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Der Israelit · 1871-01-18 · Heft 3 (18.1.1871) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 3 (18.1.1871)
Date
1871-01-18
Page
– (sequence 3)
Language
German
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39 Schrift hat stch eine dreifache Ausgabe gestellt: 1)will sie den Uneingeweihten mit der Genesis und Bedeutung des Schulchan Aruch bekannt machen; 2) will sie denselben Klarheit verschaffen in Betreff der Differenzpunkte zwischen den Juden orthodoxer und denen neuer Richtung; 3) endlich will sie diejejenigen, die sich zur Orthodoxie zählen, aufmerksam machen, daß es an der Zeit sei, sich endlich und endgiltig für die eine oder die andere Richtung zu erklären. Nachdem der Verfasser kurz nachgewiesen, daß der Schwerpunkt der Differenzen weniger in den sogenannten Dogmen als in der practischen Ausführung der Gesetze liegt, entwickelt er in einem kurzgefaßten literar-historischen Ueberblicke die Entstehungsgeschichte des Schulchan Aruch, der ja nichts Anderes ist als die Codificirung der in ns mvn snssV mm enthaltenen Religionsvorschriften. Dem gegenüber stellt der Verfasser die Auslassungen Creizenachs, Geigers, Löw'-ö rc. über den Traditionsbegriff auf. Löw (von Szegedin) gesteht es ganz offen, daß heutzutage selbst die sogenannten gemäßigten Reformer in ihren Ansichten in weit höherem Grade von dem echten Judenthume divergiren als die Kara'iten, die doch von der Gemeinschaft Israels ausgeschlossen sind und mit denen keine Verschwägerung stattfinden darf. Freilich, wenn das im vorigen Sommer in Eisenach gegebene Beispiel Nachahmung finden würde, ^wenn die Reformrabbinen fürder darauf auSgeheu würden, 'tnttnj D'ilüD so könnte allerdings die Kluft eine unausfüllbare werden. Möge das trefflich und eindringlich geschriebene ^Schriftchen seinen Zweck nicht verfehlen. Aeitungsnachrichten itttfc Correspon denzen. Deutschland. Berlin. Eine Polizei-Notiz lautet: Zu ermitteln bleibt immer noch, wer der Mann war, der bei Haselhorst todt, nur mit dem Hemde bekleidet, gesunden wurde. Derselbe war 45 bis 50 Jahre alt und scheinbar jüdischer Abkunft. Vor einiger Zeit wurde ein Geisteskranker in Charlottenburg als verschwunden gemeldet, es wäre möglich, daß dies der Erftorene wäre. Frankfurt a. M. Vor einem Jahre wurde hier ein Verein unter dem Namen „Malbifch-Arumim- Chebra" begründet, welcher den Zweck hat, arme israelitische, die hiesigen Schulen besuchende Kinder zu kleiden. Im verflossenen Jahre hat dieser Verein 16 arme Knaben vollständig gekleidet. Stettin, 5. Januar. Wie bereits in voriger Nummer kurz berichtet, hat die Angelegenheit der Bestellung jüd. Feldgeistlichen dw ch nachstebeudes, an den Rabbiner I)r. Treuenfels hier ergangenes Ministerial- Rescript eine beftiedigende Erledigung gesunden. Berlin, den 3l. Dec. 1870. Ew. re. benachrichtige ich auf die Eingabe vom 17. v. M., daß mit Genebmigung des Herrn Kriegsministers den zur Wahrnehmung der Seelsorge bei den jüd. Soldaten auf dem Kriegsschauplätze zugelassenm Personen freie Eisenbahnfahrt auf Kosten der Militärverwaltung, so wie fteieS Quartier und je eine Mundportion im feindlichen Lande gewahrt werden wird. Auch sind nach Ihrem Wunsche für diejenigen drei Personen, welche sich zur Uebernahme der beregten Functionen zur Zeit gemeldet haben, die beifolgenden Legitimationen ausgefertigt worden, deren Aushändigung Sie gefälligst bewirken und woraus Sie zugleich ersehen wollen, daß dervr. Lenin aus Pinne der 3. Armee unter dem Oberbefehl des Kronprinzen von Preußen, der vr. Benjamin Rippner aus Liffa der 2. Armee unter dem Oberbefehl Sr. König!. Hob. des Prinzen Friedrich Karl von Preußen und der Or. Blumen st ein aus Mannheim der 1. Armee unter dem Oberbefehl des Generals der Kavallerie Freiherrn von Manteuffel zugewiesen worden ist. Die genannten Oberbefehlshaber haben durch das Königl. Kriegs - Ministerium die erforderliche Mittheilung erhalten. Der Minister der geistlichen rc. Angelegenheiten, v. Mühl er. (R. St. Z.) Altona. Vvr einiger Zeit theilten wir die traurige Nachricht mit, daß der hoffnungsvolle Seh« des Herrn Obergerichtsadvokaten Moritz Marburg, der unter den Husaren diente, von einer feindliche« Kugel in der Nähe von Orleans tödtlich getroffen wurde.Von einem aus dem Felde heimkehrendeu verwundeten Krieger erfahren wir jetzt nähere Details über das Ende dieses beklagenswerthen Opfers der Franktireurs. Letztere haben die Gewohnheit, sich in ganz unverdächtigen Gestalten, mit der gewöhnlichen blauen Blouse der französischen Landleute bekleidet, zu zeigen, und dadurch die deutschen Soldaten in Sicherheit zu wiegen. So geschah es auch hier. Die Husaren, welche Patrouille ritten, trafen auf ihren Streifereien täglich Blousenarbeiter, die ihnen ganz harmlose Leute zu sein schienen, und mit denen sie nach und nach durch angeknüpste Unterhaltungen und dergleichen aus einen, so zu sagen, freundschaftlichen Fuß zu stehen kamen. Aber eines Tages griff plötzlich einer dieser Blousenmänner in's ganz nahe liegende Gebüsch, holte eine Flinte hervor, und tödtete durch mm Schuß in den Kopf den jungen Marburg, wo-

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