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Der Israelit · 1871-02-15 · Heft 7 (15.2.1871) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 7 (15.2.1871)
Date
1871-02-15
Page
– (sequence 4)
Language
German
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ISS UMp l Gemeinden unseres Vaterlandes zu bringen. So wich-! tig auch die Adas JiSroel-Gemeinde in Berlin mit! ihrem verehrten Rabbiner vr. Hildesheimer für das - Iudenthum einst werden wird und schon sein mag, so! können wir Ostpreußen doch nicht unsere Korporationsf rechte zu Gunsten der ersteren stillschweigend aufgeben, um so weniger, da in unserer Provinz (außer in Köi nigSberg) kein Grund zur Spaltung in den Gemeinden vorliegt. Referent würde sich freuen, die Ideen! Gleichgesinnter aus kleinen Gemeinden anderer Proi vinzen in diesem Blatte zu vernehmen. S.n. Aus Weftpbalen. Vor etwa 4 Wochen ist einem Sohne des Rittergutsbesitzers Löb auf Caldenhof, unweit Hamm, in Anerkennung seiner in mehren I Gefechten und Schlachten bewiesene Tapferkeit das eiserne Kreuz verliehen worden.! ES dürfte für die Leser dieser Zeitschrift nicht!, uninteressant sein, Etwas über die Entwickelung der! israelitischen Gemeinden in Westphalen zu vernehmen.! Es ist eine erfreuliche Erscheinung, daß seit einigen 1 Decennien eine große Zahl genannter Gemeinden, besonders in den industriellen Theilen des Regierungsbezirkes Arnsberg, an Seelenzahl bedeutend zugenommen haben und n":i noch immer im Wachsen begriffen sind pnsp pi ra-p p. Nicht wenig dürste hierzu der > Umstand der Uebersiedelung von den Dörfern und aus j den kleinen Städten in größere Gemeinden beigetragen haben. Wir wollen hier einige der bedeutendi sten Städte des in Rede stehenden Rgb. anführen und beginnen mit der Kreisstadt Dortmund und zwar aus dem Grunde, weil D. von allen anderen Stad- ' ten in den letzteren Jahren sich am mächtigsten empor- ' geschwungen hat, nicht allein in commerzieller, sondern auch in anderer Beziehung. Es gibt noch alte ■ Leute, welche sich noch gut der Zeiten erinnern, wo! kein Israelit ohne polizeiliche Escorte genannte Stadt passtren, geschweige denn, daselbst sein Domizil nehmen durfte. Und jetzt? Unter den 34,000 Einwohnern — vor noch kaum 25 Jahren hatte D. deren nur circa 9000 — befinden sich mehr als 100 jüdische , Familien, und können wir dreist behaupten, daß hier die .bedeutendste jüdische Gemeinde WestphalenS existirt. Dortmund hatte eine vor etwa 12 Jahren erbaute schöne Synagoge, eine öffentliche jüdische Elementarsund Religionsschule, an welcher ein Ober¬ und ein Unterlehrer wirken. Die Schule wird von mehr als 100 jüdische Kindern besucht. Einige Stunden von D. liegt die Stadt Hörde, berühmt durch ihre Steinkohlen-Zechen; H. war noch vor etlichen Jahren ein Dorf, ist aber jetzt eine Stadt von mehr als 10,000 Einwohnern, unter denen sich mehr, als 70 jüd. Familien befinden; H. hat ebenfalls eine jüdische Religions- und Elementarschule, die vom Lehrer Heimann geleitet wird, der auch ein vorzüglicher ist. Noch liegen im Kreise noch mehre kleinere Städte und Dörfer, woselbst ebenfalls jüd. Gemeinden sich befinden. Nennen wollen wir noch das zum Kreise Bochum gehörige, nicht weit von Dortmund entfernte Witten, früher ebenfalls ein Dorf; es ist vor einigen Jahren zur Stadt erhoben und zählt jetzt über 15000 Einwohner. W. hat eine jüd. Gemeinde von etwa 50 Familien. Die dortige jüdische Schule ist vor Kurzem von der Regierung als öffentliche sanctionirt und der an derselben wirkende Lehrer von der Gemeinde definitiv angestellt worden. Oestrich. M. Rosenwald. Altona, im Januar. Bezugnehmend auf Ihren Artikel „ Kaiser und Reich " in Nr. 51 v. I. dieser geschätzten Blätter dürfte es vielleicht nicht uninteressant sein, wenn folgende Notiz eine allgemeine Verbreitung findet. Nach „Abarbanel" in seinem „Maschmia Jeschuo" hat das jüngst vollzogene weltgeschichtliche Ereigniß der Wiedergeburt des deutschen Kaiserthums für uns Juden — abgesehen von dem allgemeinen Interesse, welches dasselbe für uns als treue Staatsbürger hat und haben muß — noch eine besondere Bedeutung. Ab. bei Erklärung der „Arba Maraschim" des „Secharjo" behauptet nämlich daselbst Folgendes: „Die deutschen Juden hätten die Ueberlieferung: daß wenn in ihrem Lande das Kaiserthum, welches daselbst seit Jahrhunderten erstorben ist, wieder erstehen würde, so wäre diese Erscheinung ein sicheres Zeichen für das Kommen des von Gott verheißenen und längst ersehnten Messias!" Möge das Prophetenwort, daß die Nationen sich nicht mehr gegenseitig Tod und Verderben bereiten, vielmehr alle Menschen in inniger Verbrüderung, in stetem ungetrübten Frieden, in reiner Gotteserkenntniß für immer zusammen leben, in seinem ganzen Umfange bald erfüllt werden! M. L. Meyer. Oesterreichisch Ungarische Monarchie. Wien, 3. Febr. In einer der jüngsten Nummern Ihres gesch. Blattes ließ sich mit Recht eine tadelnde Stimme über die ungerechte Rangirung bei Trauungen und Leichenbestattungen in der hiesigen CultuSgemeinde vernehmen. Gestatten Sie mir heute einige ähnliche Schattenseiten in dieser Beziehung als Pendant zu erwähnen. Hier ist die Einrichtung getroffen , daß, wenn m>n zur Thora gerufen werden, gewöhnlich der Prediger an den Vater, der die rrty hatte, eine Ansprache hält, in der er Gott dankt für den Beistand, den er der Mutter in dieser gefahrvollen Stunde angedeihen ließ und auch auf das Haupt des neugeborenen Kindes den göttlichen Segen erfleht. (Herr Königswarter jun. spendete

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