Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 3 (18.1.1871)
- Date
- 1871-01-18
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
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Nr. 4, S. 57 - 64 folgen erst nach S. 72. XII. Jahrgang. Beilage zu Rr. 4 des Zsraelit. geiturrgSrrsnhrichteu und Correspondenzen. Deutschland. Berlin, 12. Januar. In der gestrigen Sitzung des Abgeordnetenhauses wurde, wie bereits gemeldet, von Lasker und Kosch ein Gesetzentwurf eingebracht, der die Aufhebung des 643, Tit. 2, Theil 2 des Allgem. Landrechts, (nach welchem ein uneheliches Kind unter allen Umständen in der christlichen Religion erzogen werden soll, auch wenn die Mutter einer > anderen Religionspartei zugethan ist) betrifft. Der Antrag wurde nach einem Referate Lentos fast einstimmig genehmigt, nachdem der Justizminister die Nothwendigkeit, die bestehende Ausnahme zu beseitigen, anerkannt hat. Wir freuen uns dieses Erfolges der geehrten Herren Antragsteller, die dadurch nicht nur zur Anerkennung der allgemeinen Menschenrechte einen neuen Beitrag geliefert, sondern der jüdischen Religion einen nicht zu unterschätzenden Dienst geleistet haben. Mögen diese Herren fortfahren, im Sinne der Gleichberechtigung zu wirken. Der Dank oller Gebildeten, weß Bekenntnisses sie auch sein mögen, ist ihnen sicher. Wie wir erfahren, circulirt in der Adaß-Jisroel-Gemeinde eine Adresse an Herrn Lasker und Kosch, die ihnen in diesem Sinne einen Dank votirt. Hoffentlich werden diese Herren s. Zeit auch dazu beitragen, daß das Juden-Gesetz von 1847 in den Papierkorb wandere. Möge auch Herr Philippson und Cons. dagegen kämpfen, wir fürchten uns nicht. Dem Judenthum wird daraus keinerlei Schaden erwachsen. Scheiden dadurch vielleicht auch die Indifferenten aus den Gemeinden — wir nennen das keinen Verlust, sondern einen Gewinn! Wir wollen keine jüd. Steuerzahler, — sondern Juden in des Wortes wahrhafter Bereutung. Geiger hat am jüngsten Montage seine Vorlesungen: „die jüd. Geschichte vom 13. Jahrhunderte bis auf die Gegenwart," mit einer allgemeinen Uebersicht der ganzen Geschichte des JudenthumS eingeleitet. Ich behalte mir vor, nächstens ausführlich darauf jurückzukommen. Berlin, 15. Januar. Gestern niDff #b rot? wurde der an Stelle des hochberühmten Rabbi Michael Landsberger!?p"s» gewählte 2. Lehrer des Beth-Hamil wasch, Herr B. Zomber, den Mitgliedern deffelben I wrgeftellt und in sein Amt eingeführt. Herr A. H. | Heymann, Vorsitzender des o"ro, sprach dabei tief empfundene Worte, die in jedes Hörers Busen mächtig widerhallten. Es that uns wohl, von ihm so unzweideutig betont zu hören, daß min nobn der Pfeiler sei, worauf das Judenthum sich stütze und daß mit dem Studium des Gotteswortes nichts sich meffen könne oto ujd n"n. Daß das dazu beitragen könne, diesem den schönsten realsten Ausdruck zu geben, dazu habe der ftühere Vorstand vor Jahresfrist vollkommen beigetragen, dadurch, daß er den berühmten Schüler unseres verdienstvollen btO’D '*i b“xi, Herrn Rabb. Dr. Hildesheimer ’"j, berufen. Ihm eine neue Kraft zuzuführen, glaube er in Herrn Zomber die richtige Wahl getroffen zu haben. Herr Zomber dankt für das in ihn gesetzte Vertrauen und indem er, von einer sogenannten Antrittsrede absehend, sich entschuldigt, da er kein Mann der Rede sei, stellt er das körnige Wort Schamai's hin: 'ui ^pv 'im n 3 n nvy l uyo non, „Sprich wenig, suche jedoch viel zu leisten und bebandle auch den Gegner freundlich! Auch Herr M. G. Levy, Vorstandsmitglied des v"rn, begrüßt den neuen Lehrer und knüpft daran die Hoffnung, daß das v".i2 auch den Forderungen der Neuzeit gerecht werde. Heute, wo "Dbo ubt noji jro , wo dem jüd. Gesetz Hohn gesprochen werde, sei es nothwendig, daß von unserer Seite Alles aufgeboten werde, um den gestörten Frieden wieder zu erringen, ivp nt* *pa» 'n di^bq. Herr Dr. Hildesheimer ergreift der Auffordederung des Vorstandes zu Liebe das Wort, da ihm heute die Pietät Schweigen auferlegt hätte. Ja, ruft er aus, hier sei die Stätte deS Friedens, da, wo das stammende GotteSgesetz gelehrt werde. Er freue sich, daß die Lücke des v"rn wieder ausgefüllt sei und hoffe mit seinem Collegen etwas Ganzes und Großes zu leisten. Aber damit Frieden einkehren könne, müßten die geistlichen Pharaonen mit ihrem 'n nt* Dpi' ab zum Schweigen gebracht werden. Dies könne nur geschehen durch Verbreitung des GotteSworteS und der Gotteserkenntniß. Der Friede ist nur gesichert, wenn Garantien geschaffen sind, die ihn erhalten können. Diese Garantie liege in der Macht deS Wissens. Daß dieje Macht erstehe und erstarke, dazu weihe er seine ganze Kraft. Der Friede muß kommen, wenn wir, gestützt auf eigene Forschung, uns nicht mehr irre führen lassen. Pulsire dieses Element wieder im jüdischen Körper, dann wird auch der nicht ausbleiben.!'i^»3 ivp nt* yo’ tmi ,]n’ ivpv ny 'i