Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 7 (15.2.1871)
- Date
- 1871-02-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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124 Sie zu wenden, da wir jüdischen Soldaten nach einer Leetüre religiösen Inhaltes das herzlichste Verlangen haben. •) Sie, geehrter Herr Redacteur, dürfen des Dankes aller Glaubensbrüder sicher sein. Genehmigen Sie den Ausdruck der vorzüglichsten Hochachtung Ihres ergebenen L. Iosephsobn, Lozareth - Gehilfe und Unteroffizier. England. Lorryon In der am 1. Februar stattgefundenen Sitzung des Board of Deputieö wurden Briefe vom Oberrabbiner vr. Adler und Sir Moses Montefiore verlesen, in welchen die Versammlung auf die herrschende Hungersnvth in Palästina aufmerksam gemacht wird. Es wurde beschlossen, den Nothleidendeu daselbst 6000 fl. zu über)enden. Ferner wurde in dieser Sitzung mitgetheilt, daß nach einer Privatnachricht, welche Sir Moses Montefiore vom Ministerium des Aeußern erhalten hat, die Angelegenheit bezüglich der Juden in Damaskus zur Zufriedenheit in der Weise geregelt ist, daß durch die schnelle Intervention der engl. Regierung keinerlei Ausschreitungen gegen die Juden daselbst zu befürchten find. (Iew. Ehr.) Rußland. Plazk. Am 22. rota starb He durch ihre große Wohlthätigkeit in weiten Kreisen berühmte Frau R. Vogel. Zum Andenken an ihren verstorbenen Mann hatte sie vor ungefähr zwei Iabren ein Hospital mit einem Kostenauiwande von 15000 Rubel erbauen lasten. Ihr in ihren Fußstapfen wandelnder Sohn hat jetzt zum Andenken an seine Mutter ebenfalls 3000 Rubel diesem Spitale gegeben. (Ib. An.) Palästina. Zn der in Jerusalem erscheinenden hebräischen Zeitschrift „Habazeleth" lesen wir folgenden Stoßseufzer: „Möchte doch Gott uns endlich Regen senden, damit wir nicht zu Grunde gehen; denn der Hunger liegt sehr schwer auf uns. Zu Ende ist das Geld; auch unser Hausgeräth und unsere guten Kleider haben wir hingegeben, um Brod zu kaufen! „Unsere Brüder im Auslande, erbarmt euch unser! Wenn ihr unS jetzt verlasset, so müssen wir sterben, und vergebens war Alles, was ihr bisher für uns?gethan habt. O, lastet das Licht der Tochter Jerusalems nicht erlöschen!" Egypten. Kairv, 15. Jan. Der Grazer „Tagespost"! wird von hier Folgendes geschrieben: Soeben theilt mir Professor Brengsch mit, daß man bei dem Städtcken Dell-el-Iahud (zu Deutsch: Iudenhügel), zwei Stunden Eisenbahnfahrt und eine Stunde Fußweg von Kairo, die Ueberreste einer wahrscheinlich von dm Juden erbauten Stadt aufgefunden habe. Man hat bis jetzt Reste eines Tempels und Brunnens, aus dem schönsten geschliffenen Alabaster bestehend, bloßgelegt, ferner ganz gut erhaltene Inschriften und Häuserreihen von großer Schönheit. Australien. Sydney. Zwischen den dahier bestehenden zwei jüd. Gemeinden ist ein St'reit auSgebrochen. Die Regierung hatte vor einigen Jahren den Juden zu einer Zeit, -alö dieselben noch eine einzige Gemeinde bildeten, einen Platz zur Erbauung einer Synagoge geschenkt. Später brauchte die Regierung diesen Platz zu einem anderen Zwecke, entschädigte aber die iör. Gemeinde mit einer Summe von l078 L. Inzwischen war aber ein Theil der Gemeindemitglieder aus dem bisherigen Gemeindeverband ausgetreten und hat sich zu einer selbstständigen Gemeinde constituirt. Diese neue Gemeinde verlangt nun von der Seitens der Regierung gewährten Entschädigungssumme einen entsprechenden Antheil, was ihr bis jetzt noch nicht gewährt worden, und ist darum der Streit noch nicht geschlichtet. (Iew. Chr.) Ueberall auf dem ganzen Erdenrund, wo von Europäern Coloni n und Ansiedelungen gegründet werden, finden sich stets Juden, die, sobald die entsprechende Zahl ■ orhaudeu, vor Allem ihre Aufmerksomkeit auf die Errichtung der nothwendigften jüd. Institutionen lenken. So berichteten wir erst jüngst von der Gründung einer jüd. Gemeinde in Japan, so erfahren wir heute aus einer unö von befreundeter Hand zugcsandten, in Ballarat erscheinenden Zeitung, daß die jüd. Gemeinden daselbst (die Einwohner von Ballarat sind unsere Antipoden) einen Begräbnißplatz erworben und unt-r den üblichen Ceremonien eingeweiht. bei welcher Gelegenheit Herr Rabbiner I. M. Goldreich eine mit allgemeinem Beifalle ausgenommene Rede hielt. *) Dem hier ausgesprochenen Wunsche sind wir sofort rurchgÄommen. Red.