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Der Israelit · 1871-01-18 · Heft 3 (18.1.1871) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 3 (18.1.1871)
Date
1871-01-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
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43 J I hen für Oesterreich Partei. Auch in > I :en die Deutschen heftig, und im Kaffee - I gab es oft lebhaften Wortftreit; ja, bis > I e erstreckte sich manchmal der Zwiespalt. > I eimer und seine Frau waren als qebol I natürlich enragirte Gegner Preußens, - I briel sein Heimathland ihnen gegenüber in t I l, wobei ihm Philippine secundirte, denn ' I .raren die Ansichten Gabriels maßgebend. > I 't> Gabriel immer innerhalb der Grenzen i I oenheit, und nie verstieg er sich dazu, selbst > I ten Expectorationen seines Principal^ andere , I und schüchtern ausgesprochene Einwände ent- - I tzen. I;s Tages überreichte Gabriel Herrn Winds- I inen Brief, den er von. zu Hause bekommen I Herr WindSheimer erschrack, als er die Ein- I trachtete: es war die Einberufung Gabriels I ilitär. I Mn," sagte WindSheimer nach einigem Besin- I Sie können Sich wenigstens freuen, Burgwald, I oic hier sind. Von hier wird Sie der König I tzreußen nicht requiriren können." I „ „Ich aber/'" entgegnete Gabriel, „„ich werde > billig gehen!" " I „Wie," brauste WindSheimer auf, „sind Sie denn I z von Gott verlassen, sind Sie von Ihrem preußi- I n Cbauviniömus so besessen, daß Sie blindlings I ins Verderben rennen wollen?" I „ ,.Jch werde einfach meiner Pflicht genügen."" > „Was Pflicht? Wo haben Sie die Pflicht sich » für den König von Preußen todtschießen zu lassen? > Danken Sie Gott, daß Sie hier sind und ungehindert I hier bleiben können. Tausende wären glücklich, sich I so bequem aus dieser unangenehmen Asfaire zu ziehen." > „ „Ich weiß wohl, Herr WindSheimer, daß Viele I so denken wie Sie, allein ich denke anders. Ich > halte es für meine Pflicht, meinem Vaterlande zu > dienen und namentlich in den Zeiten der Gefahr."" > „Nourir pour la patrie *), gut Sie sollen » Recht haben! Wenn Ihr Vaterland ungerecht ange- I griffen würde, ä la bonne heure. So aber, mein I Freund, was will denn Ihr König? Schleswig-Holi stein erobern, und Sie wollen rasch hinzueilen, wollen I travailler pour le roi de Prasse?“**) I Gabriel lächelte. „ „In diesem Punkte," " sagte | er, „ „werden wir wohl schwerlich jemals übereinstim- I men. Sie wissen, daß ich die Einigung Deutschland | nicht anders jals auf dem von Preußen betretenen | Wege für möglich halte."" *) „Sterben fürs Vaterland," der Anfang eines sehr beliebten französischen Volksliedes. **) Wörtlich: „arbeiten für den König von Preußen," ein französisches Sprichwort, das die Bedeutung hat, sich vergeblich abmühen. „Was!" rief WindSheimer zornig, „Sie meinen." „Ich bitte Sie, lieber Herr WindSheimer," unterbrach ihn Gabriel, „lassen Sie mich anssprechen. Ich will meine politischen Anschauungen, Ihnen gegenüber nicht geltend machen — allein, betrachten wir die Sache von einem andern Gesichtspunkte aus: soll rch, wenn ich der Einberufungsordre nicht Folge leiste, für immer auf die Rückkehr in mein Vaterland verzichten?" „Nun, was wäre da? ich habe meine Heimath nicht wieder gesehen, seitdem ich meine Frau geholt habe!" „ „Und meine Eltern und Geschwister? Ich dürste nie zu ihnen zurückkehren!"" „Aber Ihre Eltern und Geschwister könnten hierherkommen, wenn Sie Sehnsucht nach Ihnen haben. Rahel, Philippine," rief er Frau und Tochter zu, die gerade bereinkamen, „wißt Ihr schon die schöne Neuigkeit? Burgwald will in den Krieg und sich todtschießen lassen für den König von Preußen." „Du scherzest, lieber Vater!" rief Philippine. „Nein, es ist mein Ernst, frage ihn selbst." „ ES ist so, Fräulein Philippine, ich bin zum Militär einberufen worden; doch hoffe ich, daß Gott mich vor dem Todtgeschoffenwerden schützen wird?" „Nun, wenn auch nicht tobt," sagte Herr WindSheimer bitter, „so doch zum Krüvpel. Wie würde er Dir gefallen, Philippine, mit einem Stelzfuß oder mit nur einem Arm?" Philippine fing an zu weinen. „Aber," fragte Frau WindSheimer, „warum wollen Sie nicht hier bleiben? von hier wird Sie Niemand holen!" „Weil er ein Narr ist," rief Herr WindSheimer zornig. „WaS Vaterland, was Heimath, wo eS mir gut geht, das ist mein Vaterland, mein Heimathland!" „„Lieber Herr WindSheimer,"" sagte Gabriel sanft, „ „lassen Sie uns nicht mit einander streiten. Mein Entschluß steht unerschütterlich fest; ich reise nach Hause. Vielleicht werde ich untauglich befunden dann kehre ich sogleich wieder zurück."" „Und wo nicht," fragte Frau WindSheimer, „so müssen Sie drei lange Jahre Soldat sein?" „, Ich brauchte eigentlich nur ein Jahr zu dienen, da ich die Berechtigung habe, als Einjährig- Freiwilliger einzutreten; allein mir fehlen die Mittel dazu." " Herr WindSheimer und die Seinm gaben sich noch viele Mühe, Burgwald zu veranlassen, in Paris zu bleiben; allein er blieb unerschütterlich bei seimm Entschluffe. Bevor er abreifte, händigte ihm Herr WindSheimer noch eine Summe Geldes ein, groß genug, um die Mittel zum Eknjährig-Freiwilligen-Dienste zu bestreiten.

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