Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 7 (15.2.1871)
- Date
- 1871-02-15
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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130 gen entgegengenommen, und dem s. Z. zu bildenden Comite zur Prüfung unterbreitet werden wird. — Kifsingen, im Monate Teweth 5631. Rabbiner Bamberger. Indem wir die Beachtung des vorstehenden Aufrufs den Betreffenden warm ans Herz legen, sprechen wir den Wunsch aus, daß auch in andern Gegenden, wo ein ähnlicher Mangel herrscht, ernstlichst dazu geschehe, um demselben nach Kräften abzuhelfen. Mainz, 16. Schebat 5631. Die Redaction des Israelit. Dr. Lehmann. ANZEIGEN. Offener Brief «m den Herrn Verfasser des Artikels: „Einiges über dir Inden und die jüdischen Gemeinden der Provinz Hannover". Will Jemand eine Schilderung über „Land und Leute" in die Welt senden, so muß er besagte, beschilderte „Land und Leute" genau studirt haben. Malt er da zu sehr ins Schwarze, und das auf Kosten oder besser auf Unkosten der Glaubensgenossen einer großen Provinz des Vaterlandes, so muk er erst zweimal seine Feder beschauen, ehe er sie so entsetzlich tief in da« Tintenfaß taucht. Das haben Sie, Herr nay, nicht gethan. Sie geehrter Herr, bleiben annonym; ich will aber ohne Schleier Ihnen entgegentreten. Wenn Sie, Herr'-iay, von einem Theile der jüd. Gemeinden Hannovers gesprochen hätten, von dem kleinen Theile, den Sie in der Lüneburger Haide kennen gelernt, und auf den so ziemlich Ihr Artikel paßt, so hätte ich geschwiegen. Allein, Sie werfen doch gar zu viele und gar zu brave und echt jüdisch-fromme Gemeindeu mit den gekennzeichneten „Haiden-Juden" in einen Topf, daß selbst der geehrte Herr Redakteur d. gesch. Bl. am Schlüsse Ihrer Schilderung eine treffende Bemerkung macht, die jene als nicht genau darstellt. Ich glaube, Herr nay, ich habe den Nagel auf den Kopf getroffen, wenn ich vorhin bemerkt, daß Sie nicht weit über die Lüneburger Haide hinausgekommen, jedenfallsimHannvverlande nicht, denn sonst können Sie unmöglich in solche Allgemeinheiten über Juden und Judenthum in unserer Provinz verfallen. Glauben Sie es dem Herrn Redakteur d. Bl., der wie ich ein Kind Hannovers, glauben Sie mir's aufs Wort, der ich den größten Theils Hannovers aus eigener Anschauung kenne, daß Sie viel zu stark aufgetragen, und bezweifeln Sie es noch, so machen Sie doch einmal eine kleine Reise nach Hannover, von da nach Emden; ein andermal von Hannover nach Geestemünde; ein drittes Mal von H. nach dem Süden ins Hildesheimsche, steigen Sie aber ja an den Stationen aus und verweilen einige Tage, besonders einen Sabbat in den von Ihnen so hart mitgenommenen Gemeinden, und ich bin dessen gewiß, wenn Sie nach Hause kommen, rufen Sie aus: 'ri-rrsn. So schlimm, wie in der Lüneb. Haide ist es doch anderswo in unserer lieben Provinz nicht; ja oft, recht oft so gut und schön, so echt jüdisch, daß es mich wonnig und sonnig anheimelte!" Nein, geehrter Herr nay, ich durfte Ihren Artikel nicht todtschweigen, so schreibfaul ich sonst bin, und könnte sehr ins Einzelne mich ergehen daß z. B. rot? und aw or ganz ajna gefeiert, daß mpo mtpa — selbst jeden Abend ruora anyo und was Ihnen sonst Alles im Hannoverlande nicht vorgekommen, recht, recht oft darin ist, und Sie bedürfen keines Vergrößerungsglases, um das Gewünschte zu finden; — nur eine kleine Reise, wie oben gesagt, ist Ihnen wohlweislich zu rathen. Daß in vielen Gemeinden das jüdisch-religiöse Leben viel zu wünschen übrig läßt, daß in gar mancher der „Zeitgeist" vieles Gute getödtet, darin stimme ich mit Ihnen überein; aber gottlob kann der vorurtheilsfreie Beobachter Ihre Schilderung ganz und gar nur als eine einseitige und übertriebene ansehen. Nachdem ich im Obigen suchte, der Wahrheit die Ehre zu geben, so stimme ich doch in einem Punkte mit Ihnen überein und zwar darin, daß die jüdischen Kinder zu früh der jüd. Schule entnommen werden. Allein das liegt in den Verhältnissen seit 1866. Die hannoverschen Juden sind größtentheils wohlhabend und wollen ihren Kindern die Berechtigung zum Freiwilligendienste verschaffen. Ein Anderes ist'«, daß ste auch ihre Töchter fortnehmen, um ste in christliche Institute, Töchterschulen rc. zu schicken. An dieser Thorheit laboriren Viele zum Schaden derselben und vergessen ganz, daß die jüdisch - religiöse Ausbildung ihrer Töchter Schiffbruch leidet, und der Nutzen der englischen und französischen Brocken — die nicht ein Jahr nach der Entlassung aus der Schule im Köpfchen heimisch bleiben — ein ganz illusorische ist. Gott bessere tßl Um Ihnen, geehrter Herr nay, im Uebrigen nun eine bessere Meinung von Ihren harnoverschen Glaubensgenossen in wirklichster Wirklichkeit zu geben, ersuche ich Sie, mit Ihrem freundlichen Besuche bald zu beehren. Ihren L. H. Sommer in Verden, Pr. Hannover. 5631 weg y"n. /Ein junger Mann, der schon längere Zeit als HauS- VL lehrer in Elementargegenständen unterrichtete, auch ein geübter biw ist, wünscht seinen bisherigen Posten zum Sommersemester mit einem andern zu vertauschen. Gute Zeugnisse stehen zur Verfügung. Näheres in der Exped. d. Bl. unter Chiffre J. B. 252.