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Der Israelit · 1871-01-18 · Heft 3 (18.1.1871) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 3 (18.1.1871)
Date
1871-01-18
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XII. Jahrgang. Beilage z« Nr. 3 des Israelit. Leitevder Artikel. Litrrar isches. Der Verein „Mekize Nirdamim" hat den nachfolgenden Aufruf erlassen, den wir der Beachtung unserer Leser empfehlen: Seit ca. 8 Jahren besteht in Lyck der Verein Mekize Nirdamim zur Förderung der hebräischen Literatur unter Leitung der Herren Moses Montesiore, Baronet in Ramsgate (England), Dr. Albert Cohn in Paris, Dr. Löwe in BroadstairS und Rabbiner L. Silbermann in Lyck. Der Verein, der den Zweck verfolgt, 1) werthvolle alte hebräische Werke, — namentlich sephardischer Autoren, — welche noch gar nicht gedruckt sind, oder 2) bereits vor langer Zeit gedruckt, jedoch nur noch in sehr wenigen theuern Exemplaren vorhanden sind; endlich in letzter Reihe 3) hebräische Werke lebender Schriftsteller herauszugeben, hat in den bisherigen 3 Jahrgängen eine Reihe von Werken bedeutender Autoren veröffentlicht, so den I. Theil des „Divan" des Juda Halevi mit Anmerkungen von Professor S. D. Luzatto in Padua, die „Pesikta" mit Commentar von S. Buber in Lemberg, die talmudische Encyklopädie „Pachad Jizchak" , den Commentar „Genesis Jmre Schefer" von Naftali Herz Weffely u. s. w. Obwohl die Gediegenheit und Reichhaltigkeit dieser Publikationen allseitig bekannt ist, so wird das regelmäßige Erscheinen der Jahrgänge noch immer dadurch gehindert, daß die erforderliche Anzahl der Subscribenten nicht rechtzeitig zusammenkommt. Um diesem Uebelstande abzuhelfen, haben die Leiter des Vereins einen durch freiwillige Beiträge zu bildenden Fonds gegründet, durch welchen dieselben das regelmäßige jährliche Erscheinen der Werke mit Sicherheit bewirken können. Die Beiträge zu dem Fonds belaufen sich bis jetzt erst auf ca. 400 Thlr., welcher geringe Beitrag selbstverständlich der Sache noch keine Sicherheit gewährt. Welche Hindernisse der Ausbreitung des Vereins entgegenstchen, soll nicht verkannt werden; es ist dies namentlich der Umstand, daß Viele die von dem Vereine herausgegebenen Werke nicht verstehen. Dies darf jedoch keinen Israeliten von der Unterstützung dieses Unternehmens abhalten. Wo es sich um Erhaltung nationaler Denkmäler der Vorzeit handelt. fällt den Völkern und Regierungen kein Opfer zu schwer; sollen die Schätze der hebräischen Literatur ajllein ungehoben bleiben? Wir fordern demnach zur regen Betheiligung an dem Vereine, da die Werke zum vierten Jahrgang bereits unter der Presse sich befinden, durch Spenden zu dem Fonds und Subscription auf die herauszugebenden Werke (Preis des Jahrgangs 2 Thlr.) auf. Die Beiträge nehmen der Schatzmeister, Herr Banquier M. S. Magnus in Königsberg i. Pr., Insel Venedig Nr. 1, so wie der Unterzeichnete Mitleiter des Vereins entgegen. Lyck, den 15. December 1870. L. Silbermann, Lyck, Ostpreußen. und Torrespondeuzen. Deutschland. Mainz, 13. Januar. Wir haben heute bereits wieder 1004 fl 20 ft. an das Centralcomitb in Amsterdam zum Besten unserer nothleidenden Brüder im heiligen Lande übersenden können. Die Summe der von uns in tiefem Jahre gesammelten und übersandten Spenden beträgt nunmehr SOLS fl. SO kt. Mainz, 15. Januar. Ueber die in voriger Nummer erwähnte, projectirte Ausweisung der Polen aus Lothringen erfahren wir noch Nachstehendes: ES wohnen in Metz circa zwanzig jüdische, aus Polm stammende Familien bereits sehr lange Zeit, ohne in Frankreich naturalisirt zu sein; außerdem wohnen dort viele christliche Polen. Anfangs wurden sie sämmtlich ausgewiesen und erhielten Befehl, Lothringen binnen acht Tagen mit Frauen und Kindern zu verlassen; dann wurde ein Aufschub von wenigen Tagen bewilligt; dann wurde die Ausweisung bloß auf die Männer beschränkt, während Frauen und Kinder die Erlaubniß erhielten, dort zu bleiben. Später schien die ganze Sache auf sich beruhen zu sollen. Plötzlich wurden alle Männer auf das Bureau des Magistrats beschieden und ihnen angekündigt, daß sie binnen elf Tagen sich nach der Schweiz oder nach Belgien zu begeben haben. Am andern Tage jedoch hat der Präfect, Graf Henkel-Donnersmark, die Aufhebung

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