu Besorgniß erregender. Als Beleg hiefür diene folgende kleine statistische Notiz: Im hiesigen RadbinatS-Bezirke, welcher 20 jüdische Gemeinde mit circa 4—500 Familien umfaßt, existiren zur Zeit nicht mehr als drei n^mo, welche aber nebenbei ihren Wirkungskreis als solche öfters auf auswärtige sehr entfernte Gemeinden ausdehnen müssen. Es dürften sich in ganz Unterfranken gleiche Resultate ergeben. — Durch diesen Mangel an D^niD sind die Wenigen — welche meist Handels- und Geschäfts- Leute sind — so gesucht mrd in ihrem weltlichen Berufe gestört, daß schon jetzt M a n ch e r nur gegtn Bezahlung diese myo . auszuführen sich bereit erklärt, ein Umstand, der für den armen Mann manchmal drückend, im Allgemeinen aber dazu angethan ist, eine mso, welche in früherer Zeit, als das, was sie ist, als heiliges Werk, aufgesucht wurde, nun oft nur mit schweren Opfern gleichsam anbringen zu lasten. Welche Calamitäten erst zuweilen aus diesem Mangel für Väter und v'bniO entstehen, wenn der nna aus D'DiEDn r\2v fällt, versteht sich von selbst. Es geht nun auS Obigem zur Genüge hervor, daß es bei UNS Noth thut, für die Ausbildung von O'v.iiO zu sorgen, und dieses anzubahnen, ist der Zweck gegenwärtigen Aufrufs. — Was die eigentliche Ausbildung zu D’^rnD betrifft, so hat sich bereits einer der hervorragendsten Fachmänner Frankfurts auf eine deßfallstge Anfrage in zuvorkommendster Weise zur Mitwirkung bereit erklärt, jedoch nur unter der Voraussetzung, daß die betreffenden Candidaten sich erst die theoretischen Kenntnisse in rA'a "n und in dem vom chirurgiscken Standpunkte aus, hierbei Wiffenswürdigem, verschaffen. Es blirbe daher nach zwei Richtungen hin in dieser Sache zu arbeiten: 1) Geeignete Persönlichkeiten in den betr. Gemeinden ausfindig zu machen, welche sich als D’Sno ausbilden wollen, und 2) wenn solche mittellos, ihnen die nothwcndige Geld-Unterstützung zu gewahren, welche die Ausbildung erheischt. — Der ergebenst Unterzeichnete — mehrfach hierzu ermuntert — richtet daher vor Allem an Diejenigen, welche sich dem h. Berufe eines bniv zu widmen gedenken, das Ersuchen, ihm das schriftlich oder mündlich baldigst anzuzeigen, um nach erhaltenen Anmeldungen, im Vereine mit hochgeachteten Männern, die Sache weiter zu organisiren und zu realisiren. In dem Bewußtsein, daß es sich hier um eine der hochwichtigsten Angelegenheiten unserer h. Religion handelt, steht die allgemeine Bereitwilligkeit zur Mitwirkung bei obigem Projecte außer Zweifel, und wird recht zahlreicher Kundgebung in diesem Sinne entgegengesehen, wobei es sich von selbst versteht, daß -jede diesbezügliche Meinungs-Aeußerung mit Vergnü-

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