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Der Israelit · 1871-02-01 · Heft 5 (1.2.1871) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 5 (1.2.1871)
Date
1871-02-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XII. Jahrgang. Beilage zu Nr. Leitender Artikel. Literarischer Bericht. Vr. M. Weiner, Parchon als Grammatiker und Lexikograph in Bezug auf seine Vorgänger und Nachfolger. Ofen 1870. 94 S. Die vorliegende fleißige und gelehrte Arbeit beschäftigt sich mit einem Manne von allerdings nur mäßiger literar-historischer Bedeutung. Salomo Ben Abraham genannt Ben Parchon war im Anfang des zwölften Jahrhunderts in Spanien geboren, wo er als Schüler von Jehuda Ha-Levi, Jbn Esra u. A. die grammatische Kenntniß der hebräischen Sprache sich aneignete, die unter den sephardischen Juden damals verbreitet war. Später aus unbekannter Ursache nach Salerno in Unter-Italien gekommen, bemühte sich Ben Parchon die gewonnene Bildung zu verwerthen, indem er die neuen Resultate der Sprachwissenschaft, die in den Werken arabischer Schriftsteller, vor Allem des Chajjug und Jbn Ganach, niedergelegt waren, den italienischen Glaubensgenossen zugänglich machte. Zu diesem Zwecke verfaßte er in hebräischer Sprache das uns erhaltene Machberet Hearuch, ein hebräisches Wörterbuch, dem er kurzgefaßte grammatische und exegetische Regeln beigefügt hat. — Es sind ihm mit Unrecht noch andere Werke außerdem zugeschrieben worden; in Wirklichkeit scheint nur noch eine verlorene Uebersetzung des Wörterbuchs von Jbn Ganach und ein handschriftlich existirender Commentar über die letzten Theile der Bibel vom Buche der Könige an von ihm herzurühren. Der Machberet hat Verbreitung in Italien, Deutschland, Frankreich und England gesunden; wahrscheinlich ist es auch von Ramban und Rabbi David Kimchi benutzt. Ueber all diese Verhältnisse verbreitet der Verfasser der unserer Beurtheilung unterliegenden Schrift vielfach neues Licht. Seine Gründlichkeit berichtigt manche leichtfertig aufgestellte Behauptung, und fast alle Beweise, die er antritt, führt er bis zur Evidenz. Jnteresiant war uns u. A., den Nachweisungen des Verfassers zu entnehmen, daß die bekannte Erklärung, die Ramban in fremdem Namen zu ma nmbn anaa rrm (Gen. 88, 5) ansührt, von Ben Parchon zuerst aufgestellt ist. Nur darin können wir ihm nicht beistimmen, daß er die bisherige Annahme, wonach Raschi im Machberet angeführt ist, bekämpft; wir glauben allerdings, daß kein Anderer unter dem dort citrrten 5 des Israelit. .. —4--'!■!| ym MT " wno'p .lOvlN '-i zu verstehen ist, und glauben nicht einmal der Conjectur von Dukes zu bedürfen, wie wir an einem andern Orte zu erweisen hoffen. Der Verfasser gibt uns aber außer seinen Untersuchungen auch sehr reiche Auszüge' aus dem Machberet und hem angehängten Ghelek Hadikduk, die den Charakter von Ben Parchon's Hauptwerk erkennen lassen. Trotz alledem bewirkt ein gewisser Mangel an Methode, daß die Schrift die Erwartungen nicht erfüllt, die der Titel rege gemacht hat. Sd viel Material zur Aufklärung der Lebens erhältnisse und der geschichtlichen Stellung Ben Parchon's geboten, so fehlt jenem doch die richtige Anordnung und die wünschenSwerche innere Verknüpfung. Darum kann die Arbeit bei all ihrem Verdienst nicht, wie es eine derartige Monographie sein sollte, als abschließend bezeichnet werden. Wir vermissen vor Allem eine genügende Charakteristik des behandelten Schriftstellers und ein klar ausgesprochenes Urtheil über seine Bedeutung, seine Vorzüge und seine Fehler Dann hätten wir die Beziehungen, Ben Parchon's zu den Vorgängern und auf der anderen Seite zu Kimchi noch bestimmter nachgewiesen gewünscht, insbesondere in welchem Grade er Jbn G'anach benutzt, ob er nothwendig direkt aus Jbn Koreisch geschöpft haben muß, oder vielleicht nur durch die Vermittlung eines anderen Autors; ob umgekehrt die Uebereinstilpmunqen mit David Kimchi nicht auch aus einer gemeinschaftlichen Quelle herrühren. Wir bedauern diese Versäumnisse des Verfasser'S um so lebhafter, je mehr wir seinen Fleiß und seine Kenntnisse schätzen gelernt haben. E. L. Aeitungsnachri^hten nnd Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 29. Jan. Wir waren so glücklich, heute wiederum 2011. st. 20 kr. nach Amsterdem für die Armen und Nothleidenden im heiligen Lande zu senden. Die Summe der von uns in diesem Jahre gesammelten und übermittelten Spenden beträgt nunmehr 5027 st. 16 kr. Wir wollen bei dieser Gelegenheit bemerken, daß es uns ganz unmöglich ist, die, Gott sei Dank, so zahlreich eingehenden Spenden sofort oder auch nur der Zeitfolge nach zu veröffent-

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