Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 1 (4.1.1871)
- Date
- 1871-01-04
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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13 Asien. Jaffa Dieser Tage lieft ein Muhamedaner in der hiesigen Synagoge durch einen jüdischen druv aus Arabien sein acht Tage altes Söhnchen beschneiden. Die Synagoge war voll von den Verwandten und Freunden des Muhamedaners. Alle waren erstaunt zu vernehmen, daß der v.->w keine Belohnung annehme. Sie theilten übrigens unter den Anwesenden viele Geschenke aus und gaben den Armen ansehnliche Spenden. Vor Jahren kam ein ähnlicher Fall hier vor. Eine Muhamedanerin hatte das Gelübde gethan, daß, wenn sie ein männliches Kind gebären werde, sie es durch einen Juden in der Synagoge am achten Tage beschneiden lassen wolle. (Es waren ihr schon mehrere Kinder gestorben.) Sie hielt ihr Gelübde. Noch heute läßt sie am Geburtstage ihres SöhnchenS in der Synagoge Lichter brennen und gibt nicht unbeträchtliche Almosen den Armen. (Habazeleth.) Nablus. Die in Jerusalem erscheinende Zeitschrift „Habazeleth" bringt interessante Mittheilungen über die Gebräuche (D’Jruo) der hier lebenden Samaritaner. Diejenigen Gebote, die dieselben beobachten, halten sie sogar sehr strenge und genau. Am rav essen sie keine gekochten und gewärmten Speisen; hingegen leben sie am Freitage um so beffer, an welchem Tage sie das Beste auf den Tisch bringen. Am Freitag Abend zünden sie keine Lichter an und sitzen Freitag Abend in Finsterniß da, und zwar thun sie dies deßhalb, weil eS in der min (jetjjt: ^3 er# nj/an vto Das Vieh schlachten sie mit einem scharfen, aber nicht glatten Messer, aber untersuchen nicht die und beachten nicht die übrigen nisno der inneren Glieder. An den Feiertagen, an denen sie aus dem Berge Gerizim Opfer bringen, geben sie ihrem Hohenpriester die besten Theile, die sich derselbe selbst auswählt. Die Frauen leben jrrpj nj>2 abgeschlossen in einem besonder» Zimmer und Niemand spricht mit ihnen. Ihre Söhne lassen sie am ackten Tage durch Andere beschneiden, ebenso lassen sie ihre Todten durch Mohamedaner begraben. Wenn einer der Ihrigen dem Tode nahe kommt, entfernen sie sich alle, weil sie befürchten, er möge ganz plötzlich sterben und sie unrein werden; auch entfernen sie aus demselben Grunde alle Geräthe aus dem Hause. In ihrer Kleidung unterscheiden sie sich fast gar nicht von dm Muhamedanern, nur tragen sie anstatt einen weißen, einen rothen Kopfbund. Sie sind stolz und sehen mit Verachtung auf die Juden herab, mit denen sie nicht sprechen wollen. Safet Ein neues Hospital für jüdische Ar» men wurde in Safet errichtet. Die Kosten des Gebäudes wurden von einer jüdischen Frau Namens Mesbur bestritten. Afrika. Alexandrien. Am 8. ^cü starb dahier plötzlich unser vielgeliebter Rabbiner, Nathan Amram, in seinem 80. Lebensjahre. 18 Jahre stand er an der Spitze unserer Gemeinde. Er hatte auch viele medicinische Kenntnisie und viele Kranke, die von den Aerzten aufgegeben worden waren, heilte er mit der Hilfe Gottes, so daß er sowohl als Rabbiner als auch als Arzt große Berühmtheit erlangte. Er war der Verfasier verschiedener jüoischer Werke. Die Betheiligung an seinem Leichenbegängnisse war eine sehr große und schon lange sah man dahier keinen so langen Leichenzug. n,,2tisuji,n. (Hamagid.) Capftadt Wie der „Cape Argus“ mittheilt, hat Herr Rabbinowitz, Rabbiner in Capstadt, eine College für die deutschen und französischen Verwundeten veranstaltet, die die Summe von 102 » fl. erzielte. (Jew. Chr.) Amerika. Baltimore. Eine Versammlung wurde jüngst in Baltimore abgehalten und ein Plan festgestellt, wonach sich eine streng orthodoxe Gemeinde bilden soll, da sämmtliche hiesigen Synagogen mehr oder weniger Reformen eingeführt haben. Die Bemühungen der Orthodoxen sind vom besten Erfolge gekrönt worden. Cineinati. Die hiesige Armenunterstützungsgesellschaft gibt jährlich ungefähr 10 Millionen Dollar aus. Zu dieser Ausgabe tragen die Juden an 3 Millionen Dollar bei. Es soüm dahier 12,000 Juden wohnen. Donaldsville. Herr Schaumburg (Jsr.), Mayor der Stadt Donaldsville, wurde bei einem daselbst jüngst stattgehabten Tumulte getvdtet. S«»i lle ton. g-tne Scene ans der Schlacht Sei Kravetstte. Rodenberg, den 25. December. Bor einiger Zeit hatte ich Gelegenheit, mit eine« vom Kriegsschauplätze zurückgekehrten invalidgeworde-