Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 3 (18.1.1871)
- Date
- 1871-01-18
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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i' l L 'l r i-. ~' f- > % . L. Palästina. Jerusalem, 23. December. Die hier erscheinende Zeitschrift „Habazeleth" gibt die traurigsten Schilderungen von dem hier herrschenden Nothstande, der leider schlimmer ist als ihn eine Feder beschreiben i kann. Am 17. Kislew waren vierzig Tage verflossen, seitdem der letzte Regen gefallen war, die Saat schien vollständig verloren, die Theuerung stieg zu einer furchtbaren Höhe, und das Elend erreichte einen Grad, der selbst ein steinhartes Herz rühren muß. Die Rabbinen von Jerusalem ordneten ein dreitägiges Fasten an und zwar für Montag, Donnerstag und Sonntag, da am zweiten Montage des Chanukah- Festes halber nickt gefastet werden durfte. Mit Freude ging die jüdische Bevölkerung auf dieses Fasten ein; Montag, 18. Kislew, wurden die Läden geschlossen, und alle Welt versammelte sich zum Gebete in den Synagogen. Da beteten die Unglücklichen, Familienväter, deren kleine Kinder nach Brod schreien, Söhne, die ihre alten Ellern darben sehen müssen, unter Jammern und Wehklagen! dun ntno, nffp nun Wie Bäche flössen die Thränen der Jammernden; zum Himmel erhoben sich Augen und Hände und aus dem innersten Herzen drang das heißinnige Gebet zu Gott empor. So verging dieser traurige Tag. Und stehe, am darauffolgenden Dienstage, 19. Kislew, als der Morgen anbrach, zog ein Gewitter herauf, und Gott öffnete die Schleusen des Himmels, und der Regen strömte herab; ach, leider nur zu kurze Zeit! Nichtsdestoweniger war dieser Regen für die Saat von unschätzbarem Werthe. Und wieder versammelten sich Alle in den Synagogen, um dem Allgütigen zn danken, daß Er erhört hat das Gebet Seines Volkes, nin ovn nion nsno nam no. Auch am verflossenen Sonntag ist wieder ein wenig Regen gefallen; es war jedoch leider zu wenig, um irgendwie Einfluß auf die Herabsetzung der Brodpreise zu haben, und so ist denn die Theuerung noch immer im Zunehmen, das Elend im Steigen begriffen. Don Gott erwarten wir Hilfe; nächst Ihm sind unsere Augen auf unsere Brüder im Auslande gerichtet; sie haben uns schon oft vom Hungertode gerettet; möge der Allgütige ihnen wiederum das große ncr geben nuersj noDi hdd D”pt>. gekommen, um ein Jahrzeit zu halten. Er wurde zur Thora aufgerufen. Er geht auf den Almemor; daö anwesende Publikum ist äußerst gespannt, wie er die rona sagen wird. Er machte keine Fehler und recitirte dieselbe ganz correct: trotz alledem konnte sich Keiner des Lachens erwähren. Woran lag das wohl? Der Banquier begann die rma in ganz sanftem Tone, wie man sie am nwn jmo und dm du zu sagen pflegt. Betrachtete nun der Banquier den Jahrzeitstag vielleicht als einen nwj du? Doch nicht. Das Räthsel ist leicht aufzulösen. Herr besucht das Gotteshaus nur am ruvn vtn und dm du und hörte die no“0 nie in einem anderen Tone hersagen; er war daher in der Meinung, daß er dieselbe in richtiger Weise recitirt habe. New-Nvrk. Die New-Aorker „Times" bringt in einem längeren Artikel über die Juden unter Anderm Folgendes: Die erste Niederlassung von Juden in Amerika geschah im Jahre 1650 in Neu Amsterdam, als dasselbe noch unter holländischer Regierung stand. Die erste regelmäßig geordnete Gemeinde wurde im Jahre 1706 gegründet; 1750 wurde eine Gemeinde in Charleston errichtet, 1751 die erste Synagoge in Philadelphia gebaut. 1827 war die Anzahl der Juden in New-Hork noch so gering, daß nur eine Synagoge nöthig war. 1844 waren daselbst 4 Synagogen und in dem ganzen Lande nicht mehr als 30. Zehn Jahre später hat die Zahl der Juden so zugenommen, daß es in New. Jork 20 und in den Vereinigten Staaten an 10 » Synagogen gab. Jetzt sind in New-8)ork 40 Gemeinden und im ganzen Lande 220. Man schätzt die Zahl der Juden in New-Nork auf 75,000. Washington. Der Präsident hat den Lieutenant vr. Bendell, einen Juden, zum Superintendenten der Indianer-Angelegenheiten mit dem Sitz in Arizona ernannt. ii 8 h f s k i Feuilleton Kabrret. Amerika. Ntew-Kork. Der „Jew. Mess/" schreibt: Es war Donnerstag Morgen. Fromme Männer hatten sich wie alltäglich zum Gottesdienst versammelt, welche gewöhnlich die mittleren und Hinteren Plätze einnehmen. Aber an diesem Tage war auch ein Sitz in der vordersten Reihe besetzt. Banquier X. war IL Srchsundsechszig. Als im Jahre sechsundsechzig der preußisch-österreichische Streit sich entspann, veranlaßte er in aflen Gesellschaftskreisen des In- und Auslandes, wo pur Deutsche sich zusammenfanden, die heftigsten Debatten. Die Preußen nahmen für Preußen, die Oesterreicher