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Der Israelit · 1871-01-18 · Heft 3 (18.1.1871) · page 30

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 3 (18.1.1871)
Date
1871-01-18
Page
– (sequence 30)
Language
German
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66 Schwerin in Mecklenburg, 15. Januar. Am 'ri'i 's raff entschlief hier im kräftigsten Lebensalter Herr Banquier L. I. Jaffo, ein Mann, besten Name auch über die Bannmeile unserer Stadt gedrungen ist. In ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen und frühe schon in das Gewoge der Welt hineingestoßen, hat er durch seltne Redlichkeit und eisernen Fleiß eine geachtete Stellung sich erworben. Dabei war er von tief innerlicher Religiösität. Jaffe war ein Jude in des Wortes bester Bedeutung. Hier, wo das Judenthum, ich meine das echte das traditionelle jJudenthum fast die letzten Fasern in den Herzen seiner Bekenner leider eingebüßt hat, war der Verstorbene einer von den Wenigen, in denen das jüdische Bewußtsein machtvoll wirkt und sie zur Ausprägung dieses Bewußtseins in der jüdischen That (nurv) kein Qpfer scheuen läßt. Sein Judenthum war mit seinem ganzen Wesen aufs Innigste verwebt und verwachsen. Der Grundzug seines Characters war aber die Wohlthätigkeit, dem er auch in den letzten Tagen seines Lebens treu geblieben. Er hat eine nicht unbedeutende Summe zu einem wohlthätigen Zweck bestimmt. Nach kurzem Krankenlager schloß sich sein Auge auf ewig. Leise war der Tod an ihn herangetreten, schmerzlos hatten sich die Bande gelöst, die seinen Geist mit der Erde verknüpften und er wird, um mit den Worten zu schließen, die unser LandeS-Rabbiuer an seiner Bahre sprach , den Ausspruch seines Namensbruder R. Elieser an sich verwirklicht sehen taw nriN ffDffn waai mir nn« :njo, was er in dieser Wallfahrtdunkelheit geopfert, daS wird er jetzt, da seine Lebenssonne untergegangen, als Lohn genießen, der den Frommen und Redlichen bei Gott beschieden ist. Hamburg, 10. Januar. Das Testament des am 29. Dezemberv. I. verstorbenen.Iacob Meyer, welches nächsten Donnerstag im Rathhause publicirt wird, enthält folgende Legate zu wohlthäti en Zwecken: für die Pensivnsstiftung der israel. Freischule Bco. M. 10,00:v, Vertrauenskaffe Bco. M. 25000, iörael. Freischule Bco. M. 4000, Talmud-Thoraschule Bco. M. 1000, Mädchenschule der israel. Gemeinde Bco. M. 2000, israel. Mädchenschule von 1796 Bco. M. 20C0, daS hamburgische deutsch-israel. Waiseninstitut Bco. M. 2000, den Frauenverein zur Unterstützung armer Wöchenerinnen sin der israel. Gemeinde Bco. M. 4000, den Verein der jungen israel. Armenfreunde zur Vertheilung von Brod und Suppe Bco. M. 1000, den israel. Frauen Verein zur Bekleidung armer Knaben Bco. M. 4000, den israel. Mädchenbekleidungsverein Bco. M. 1000, den israel. Feuerungs-Verein von 1855 Bco. M. 1000, den Mietbehilfs - Verein Bco. M. 2000, den Frauen Verein zur Unterstützung der Armenpflege, begründet 1349 Bco. M. 2000, die Makler-WittwenCasse von 1833 Bco. M. 2090, die Makler-Armen-Kaste vou 1845 Bco. M. 1000, die Pestalozzistiftung Bco. M. 2000, den Bildungs- Verein für Arbeiter in Hamburg von 1844 Bco. M. 2000, das Paulsenstift. Bco. M. 2000, die Blindenanstalt von 1830 Bco. M. 1000, die Taubstummenanstalt für Hamburg und das Hamburger Gebiet Bco. M. 10M, die Armenanstalt der portugiesisch jüdischen Gemeinde Hierselbst Beo. M. 1000, die Armenanstatt der portugiesisch - jüdischen Gemeinde in Altona Bco. M. 500, die Armenanstalt der hochdeutsch-israelitischen Gemeinde in Altona Bco. M. 150'*, die Armenanstalt der Stadt Altona Bco. M. 1500. Außerdem fällt der vom Testator gegründete Pensionstiftung für Lehrer der israelitischen Freischule nrch im Laufe der Zeit eine namhafte Summe zu, deren Zinsen inzwischen zu anderen Zwecken benutzt werden. Die ganze Bibliothek des Verstorbenen ist als Geschenk der Volksbibliothek des Schillervereins vermacht. Zu Executoren des Testaments sind die Herren vr. John Israel, Siegmund Meyer und Dr. Ferdinand Gobert ernannt. (Reform./ Filehne, am 17. Tebeth. Wenn unsere Weisen ges. And. sagen, ,,'anp ton noff n"n," so dürfte die traurige Botschaft von dem in einem Alter von 75 Jahren gestern erfolgten Hinscheiden des in Lehre und Leben gleich ausgezeichneten Rabbiners m mn b“u\ pnoff bNU’D no!?ff die allgemeinste Theilnahme auch in fernen Kreisen erwecken. Geboren in Liffa am Schluffe des vorigen Jahrhunderts, dort herangebildet unter der Leitung vou berühmten Gelehrten, unter denen auch sein Vater R. Elasar Brisch, später Rabbiner in Kutno, und mehrere seiner Verwandten hervorragten, kam der Verewigte als junger Mann von 21 Jahren nach Filehne, wo er sich verheirathete und während eines Zeitraums von mehr als 30 Jahren neben seinem geschäftlichen Betriebe für in"a und may mm mit einer seltenen opfecvollen Hingebung wirkte. In seinem 58. Lebensjahre folgte er einem Rufe der jüd. Gemeinde zu Arnswalde und drei Jahre später der zu Obersitzko. In beiden Gemeinden hat der Verewigte durch eine rastlose Thätigkeit sich Denkmäler geschaffen, welche Erz und Stein überdauern werden. Nur die in den letzten Jahren zunehmende Körperschwäche konnte ihn zwingen, sein Amt aufzugeben und zu seinen Kindern nach Filehne überzusiedeln. Hier war es seine Freude, zu sehen (um mit Jesaja 29, 23 zu sprechen), wie seine Kinder, die ihn mit aller Aufopferung pflegten, Gottes Namen heiligen in ihrem Lebenswandel, war ihm (wie der Pfalmist 119, 50 sich so herrlich ausdrückt) belebender Trost, wenn ihm in seinen Leiden bei einem Besuche ein mm -an mitgetheilt, oder wie eö oft geschah, ihm aus seinen schriftlichen Materialien , die nunmehr für die Veröffentlichung bestimmt sind, vorgelesen wurde. Was der Verewigte gewesen, was er gewirkt, was das gesammie Judenthum in dem Hingange dieses wahren

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