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Der Israelit · 1871-02-08 · Heft 6 (8.2.1871) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 6 (8.2.1871)
Date
1871-02-08
Page
– (sequence 6)
Language
German
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100 Strebend. Mit gewisser Kühnheit trägt jener Verein den Aushängeschild: „Verein zur Verbreitung jüdischen Wissens," eine wahre Anmaßung, das Andenken eines Rabbi Teweles in materieller Verschwendung und geistiger Thatenlosigkeit förmlich zu entehren. Der geringste Jahresbeitrag beträgt 2 Gulden, ohne der Spenden zu gedenken, die für eine jüdische Wissenschaftskomödie auf dem Teller der Zudringlichkeit erbettelt werden. Es frägt sich nun, was hat der Verein „Afike Jehuda" während seines zweijährigen Bestandes geleistet und was wird er noch leisten? Er hat sich zur Aufgabe gemacht, den religiös-jüdischen Sinn zu wecken und die Kenntniß der jüdischen Literatur zu verbreiten. Er versprach zu diestm Zwecke von Zeit zu Zeit von hierzu befähigten (?) Männern wissenschaftliche Vorträge, die sich auf das Judenthum und die Wissenschaft des Judenthums beziehen, halten, Debatten-Abende veranstalten zu lassen, an welchen Tagesfragen, die auf das Judenthum Bezug haben, erörtert werden sollen; ferner eine jüdische Bibliothek zu gründen, Stipendien zu stiften für Studirende, die sich dem Lehrer,- Rabbiner- und Prediger-Amte widmen, ferner Schulen zu errichten oder zu subventioniren, in welchen die israel. Jugend hebräischen Unterricht genießen und schließlich die jüdischen Festtage Chanukka, Purim u. s. w. feierlich zu begehen. Von allem dem hörte man wahrend jener zwei Jahre nichts Anderes als im Winter in 14 tägigen Zeiträumen Vorträge für Erwachsene, die wissenschaftlich heißen sollen, aber von denen der Gelehrte nur verdorben werden, der Laie nichts gewinnen kann. Die Herren Redner, zuweilen dem Handelsstande angehörig, reden oft einen so kompletten Unsinn zusammen, daß man mitunter beim Verlassen des Vvrtragslokales um seine Gesundheit besorgt zu werden beginnt. Den Herren gilt es vor Allem um den Titel, weil dieser in den Tagesblättern recht fett gedruckt „zieht" und richtig auf ein permanentes Publikum seine Wirkung nicht verfehlt, das sich den Abend nicht besser ausfüllen zu können glaubt, als mit Anhörung römischer, griechischer nichtjüdischer Vorträge. Je geschickter dieselben mrt Phrasen, Citaten, latein und griech Brocken angesüllt sind, desto größer ist der Eindruck, den der Vortrag auf den geplagten Zuhörer macht. Diese Vorträge werden in den Abendstunden gehalten, weil da wenig Licht herrscht; im Sommer hingegen, wo die Morgenstunde Gold im Munde hat, werden früh, zur Zeit des Jnbisses, einmal in der Woche die reifere und unreifere jüdische Jugend mit Vorträgen „über die antijüdische Auffassung von Seite der Alexandrinischen Schule," „über Josephus Flavius" rc. malträtirt, ohne baß die Jugend einen rechten Begriff von der Bibel hat. Das und die Fusion des Vereines Afike Jehuda mit der Repräsentanz im Punkte Talmud- Thora-Schule, deren Ruf nicht über die Grenzen unserer Belelesgasse hinausgeht, sind die großen Thaten des Vereines „Afike Jehuda"; ich glaube und jeder dürfte glauben, daß auf diesem Wege die jüdische Wissenschaft keine AuSdebnung gewinnen könne und werde. Anders ist es mit der Administration dieses Vereines beschaffen, der, bevor Verein zur Verbreitung jüdischen Wissens zu heißen, den Titel: „Verein zur Verschleuderung jüdischen Geldes," für sich in Anspruch nehmen sollte. Ohne das Geringste zu leisten, hat er es nicht verabsäumt, ein Lokal für 450 Gulden zu miethen, angeblich, um daselbst die vorerwähnten Vorträge halten zu lassen, und Leuten, die nicht wissen, wo mit derZeit hin, ein „Asyl zur Verkürzung der Zeit" zu gönnen. Mittlerweile kommen keine Leute, die Zeitungen hängen oder liegen sehr traurig, und die Vorträge werden in einem Saale der hiesigen Handelsakademie abgehalten. Also wozu der Verein „Afike Jehuda?" Gelernt wird nichts, uichts Deutsches, nichts Hebräisches, von Chumesch keine Spur, geschweige vom Talmud — etwa der Vorträge wegen? Ich hörte vor Kurzem Jemanden sagen: „Herr F. hat mich zu seinem Vortrag geladen; ich versichere, ich ließ michs gleich was kosten, wenn ich nicht hinzugehen brauchte." Die Herren übrigens ohne Ausnahme sprechen gerne umsonst, auch wenn der Verein „Afike Jehuda" nicht existiren würde, der eine ganz verfehlte Tendenz hat. Und so wie der Verein, so auch der Vorstand. In diesem sitzen Hrn. die es z. B. in Brünn mit dem Speisezettel nicht genau nehmen, hier aber als „brave ehrliche Juden" erscheinen wollen; doch mit dem Vorstände hat es eine ander Bewandtniß, er ist ein Ableiter der jüdischen Repräsentanz und wie sehr es diesem um Verbreitung jüdischen Wissens zu thun ist, das wissen die Bewohner am Himalaja und Tschimborasso zu erzählen. Nach dem Allem zu schließen, kann man sich einen Begriff machen, was der Verein „Afike Jehuda" noch leisten wird. Feuilleton. Kastrier. VI. Sedan. Die Familie Windsheimer war glücklich bis Mezieres gekommen, als plötzlich der Eisenbahnverkehr unter!;,-u ewah ch mi eicht nr b! s er ih Lege ßferbe irten. (;cr u lhöne izem dien jtkut!andh, Mt, eohin einen urchtl jetümi!k. S 0s, v ms di nch d Sebent elber nute. 13 :er, n tnerfjt zervoh ’ie zu einer ehnte mnd er iieldhe etzten Deutsc ten 2 Heinde iS ist nehme mal tt zum d lichen die vo taS U über i ftn zr den ei

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