Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1870-12-28 · Heft 52 (28.12.1870) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 52 (28.12.1870)
Date
1870-12-28
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2447447-2447498--08929-2464601
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

956 nicht, so zeichnet der Verfasser den Gedankengang unserer Weisen, daß no^n, denen die Ewigkeit zuerkannt wären, das physische Fortschreiten oder das Fortschreiten, welches sich das Materielle zum Ziel gesteckt bat, bedeute, die rnI'd.i, die für die Ewigkeit sind, sind vielmehr diejenigen, welche wir nisbn nennen, das Fortschreiten in der Erkenntniß und Betheiligung der Thora; darum: )b noaio noSi run^n di 2".i"p p. Diese zwei Proben mögen zur Genüge beweisen, welch' einen Schatz von Wissen, welch' einen Reichthum von Belehrung vorliegendes Werk dem Leser bietet; denn Lei der Besprechung der 89 'ipn drr ist noch so viel anderweitig Mannigfaltiges, so vieles, was zur Lösung sonstiger schwieriger Talmudstellen beiträgt, eingeflochten, daß das Titelblatt, welches uns das Buch als "OViV 'npn dr<„ by Vii'S vorführt, viel weniger verspricht, als in Wirklichkeit geleistet wird. Möge es dem Verfasser vergönnt sein, noch recht lange so segensreich wie bisher in jugendlicher Frische und Rüstigkeit zu wirken, und die Welt noch recht oft durch seine literarische Thätigkeit zu erfreuen; und hoffen wir, daß den Erklärungen der v"V2V npn die der 2'Viiv^V nwN bald folgen werden. Dr. A. Sulzbach. AettungSnochieLchten und Correspon denzen. Deutschland. Mainz, 22. December. Seit einiger Zeit wird in mehreren jüdischen Blättern die Frage aufgeworfen , ob es nicht angemessen sei, die „Alliance Jsr. Univ.", da Frankreich darniederliege und Deutschland dessen Großmachtsstellung einzunehmen im Begriffe stehe, durch ein ähnliches deutsches Institut zu ersetzen. Wir müssen mit aller Energie gegen ein solches Ansinnen protestrren. So sehr wir uns auch als deutsche Patrioten fühlen, so wenig angemessen halten wir es, den deutschen Patriotismus in rein jüdische Angelegenheiten zu übertragen. Es ist ja eben die Aufgabe der „Alliance*, das universelle Band, das alle Juden der Welt umschlingt, zum Bewußtsein und zum thatsächlichen Ausdruck zu bringen. Der Krieg wird hoffentlich bald zu Ende sein; dann wird die „Alliance", ganz unabhängig von der politischen Grotzmachtsstellung Frankreichs, ihre Thäligkeit mit erneuter Kraft wieder aufnehmen. Wir sind eS der „Alliance" schuldig, treu bei ihr auszuharrm; wir können das unbeschadet unserer deutschen Vaterlandsliebe. Die „Alliance" verfolgt keinerlei Zwecke, die derselben entgegenständen. □ München, 15. December. Baron Joseph von Hirsch, königl. Hofbanquier hier, hat neuerdings wieder 1500 fl. für die Hinterbliebenen der im Kriege gefallenen Soldaten gespendet. (Bei Gelegenheit des Verkaufes eines Grundstücks an den Magistrat.) Berlin, im Chanukahfest. Die Sammlung, welche für die hier in Garnison stehenden jüdischen Soldaten behufs Vertheilung an den Tagen der Chanukahfeier veranstaltet wurde, hat folgendes erfreuliche Resultat ergeben. Die in Lazarethen liegenden Kranken — siebzehn an der Zahl — erhielten pro Mann fünf Thaler, 2 Paar Strümpfe, 3 Taschentücher und 1 Paar Pulswärmer. Außer diesen wurden auch die übrigen hier in Garnison stehenden jüdischen Soldaten mit Liebesgaben bedacht, indem man einem Jeden derselben zwei Thaler und fünfundzwanzig Cigarren einhändigen konnte, wiewohl sich ihre Zahl auf sechzig beläuft. Bei den in Leipzig vorgenommenen Verhaftungen der wegen Hochverraths, beziehentlich zum Hochverrath vorbereitender Handlungen angeklagten Sozial-Demokraten wurde auch ein gewisser Adolph Hepner eingezogen, der an der Redaction des Bebel'schen Organes, „Volksstaat," Theilhaber gewesen sein soll. Es ist dies derselbe Herr, der vor 3 Jahren vor der Repräsentantenwahl der hiesigen CultuSgemeinde sich in einer Broschüre an die Israeliten Berlins wendete, worin er diese um zahlreiche Betheiligung angeht, und sie auf die Wahl Geigers als auf den einzigen Weg verweist , wie das Judenthum erhalten bleiben könne. In Geiger vereinigen sich ihm alle Vorzüge des Geistes, Herzens, Characters, um ihn zum idealsten Manne deS Judenthums zu machen; doch nur in dem theoretischen Geiger. Im practischen Leben bleibe dieser hinter seinen erhabenen Theorien noch eine beträchtliche Strecke zurück. Doch gerade dies verleihe ihm den Character des ersten Reformators, der nicht mit plötzlicher Gewalt die herkömmliche Sitte zu vernichten trachte, sondern sachte und unbemerkt von den Gebräuchen den einen und den andern aufzuheben suche, um allmälich die Unbewußten s-inen Zielen entgegenzuführen. Den höchsten Gipfel menschlicher Glückseligkeit aber werde die Generation erreicht haben, der es vergönnt sei, dem Judenthum und dem Christenthum die gemeinsame Grabrede zu halten!! Da es jedoch dem Herrn nicht gelingen wollte, das Judenthum mit dem Strom seiner Beredtsamkeit hinwegzuschwemmen, indem selbst einem aufgeklärten Berliner Cultusvorstand vor so hohem Grade von Aufklärung schauderte und derselbe in Folge dessen die ganze

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.