Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1871-01-11 · Heft 2 (11.1.1871) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 2 (11.1.1871)
Date
1871-01-11
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2447499-2447502--08974-2464648
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

urmgen berechtigenden Sohn verloren. Möge der Allgütige ihnen und allen Denen, die um einen geliebten Hingeschiedenen trauern, Trost senden, besonders in solchen Fällen, wo es dem Menschen um solchen oft schwer wird! — Auch in der Provinz Westphalen, besonders aber in den Kreisen Hagen, Altena und Iserlohn, zeigt sich die Opferwilligkeit unserer Glaubensgenossen zur Unterstützung der auf dem Kriegsschauplatz sich befindenden Soldaten in nicht minder hohem Grade, als anderswo. So weisen die verschiedenen Zeitungen und LocalLlätter der genannten Kreise in ihren monatlicheu Berzeichniffen freiwilliger Spenden deren von Israeliten, sowohl einmalige, wie auch monatliche, bis zur Höh' von 50—100 Thlr. nach. Es ist dieses um so anerkennenswerther, wenn man erwägt, daß seit Beginn des Krieges die Communalsteuern, wegen Unterstützung der Angehörigen der zu den Fahnen einberufenen Familienväter, bedeutend erhöht worden sind. Oestrich. M. Rosenwald, Lehrer. Oesterreichisch-Ungarische Monarchie. Wien. Ein Correspondent der „Gegenwart" schreibt von hier: Ein Uebelstanid in der hiesigen Cultusgemeinde ist das ungerechte Gebühren bei Trauungen und Leichenbestattungen. Da gefällt mir durchaus nicht die Classeneintheilung, indem dadurch ein nicht zu billigenderUnterschied zwischen arm nnd reich gemacht wird. Muß denn auch in religiöser Beziehung das Materielle, der Mammon, den Ausschlag geben? Wozu diese lächerliche Rangirung? Wir Juden sollten uns doch wenigstens unter uns alle für gleichberechtigt halten, wir halten uns ja durchgehends für crato m, höchstens könnte der Begüterte den Vorzug genießen, aus freien Stücken bei solchen Gelegenheiten eine höhere Taxe erlegen zu dürfen, wie er ja auch, wenn er die Ehre hat, zur Thora gerufen zu werden, mehr spendet, ohne von seiner Achtung einzubützen, wenn vor oder nach ihm ein Armer die gleiche Funcion erhielt. Bei Leichenbegängnissen ist die Divergenz nicht so auffallend wie bei Trauungen, wo z. B. das eine Mal ein Ehepaar unter ganz Heller Gasbeleuchtung, längerer Predigt, unter Begleitung des Chores getraut wird, und dann auf einmal dies alles abnimmt; es wirkt diese Degradirung natürlich sehr verletzend auf den Betheiligten, aber vielleicht noch mehr auf den aufmerksamen Zuschauer (es sind oft Nichtisraeliten); es sollte also doch wenigstens bei den Trauungen Alles gleichgestellt sein, und diese Einrichtung würde dem Bethause nicht so hohe Kosten verursachen. Grotz-Magendorf. Die hiesige Gemeinde ® hat alle Anstrengungen gemacht, um den rühmlichst bekanuten Rabbiner Jacob Sniderszu entzoHieren, was 1< ihr auch endlich gelungen ist. Am 22. Dezember hielt ai derselbe seinen Einzug dahier, bei welcher Gelegenheit ja ihm von Seiten der Gemeindeglieder ein feierlicher je und herzlicher Empfang bereitet wurde. P vr. Philipp Spitzer, Bezirksamt. ei d< Jefkerfani Dieser Tage trat dahier ein sechszehn Jahr altes christliches Mädchen zum Judenthum über. Lange hatte man sich geweigert, daffelbe aufzu- " nehmen, da es aber immer wieder darauf hin drängte, und J! man sich überzeugt hatte, daß diesem Schritte keine unedle Motive zu Grunde liegen, so wurde endlich dieser " Akt nach ritueller Weise vorgenommen. JJ ni Tabagura Am Savbat, den 2. Dezember liefen drei hiesige israelitische Knaben unterhalb der Stadt auf dem Flusse Schlittschuh. Da r.& an diesem Tage trübe war, stürzten sie in ein Loch, das C sie nicht bemerkt hatten. Ein in der Nähe stehender Bauer eilte ihnen nach, konnte aber nur zwei derselben % retten; der dritte war bereits todt, als er wieder zum st Vorschein kam. (Jb. An.) Frankreich. Aus Paris, 25. Der, geht uns per Ballonpost * die Nachricht zu, daß beim Ausfall am 21. Dec. bei le Bourget Herr Haas, ein Glaubensgenosse, Capif tön der Mobilgarde, an der Spitze seiner Compagnie £ den Heldentod für'S Vaterland gestorben. Herr Haas e war ein junger, talentvoller Mann; er zählte erst 20 H Jahre; er war früher im Geschäfte seines Vaters, der eine bedeutende Hutfabrik in der nie du temple besitzt, beschäftigt gewesen. Feuilleton. K a K x f e f. n. In der Rue Rivoli. Eine der schönsten Straßen in Paris ist die Rue Rivoli, die an Länge und Schönheit kaum ihres

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.