Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 2 (11.1.1871)
- Date
- 1871-01-11
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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p 30 Millionen von Israeliten auf dem weiten Erdenrunde zuunendlichem Danke verpflichten. , Wenn auch Anfangs nur wenige Juden von der zu ertheilenden Berechtigung Gebrauch machen möchten, so ist es doch die Anerkennung des Princips, die Alle ingleicher Weife erfreue» würde. Genehmigen Ew. Excellenz die Versicherung der vorzüglichsten Hockachtung Ihres ergebenen Dr. Lehmann Rabb. der isr. Religionsgesellschaft zu Mainz und Redacteur des „Israelit". Darauf erhielten wir die nachstehende Antwort: „Madrid, 29. October, 1868. Herrn Rabbiner Lehmann in Mainz. „Mein Herr! „Von verschiedenen israelitischen Comite's und Gesellschaften aus mehreren Ländern Europas habe ich der ihrigen ähnliche-Petitionen empfangen, welche um die Aufhebung des Deerets vom Jahre 1492 bitten. Ich kann, mein Herr, nur wiederholen, was ich bereits Mehreren Ihrer Glaubensgenossen geantwortet habe: diese Frage ist zu ernst (grave), zu wichtig (importante)., als daß ich für mich allein , darüber zu entscheiden vermöchte. Wenn die Cortes versammelt sein werden, so können Sie und Ihre Glaubensgenossen eine Gesammtpetition. oder mehrere' einzelne Bitten an die Vertreter der Nation richten, welche dann, wie ich hoffe, Ihrer Forderung gerecht werden. „Die eine Wiedergeburt Spaniens bezweckende Revolution (la revolution regenerative), welche sich soeben vollzogen hat, hat in ihr Programm die religiöse Freiheit ausgenommen, wovon Sie das dieser Tage publicirte Manifest der Regierung überzeugt haben wird. Es ist das eine Garantie für Sie, daß . Ihr Wunsch in günstiger Weise wird erledigt werden. . „Ick danke Ihnen, mein Herr, für die Glückwünsche, welche Sie an mich richten und für die Gefühle, welche Sie mir bezeugen. „Genehmigen Sie, Herr Lehmann, die Versicherung meiner vorzüglichen Hochachtung. I. Prim." Nachdem wir den vorstehenden Brief empfangen hatten, trafen wir sofort die nöthigen Vorkehrungen, um eine dem darin ausgesprochenen Verlangen entsprechende Petition von hervorragenden Glaubensgenossen unterschreiben zu lassen und dieselbe an die Cortes zu senden. Wahrend der Drucklegung des Entwurfs jedoch beschlossen die Vertreter der spanischen Nation (die bei dieser Gelegenheit: gehaltene Kt RedeC a stell are's wird wohl noch Vielen evinnero lich sein) die vollste Gewissensfreiheit in die Verfassung aufzunehmen und damit das Verbannungsedict von 1492 aufzuheben. Dadurch waren natürlich die von Marschatt Prim angerathenen Schritte überflüssig |fto geworden. Zeitungsnachrichten rrnd <£orrefpo»t* denze«. Deutschland. Mainz, 6. Januar. Wir erhielten vor 14 Tagen von Metz eine!Nachricht, die zu veröffentlichen wir Anstand nahmen. Seitdem ist jedoch die Angelegenheit ohne unser Zuthun in die Oeffentlichkeit gedrungen, und so wollen denn auch wir unfern Lesern Kunde davon geben. - . Von Metz aus theilte man uns mit, daß der preußische Präfect, Herr Graf von Henkel-Donners mark, ein Decret erlassen habe, daß alle Polen binnen acht Tagen Metz und ganz Lothringen zu verlassen haben. Viele in Metz und Lothringen angestedelte jüdische, aus Polen stammende Familien wurden dadurch sehr hart betroffen, oder vielmehr bedroht. Die Unglücklichen, die erst die Schrecken einer langwierigen Belagerung erlebt hatten, sollten nun aus ihren Geschäften herausgeriffen und mit Weib^ und Kind bei dieser schrecklichen Jahreszeit auf hie Landstraßen gestoßen werden! Die Schritte, welche sofort der Herr Oberrabbiner Lippmann von Metz und der Stadtrath daselbst beim Prasecten thaten, um dieses Decret rückgängig zu machen, blieben vergeblich, da Graf Henkel lediglich auf höhere Ordre handelte. Wir beeilten uns, sofort mehrere hochgestellte Glaubensgenossen und Vereine für diese Angelegenheit zu interessiren und um deren Verwendung zu bitten. Außerdem richteten wir selbst ein Bittgesuch en den Bundeskanzler Grafen von Bismark. In der That ist auch G. s. D. bereits, ein. Aufschub bewilligt worden; hoffentlich wird die ’ ganze Angelegenheit einer erfreulich« Lösung entgezengchen. - Mainz, 6. Januar Der vom Centralesmitö in Amsterdam erlassene Aufrufzur Errettung der Nothleidenden im heiligen Lande vom Hungertode, hat bereits erfreuliche Früchte zu bringen begonnen.