Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 4 (25.1.1871)
- Date
- 1871-01-25
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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59 ufgebaut werden. Du sollst aber nicht etwa meinen, daß Gott deines Dienstes bedarf, daß du ft, Ihm, durch Erfüllung der Tbora-Vorschrrften irgend Etwas zu leisten vermagst — nein, wvld '"i ft tnpn, d nn Gott ist vollkommen und bedarf deiner nicht; aber dir erwirbst du die höchste Vollkommenheit, wenn du Gottes Thora als von Ihm stammend anerkennst durch Erfüllung ihrer heiligen Gebote. Das sind die großen Grundsätze des Iudenthums: es ist ein Gott; eS waltet Seine Fürfehuna, die das Gute belohnt und das Böse bestraft; was gut und was böse ist, das erfahren wir durch die Thora, die wir der Offenbarung Gottes verdanken; aber nicht durch den Glauben allein, sondern durch die That bewähren wir uns als von diesen großen Grundsätzen durchdrungen. Thaten, gottgebotene Thaten gestalten unser Haus zu einem pw n»3, aus welchem ruht der Name Gottes, des Vollkommenen 01^» 'i sb AeitrmgSnachrichten nnd Correspon denzen. Deutschland. München, 14. August. (Ein jüdischer Segensspruch in der bayrischen Kammer.) Bei der Debatte über die deutschen Verträge sagte der Abgeordnete vr. Schleich unter Anderm: Gefallen könne dem Redner die neue deutsche Reichsverfassung freilich auch nicht. Wenn ein frommer Orientale einen Buckeligen steht, so spricht er ein kurzes Gebet: „Gott sei gelobt, der die Geschöpfe verändern kann!" So bete auch Redner, wenn er die ReichSverfaffung aufschlage. (Heiterkeit.) □ München, 16. Januar. Der Vorstand und der Ausschuß der isr. Gemeinde zu München haben dem nach Frankfurt a. M. übergeftedelten Herrn Billmann eine prachtvolle Adresse nebst Begleitschreiben übersandt, deren Inhalt wir im Nachstehenden wiedergeben: „Die Administration der isr. CultuS-Gemeinde München an Seine Wohlgeboren Herrn Joseph Billmann in Franffurt a. M. In der Anlage beehren wir uns Ihnen eine von beiden Körpern votirte Anerkennungs-Adresie zu überreichen. München, den 30. December 1870. Hochachtungsvollst vr. Rau. I. L. Cohn. Die Adreffe selbst lautet: „Verehrter Herr Billmann! „Als unS im Laufe dieses Jahres Ihr Uebersterelungsplan bekannt wurde, waren wir Alle einig darüber , daß die Verwaltungs - Körper der israel. Gemeinde München vor einem Ereignisse stehen, wichtig genug, um sie zu einer Kundgebung zu veranlassen. „Wenn sich diese bis heute verzögert hat, so ist lediglich ein äußerer HinderungSgrund Schuld. „Wir wollten nämlich die Verwaltungs-Körper bei einem solchen Acte nicht durch die Majorität, sondurch die Gesammthert der Mitglieder vertreten sehry, und daß dieses, Angesichts der vielfachen Beurlaubungen während der Sommermonate, nicht möglich ist, ist Ihnen zu wohl bekannt, als daß es einer weiteren, rechtst Uqenden Darlegung bedürfte. „Do schreiten wir denn jetzt dazu, Namen« der Gemeinde München Ihnen für die langjährige, treue und opferwillige Hingabe an alle gemeindlichen Jntereffen, zu danken. Seien Sie überzeugt, daß dieser Dank ein um so aufrichtigerer ist, als er der Vielseitigkeit Ihrer Verdienste gilt; denn wir vermisien in Ihnen nicht nur einen wackern Collegen, der da« Mandat des gemeindlichen Vertrauens durch rege Theilnahme an allen uns obliegenden Aufgaben und durch erprobte Gesinnungstüchtigkeit jederzeit rechtfertigte , sondern wir vermisien in Ihnen auch ein Gemeindemitglied voll edlen Gemeinsinnes, wo es galt, jene Seiten des gemeindlichen Lebens in's Auge zu fassen, deren Pflege aus der Mitte der Gemeindeangehörigen heraus sich entwickeln muß. „Wir gedenken hiebei namentlich mit ungeheuchelter Anerkennung Ihres nie rastenden Eifers für die Hebung unserer WohlthätigkeitSvereine, der mit der Blüthe derselben in so innigen Wechselbeziehungen steht. „Wir vermisien aber auch in Ihnen einen thätigen und anregenden Vertreter aller allgemein jüdischen Angelegenheiten, der mit materiellen und intellectuellen Mitteln dazu beitrug, unsere Beziehungen zu anderen Gemeinden und zum Gesammtjudenthum zu einem, der Bedeutung unserer Gemeinde entsprechenden, würdigen Ausdruck zu bringen. „Möge Ihnen dieses Anerkenntniß Bürge dafür fein, daß wir Alle Ihnen stets eine freundliche Erinnerung bewahren und an Ihrem Wohlergehen den innigsten Antheil nehmen werden. „Genehmigen Sie die Versicherung unserer ausgezeichneten Hochachtung. München, im December 1870. Die Mitglieder der Administration und des Ausschusses der isrgel. Cultus-Gemeinde: vr. Rau. S. A. Weil. Heinrich Hellmann. L. Rosendahl. I. L. Kohn. M. Guggenheimer. vr. Hauffmann. F. Eppstein. Gotthelf A. Merzbacher. I js ■’i i; c