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Der Israelit · 1871-01-04 · Heft 1 (4.1.1871) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 1 (4.1.1871)
Date
1871-01-04
Page
– (sequence 6)
Language
German
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6 fraglichen Zeit den nzv verhindern, verstößt Lei t„en bekannten RkligionSver Ministen der hiesigen lkit.^HsndelSfchüker wahtlich - nicht minder gegen alle Logik, wie gegen alle-Gerechtigkeit! Als ganz unwesentlich darf ich es hier übergehen, ob Herr ’rcK für die „Bürgerschule" hat Propaganda machen wollen oder nichi;! seine-Abgabe jedoch, als habe er den Mangels an eigentlich jüd,sichern Unterrichts. Niemandem zgm Porwurse, sondern Nur die Eltexn '/c/darauf aufmerksam mgchen wollen, kann ich nicht ohne die Frage binnekmen, welche Eltern rc., denen eS an orthodoxreligiöser Bildung und Führung der Knaben einiger- -Maßcn gelegen ist, denn so naiv sein werden, zu glauben, daß hierfür in der Handelsschule mit ihrem zweirejp. einstündigen Religionsunterrichte hinlänglich gesorgt sei? Die das glauben, werden die Kundaepnngen des Herrn tcn, werden das geschätzte Organ des orthodoxen Judenthums überhaupt wenig oder gar nicht lesen; die das glauben, das sind keine Orthodox^ auch keine Lauen und Halben mehr, das sind schon ganze Neologen. Und nun noch ein Wort in Betreff des von verehrl. Redaction den jüd. Lehrern der Handelsschule gegenüber geäußerten Wunsches, durch Zureden, steundliches wie ernstes, zu Gunsten der Sabbatheiligung zu wirken. Diesem Wunsche trete ich selbstverständlich von ganzem Herzen bei, jedoch meiner Ueberzeugung nach' — waö mir demnach die sehr verehrte Redaktion auszusprechen gerne verzeihen wird — kann .ich'hieß nur insoweit thun, als er nicht die Gesammtheit, somit auch die von Hause aus Neologen der hiesigen Handelsschüler im Ganzen im Auge hat. Bei diesen —und sie machen die weitaus größte Anzahl der „Schreibenden" aus — bedürfte es sicherlich eiper ganz anderen Autorität als speciell derer ihres Religionslehrers mit seinem wöchentlich 1 bis Lstündigem' Unterricht. Weit entfernt,, bei dieser Kategorie durch derartige Ermahnungen Gutes wirken zu können, zweiste ich vielmehr in diesem Falle leider gar nicht an einem gegentheiligen Erfolge!*) Es mag das paradox klingen, für den in diese Verhältnisse nicht Uneingeweihten freilich kaum mehr. In Mzelnen, den jüd. Lehrern persönlich mehr zugänglichen Fällen hingegen, deren es nicht allzuwenige sein werben; könnte von Seiten dieser Herren noch Gutes gestiftet werden, und sie werden jede sich darbietende Gelegenheit gewiß gern ergreifen. »i>h D’mn not aoin na raron to? Hin’ V'ir. Oesterreichisch Ungarische Monarchie. Wien, 19. December. Das Chanukah-Fest des „Theresien-Kreuzervereins" wurde gestern Abends in *) Wie traurig! — ReK den oberen Sperlsälen wie alljährlich gefeiert.^. Es war ein Fest für hie'armen Waisen, 'me M Wmter- Ußi'dung beswenkt wurden. Heuer konnten '465 Kinder, und zwar 210 Knaben und 246'Mädchen bedacht werden. Zu Beginn des Festes wurde eine Ansprache an die Kleinen gehalten und ihnen die Bedeutung des jüd. Weihefestes ausein ändergefetzt. Professor'Sulzer stimmte dann mit dem Personale des Stadtchores einen Ehoral m. Mährend der Gottesdienst abgehalten wurde, gab es Meinem Nebensale einen kleinen Bazar. Damen der Iinuts - Lüanoe beschäftigten sich mit dem Verkauf von allerhand Steppsachen, deren Erlös dem „Theresien-Kreuzerverein" zufließt. Die Damen v. Epstein, Königswarter, Weikeröheim rc. wußten ihre Waaren, als: Blumensiräußchen, Zündhölzchen - Etuis , Cigarren um hohe Preise an den Mann, d. h. an die anwesenden Banquiers zu bringen, von denen mancher eine Eigärre mit einer Fünsgulden-Note bezahlte. Wien. Die hiesigen politischen Zeitungen machen sich über den hiesigen Prediger , Herrn Ör. Jellinek, und die von ihm „angeführte" Heerde lustig, welche bei der jüngsten Beethöven - Feier zahlreich in den Kirchen erschienen, um die Messe zu hören. „Früher," sagt das Fremdenblatt, „wurden manchmal die Juden zwangsweise in die Kirche getrieben, um die Messe zu hören, jetzt strömen sie nicht allein freiwillig herbei, sondern bezahlen auch noch das hohe Entrse!" Pesth Zwei galizische Juden, Namens Grünwald und Friedmanr, wurden insGesängniß gesetzt, weil sie im Besitze von gefälschten' Papieren bei Israeliten, angeblich für einen Synagogenbau, Gelder collectirten. (Lewb. jüd. Zeit.) Holland. Amsterdam Herr A. Wext heim hat von der spanischen Regierung den Kommandcurcrden Karl III. erhalten. (N. I'. W.) Palästina. Jerusalem. Die jüngst auf dem Tempelberge aufgefundene, nach Vermuthen vom Könige Salomo herrührende Cysterne hat eine Länge von ungefähr 1800 Metres, ist ebenso breit, 25 Metres tief und hat 63 Stufen. Wir leben dahjer wieder in großer Besorgyiß wegen bevorstehendem Wassermangel. Seit zwei Monaten haben wir keinen Regen, die Theuerung nimmt zu, und werzn, ^Gott bewahre, wieder Hungersnoth aus brechen würde, wären wir diesesmal um so übler

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