Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 2 (11.1.1871)
- Date
- 1871-01-11
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2447499-2447502--08973-2464647- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
e feon überallher treffen Spender -ein, hie wir s. G. - D. in Nr. 3 veröffentlichen werden. Heute haben wir; EOll fl 36 fr. nach Amsterdam gesandt, wvi ton jedoch der größere Theil aus unfern Sammlunt Len der zwei letzten Monate des vorigen Jahres; »stammt. I Berlin. Vom Vorstande des palästinensischen »Vereins in Berlin ist sowohl dortigen Gemeindemit- - »gliedern, wie auch einer Anzahl vieler Gemeindevor- Istände Preußens, deren mehrere sich schon früher »diesem Verein anschloffen, in Rücksicht auf die in Je- - Irusalem wieder eingetretene außerordentliche Noth, fol- Igendes Circular versendet worden: I Ew. Wohlgeboren, I empfangen anbei mehrere, den im vorigen Jahre «leider aufgerichteten Verein für palästinensische Angele- I genheiten betreffenden Druckschriften mit der Bitte, sich »gef. dem Vereine anzuschließen und die (entsprechend I auszufüllende) einliegende Beitrittserklärung Einem der I Unterzeichneten gef. einzusenden. | Wir bitten Sie um so inständiger um gef. Bei- | tritt, als sehr schreckliche Berichte aus Jerusalem mehr | als je unsere Thätigkeit erheischen. Mangel an Regen | in den dort für das Wachsthum entscheidenden Re- I genmonaten hatte die Hoffnung auf eine auch nur I mäßige Ernte bereits vernichtet, Heuschreckenschwärme » haben das Wenige genommen, was trotzdem gewach- » sen war. I Tausende sind dadurch dem Hunger verfallen, i starren verzweifelt in die Zukunft. Auf uns sind ibre | Augen in erster Linie gerichtet, und wir dürfen sie | nicht verlassen, selbst unter diesen außerordentlichen | Verhältnissen nicht, wo die Bürgerpflicht ununterbro- I chen ihre Rechte fordert, wo Jeder in nie geahnter » Höhe spendet und gibt. I Die Augen unserer unglücklichen Brüder und » Schwestern in Palästina sind aber jetzt um so mehr » gerade auf uns gerichtet, weil eines ihrer wesentlichsten I Patronate, Frankreich, absolut gelähmt ist, weil weder I Crömieux noch Albert Cohn, die zu ihren hervorra- » gendsten Helfern zählen, eingreifen können und unsre » Brüder und Schwestern der Erwartung leben, daß! die „Sieger" deren Liebespflichten mit übernehmen! werden. Sie werden sich hoffentlich nicht getäuscht sehen. Wohl ist eS schwer, sehr schwer in jetziger so bedrängter Zeit, die Jedem. so viel Kraftanstrengung auflegt, neue Opfer zu fordern; noch viel schwerer, ja unmöglich ist es, die Verantwortung des Schweigens zu übernehmen, wo es sich um Tausende Hilfloser, Hungernder handelt. ’ Daher ersuchen wir Sie, durch Ihren Beitritt den Verein in den Stand zu setzen, auch in dieser außerordentlichen Z'it entsprechende Hilfe zu bringen; anderenfalls bitten wir um eine außerordentliche Spende für diesen die schleunigste Abhilfe erheischenden Nothzustand. Berlin, 1. Januar 1871 (6. Teweth 5631). Der Vorstand des palästinensischen Vereins, vr. Israel Hildesheime, M.G.Levy, Vorsitzender. Sekretär. Eduard Mende, Caffirer. Berlin, 2. Januar. Am 15. Oktober a. pr. wurde hier ein Verein unter dem Namen Amicitia, mrw, von jüdischen Studirenden, Handwerkern und Gewerbtreibenden aus Rußland und Polen gegründet, dessen Zwecke laut §. 1 der Statuten folgende sind: a. gegenseitige Belehrung; b. Bildung des Charakters; o. Unterstützung der unbemittelten Mitglieder;, d Theilnahme an den Angelegenheiten der Glaubensbrüder in Rußland und Polen. Derselbe hat seit dem 15. November 70 seine Thätigkeit begonnen, und werden seit dieser Zeit bereits 20 Mitglieder — meistens Handwerker, Zöglinge des hiesigen Localcomitö's der „Alliance Jsr." — mit gutem Erfolg in verschiedenen Gegenständen unterrichtet. Das hiesige Localcomitö hat demselben nach Möglichkeit seine Unterstützung versprochen. H Berlin, im Tebeth. Vor etwa 2 Monaten starb hier ein Herr Abel nach einem langjährigen sehr verdienstvollen religiösen Leben. Durch Vermittelung des wackeren nwyü, Herrn M. G. Levy, empfing der hiesige palästinensische Verein ein p"p von 200 Thlr., deren Hälfte für Pilgerwohnunzen bestimmt, und dafür einer der Bewohner derselben den Jahrs zeitstag unter üblichen Modalitäten feiert, was von Seiten des Centralcomiv's für orün unter eigener Verantwortung geordnet ist. Derselbe edle Zionsfreund hat auch von einem Herrn Joseph Robenstein in Wangerin (Pommern) ein p"p von 50 Thlr. gleichem Zwecke zugeführt. Möge dieses schöne Beispiel der Anhänglichkeit für unser heiliges Land recht viele Nachahmer finden. Aus ZWeHphalen Schon wieder ist durch den gegenwärtigen mörderischen Krieg eine brave jüdische Familie in Westphalen in die größte Trauer versetzt worden. Herr Moses Löwenstein aus Hagen wurde während des Bombardements von Bitsch durch einen Schuß in die Brust schwer verwundet und starb bald darauf an der Seite seines Obriste», deffr» Bursche er gewesen, den Heldentodt für das geliebte Vaterland. Seine betrübten Eltern haben in dem Heimgegangenen einen braven, zu den besten Hoff-