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Der Israelit · 1871-01-04 · Heft 1 (4.1.1871) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 1 (4.1.1871)
Date
1871-01-04
Page
– (sequence 2)
Language
German
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2 mit dem vegnügen, ttalöf sabm^ WÄ tfipt uns z. 23., wenn den^Jm>eL' diss OfWerKEArriskL schlossen würde? Unter den hiesigen französischen Kriegsgefangenen, 35.000 an der Zahl, befinden sich 50 Unterofficiere und Liniensoldaten jüdischen Glaubens , 120. Mobilgardisten und 15 Offiziere verschie- . dener Oräi>e; es soll sogar ein jüdischer General hier sein.*) Von diesen Offizieren hat sich seit vier Mo-, naten Niemand erinnert, daß er Jude ist; sie wohnen, efien und trinken bei Richtjud n und besuchendie Synagoge nicht; jetzt, da die Hilfsmittel einiger erschöpft, da diese von der Heimath abgeschnitten sind und die 21 Gulden, die ein,Jeder vom Gouverrzement pro Monat erhält, nicht ausreichen, ihre Bedürfnisse zu bestreiten, jetzt, erst jetzt sängt man an sich zu erinnern, daß man Jude ist. Daraus ersehen Wrr, daß sobald Jemand den Offiziersstand als Bevüf ergreift , daß es dann mit dem Judenthum für ihn aus ist. Es ist das auch sehr natürlich, und es wäre nur zu verwundern', wenn es anders wäre! Uyd im Beamten- oder Richterftande? Wie lange hat man sich darüber beklagt, daß in Preußen Juden nicht Richter werden können, und jetzt, da solche:Anstellungen hin und wieder Vorkommen, werden. jüdische Richter nach Orten. mit strengreliziösen Gemeinden versetzt — und die jüdischen Richter gehen am Versöhnungstage, die Acten unterm Arm, die brennende Cigarre im Munde, auf's Bericht. - Was haben wir an solchen Errungenschaften? Freilich würden wohl derartige Leute auch als Kaufleute oder Handwerker das Gesetz übertreten — allein, da wäre doch die Möglichkeit vorhanden, das Gesetz zu hasten, während der öffentliche Staatsdienst diese Möglichkeit ausschließt.. .Die allgemeine Befürchtung, daß nach der Niederwerfung Frankreichs in Deutschland eine den Juden ungünstige Reactionsperwhe eintreten werde,. theilen wir nicht. . Dagegen hoffen wir, daß den Soldaten jüdischen Glaubens diejenigen religiösen Zugeständnisse, im ganzen deutschen Heere werden gemacht werden, deren sie sich in Bayern z. B. schon erfreuen , . „ DaS deutsche Vaterland wird aus dem gegenwärtigen Kriege groß und herrlich hervorgehm; möge das Judenthum in ihm eine würdige Stellung einuehmen. ..Mögen vor Allem die Juden treu bleiben d«n Gesetze unseres Gottes. wy n« ")-0’ /_i ,jrv idj6 ny 'il *) Derselbe, General Thibaudan, ist seit kurzer Zeit näch Wiesbaden übergesiedelt. - Mkges' üE dki Kemeindeß d. und die jüdischen Kannover. Seit ungefähr zwei Jahren ist häufiger im , ,^JSraelit" über Hannover berichtet worden. In jüng- Iter Zen hat besonders der Bau dör- Synagoge und Pig^eipgeführte Abkürzung oder Weglassung der gesetzUchen Gebete beim Gottesdienste in derselben von sich-reden gsn^acht. Schreiber dieser Zeilen ist weit davon entfernt, sich über die hierüber geführten Discussionen ein Urtheil anzumaßen. Es wäre mir persönlich gewiß,nichts unwillkommener als eine Verkürzung oder Umgestaltung der von unfern Vätern ererbten Gebete, der Gefühlsäußerungen-, in denen unsere Ahnen in allen Lagen des Lebens Trost und Muth geschöpft , in denen sie den warmen Ausdruck ihres Dankes, wie die Darlegung ihrer heißesten Wünsche fanden; ob aber in Hannover, wo man nach Reform lechzte, wo das Verlangen nach Abänderungen mit dem Synagogenbau nur zu deutlich hervortrat, ob es hier nicht galt: n1? rwy> ny, das mag dahingestellt bleiben. Wie mir mitgetheilt worden, hat man aar sehr nach einer Orgel verlangt, und welchen Einfluß di^e Einführung derselben auf den Gottesdienst gehabt häste, das ist längst bekannt. Nur dem entschiedenen Auftreten des Herrn Di*. Meyer soll es hauptsächlich zuzusckreiben sein, daß man aus den vielfach geäußerten Wunsch verzichtete. Doch über die erwähnten Angelegenheiten wollte ich, nicht sprechen; w.-s mich ursprünglich bewog, vor die gesch. Leser des „Israelit" zu treten,, war per Umstand, daß auch die Relkäiöttsschule nicht außer Acht geblieben und iht VvräM'fe gemacht wurden, die.wenig zur Ehre dttselbeü betragen können. Dem Auöspruche, es würde in derfttben lediglich hä's nwfina idq mit den Schülern eirig-ubt, galt zunächst meine Einsprache, da ich der festen Ueberzepgung, bin, daß viele Schüler mehr gelernt als das erste Buch des Pentateuchs. Zu meinb'r Fr'eüdb hat auch hierüber ein Anderer bereits seine Ansicht geäußert. . Wenn ^ich mir nun dennoch erlgube, um Oeffnung' vet SsEen des „Jsrbeki?^ zu bitten, so wird die Ueberschrift dieses Aufsatzes diesen Wunsch rechtfertigen, um sosehr,, da die Verhältnisse der Gemeinden des ehemättgen Königreichs Hannover vor denen anderer Staaten Deutschlands, vorzüglich des südlichen Theiles unseres Vaterlandes, sehr verschieden sind. ES wird mir vergönnt sein, manchem Leser dieser gesch. Blätter Neues mitzutheilen, auch hoffe ich, Ausschluß , über obwaltende Umstände zu gebeg, infolge deren die religiösen Verhältnisse sich so gestalten mußten, wie sich selbige uns zeigen. Beginnen wir unfern Gang mit der ehemaligen Residenz. Was die religiösen Angelegenheiten in derselben

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