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Der Israelit · 1871-02-01 · Heft 5 (1.2.1871) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 5 (1.2.1871)
Date
1871-02-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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ÄlhnÄfes/ gibt es.'eln äüs gedehntes Terraist, welches lautderalkm ^tMtpläüe 'Mott im 14. Jahrhundert bald"„Mkö", bW „WttL^ Mänttt wsttde. In alten Urkunden finden wir Aufklärung, sowohl über die Bestimmung, welche dieser Stadtthejl hatte, als Mer hie'Deheutüng seiner BmennimK/^W^bestanden nämlich daftW im 14. IährhuMrt'zahlieiche Metallgießereien, welche" aber schori"in ded zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts' Nicht "Niehr existirten. In einem Dokumente von 1458 heißt es wörtlich: -Ideo vooabatur ei getto, quia erant ibi ultra duoaecim fomaces, et ibi fundebatur aes.“ (Er wurde „Getto" genannt, weil sich dort meht denn zwölf Oefen befanden, in denen man Erze schmolz.) — „Getto" heißt nämlich „det Guß"^ und ^daraus würde durch die korrumpirte Aussprache „Ghetto". — Wir finden übrigens diese zweite Schreibweise auch schon im Jahre 1308 mit der ersten abwechselnd. — Das Alles gilt noch von einer Zeit, da die Juden noch nicht den Stadttheil „Ghetto" bewohnten/ Der Juden geschieht in venetianischen Schriften zuerst im Jahre 1152 Erwähnung/Noch im 12. Jahrhundert wies man ihnen eine langgestreckte, durch einen sehr breiten," nicht überbrückten Kanal von der eigmtlichen Stadt getrennte Insel Nansens^ Spinaluuga .als Wohnsitz. au, welche pon da äst den Namen „Hmdecca" erhselt. Im nächsten Jahrhundert kommen hie Juden, in Venedig zuerst als eine ansehnliche geschlossene Korporation vor, welche in die morgenländische, die abendländische und die deutsche Nation zerfiel. Im Jahre 1298 wurde ein eigener Magistrat zu ihrer Ueberwachung geschaffen. Im Jahre 1394 wies der Senat die „Uriiversitä, ebraica“ aus dem Stadtrayon aus. Dieselbe ließ sich jetzs, in Mestre, unweit Venedig, nieder/und betrieb' von dort *äUs nach rqie vor ihre Geldgeschäfte mit den Städtern. In der Folge erhielten einzelne Juden, weil die Republik oder irgend ein einflußreicher Patrizier ihrer bedurfte, gegen Bezahlung hoher Taxen wieder beschränkte und 88 bedingte Zulaffung im Stadtgebiet, und im Jahre 1516 wollte man der gesummten Kommunität die Niederlassung im Stadtgebiet selbst nicht mehr verwehren. Doch mußten sich die Hebräer auch setzt noch gewiffe Einschränkungen gefallen lassen. Vor Allem ward ihnen ein bestimmter Rayon züt ausschließlichen Wohnung angewiesen,'- und die Wahl fiel auf das disponible öde Terrain, auf welchem ehemals die Metallgießereien gestanden hattest und das noch immer den Namen „Ghetto" bewahrte. Dieser Raum war von dem ganzen übrigen Stadtgebiet durch Kanäle getrennt, und nur eine einzige schmale Brücke, die des Abends polizeilich abgesperrt wurde, führte nach dem Ghetto hinüber, und zahlreiche Barken mit Polizeimannschaft bewachten des Nachts alle diesen Stadttheil umgebenden Kanäle. Aehnliche Einrichtungen und Anordnungen bezüglich der Wohnungen der Juden wurden theils gleichzeitig, theilS bald darauf, theils auch schon früher in fast allen Städten Italiens getroffen. Die Iudenstadt Venedigs war aber unter allen die berühmteste, und der Name des venetianischen „Ghetto" ward überall auf den von den'Juden bewohnten Stadtrayost übertragen, bis man sogar die historische Bedeutung, die das Wort für Venedig hatte, vergaß und die Wurzeln desselben in der hebräischen, chaldäischen oder syrischen Sprache zu suchen begann. Noch durch lange Zeit blieben die Juden in Venedig von der Erwerbung von Grund und Boden, vom Betriebe der freien 'Künste und bürgerlicher! Gewerbe (mit Ausnahme der Chirurgie und Arzneikunst) ausgeschlossen, und mußten sie besondere, leicht erkennbare Abzeichen -tragen, die zu verschiedenen Zeiten verschieden waren, als: ein großes 0 von gelber Leinwand an der Kleidung. — eine gelbe Mütze, — ein rother Hut u. s. w., bis endlich die neue Zeit jedes mittelalterliche Unrecht beseitigt hat. (Ueber Land und Meer.) ANZEIGEN. V 1 '9 : Ü * J? ri ~ K« unsere geehrte« Abonnenten im U»st- > Wrhe A«gsh«rg. Das für den Pofkbefirk Augsburg bestimmte, die Nummerü 1 dieser Zeitschrift enthasteudi; Paquet, ist nach Mittheilung des löbfi Postamts Augsburg unterwegs verloren worden, ohne daß bis jetzt der Verbleib hat eruirt werden können'; andrerseits waren auch wir nicht im Stande, die ziemlich bedeutende Anzahl von Nummern sofort noch einmal zu liefern, da zahlreiche Nachbestellungen den Mehrvodrüty, welchen wir bei jedem Quartalwechsel drucken lassen, bereits erschöpft hatten. Um aber den geehrten Abonnenten im Postbezirke Augsburg dennoch vollständige Exemp-

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