Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 2 (11.1.1871)
- Date
- 1871-01-11
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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18 tcn 'n ’J« ’3 jnn n«u 'n io« n3 '3, „denn also hat Gott gesprochen: Durch Pas, was ich poLbringen werde, sollst du erkennen, daß Ich der Ewige bin," ist das Dasein Gottes als Grundlage des Glaubens ausgesprochen, im Gegensätze zu den lästerlichen Worten Pharaos n« my-p «d, „ich kenne den Ewigen < nicht"; —in denWorten '3 ynn;yQd^ wnn Dio wem pan mp3 h ^«, „und ich werde auszrichnen am selbigen Tage das Land Gosen, auf welchem mein Volk weilt, daß nicht dort sei daS Gewild, damit du erkennest, daß ich der Ewige bin inmitten des Landes," ist die Fürsorge, die Vorsehung Gottes und damit die Belohnung und Bestrafung ausgesprochen; — und in der Verheißung, die Gott dem Moscheh gleich zu Anfang gegeben D'ift«n n« jroyn onaoo Dyn ")«,aina rwn mn dy, „wenn du herausführen wirst das Volk aus Mizrajim, so sollt ihr Gott dienen auf diesem Berge (Horeb)", ist die Offenbarung am Sinai, also der göttliche Ursprung der Thora ausgesprochen. In dem von uns obenangeführten Verse 3ünni V? rnoy no ny-6 prnno min«, „und es stand seine Schwester von Ferne, zu wissen, was ihm geschehen würde," ist ein gewichtiger Moment aus der Iugendgeschichte unseres großen Lehrers Moscheh enthalten; seine Mutter hat ihn aussetzen müssen an das Ufer des Flusses, die nächste Steigung des Nil muß das Kästchen mit dem hebräischen Knaben hinwegschwemmen; in Angst und Sorge, aber auch voll Gottvertrauen, steht die treue Schwester von Ferne, um zu wissen, wie es dem Bruder ergehen wird, der zwar noch ein zartes Kind, von dem aber ihr prophetischer Geist ahnt, daß er einst sein wird der Erretter seines Volkes nicht allein, sondern derjenige, den Gott zu seinem Boten erküren wird, um die göttliche, die himmlische Thora der Erde zu bringen, v'Qlvi p« dy nm, so daß Gottes Majestät walten wird im Himmel und auf Erden — und an diesen Moment knüpft Rabbi Jizchak den Inbegriff der ganzen Thora. Sieben Worte zählt der VerS, und wenn wir das Subject als Träger (xmi) des Satzes nDDn^ no« — min«) (nJ’Dtcm — n« mm« abrechnen, so bleiben noch sechs; drei davon stellen je eines einen der drei obenerwähnten Grundsätze (Dnp’y) auf, während von den drei andern je eins einen scheinbaren Einwand gegen den betreffenden Grundsatz widerlegt. Das Gesagte wollen wir im Folgenden des Nähern ausführen. I. 3Lrn'i 'n «3'i 3m3i 23nm, „Gott kam und stellte Sich." Die Grundlage aller Religion nicht nur, sondern die Grundlage alles wahrhaften Denkens und wirklichen Seins ist das Wissen von G o tft. Wenn wir über den Ursprung und den letzten Grund aller Dinge Nachdenken, so stoßen wir solange auf unlösliche Räthsel, bis wir Gott als den Ursprung, als den erste» u»d Letzten Grund alles Seins vckestnen. Versuchen wir einmal, über den Ursprung der Dinge uns klar zu werden. Woher kömmst du, woher bist du, mein Bruder? Dein Vater hat dich gezeugt , deine Mutter dich geboren; und deine Eltern? sie stammen von ihren Eltern; jut* diese? Ja, wenn du Tausende von Geschlechtern rückwärts rechnest — du wirst dir über deinen Ursprung nicht klarer werden. Ebenso ergeht es mit allen Dingen; was find sie, die Berge und Thäler, die Ströme und Flüsse, die Länder und Meere, die Thiere und Pflanzen, die Vögel und Fische, die Sonnen und Monde, die Fixsterne und Planeten und all die Welten alle, woher stammen sie, woher und wieso stad sie gekommeu.? Ja, wir sind noch zu einer wettergehenden Frage berechtigt : existirt denn das Alles wirklich, oder ist Alles nur Täuschung, das Leben ein Traum, die Welt ein Trugbild unserer nur wenig zuverlässigen Sinne? 3Lm'i 'n «2'i, aber der Gedanke an Gott kömmt uns, und Alles gewinnt Bestand. Er, der Inbegriff aller Vollkommenheiten, der Inbegriff alles Seins, Er ist der Ursprung, der Urheber, der Schöpfer des Weltalls wie unserer selbst, und da Er wesentlich ist, so find auch seine Geschöpfe wesentlich und da Er die Wahrheit ist, so ist auch Seine Welt kein Trugbild. Gott also ist der Inbegriff aller Vollkommenhes? ten und alles Seins; aber gerade diese höchste Potenz der Vollkommenheit schließt einen scheinbaren Mangel in sich, nämlich den Mangel der Möglichkeit des Fortschrittes. Hier stnd wir inmitten des Streitpunktes gerathen, welcher gegenwärtig die Parteien im Iüdenthttme bewegt und beschäftigt. Da Gott das vollkommenste Wesen ist, so kann Er nicht vollkommener werden, so kann er mcht „fortschreiten" zu höheren Stufen. Der hier inBetracht kommende Gegensatz zwischen „stehen" und „fortschreiten" ist schon in der hl. Schrift dargelegt. Gott verheißt dem Hohenpriester Josua rnmi rV?«n onoiyn p3 ootmo „Ich weroe dir gestatten zu wandeln zwischen den hier Stehenden," d. h. zwischen den Engeln, denn diese heißen: Stehende, weil sie den ihnen zukommenden Grad von Vollkommenheit schon erreicht h iben und ein Sichentwickeln, ein Fortschreiten ihnen unmöglich ist, während der Mensch ein Wandelnder, ein Fortschreitender ist, der sich zu immer größerer Vollkommenheit entwickeln kann. In der That ist der Mangel der Möglichkeit des Fortschreitens für daS allervollkommenste Wesen kein Mangel, denn der Fortschritt als solcher setzt selbst erst einen Mangel voraus; in ihm, durch ihn soll noch etwas Anderes erreicht werden; Gott aber ist voll-