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Der Israelit · 1870-12-14 · Heft 50 (14.12.1870) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 50 (14.12.1870)
Date
1870-12-14
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Holland. Amsterdam. Herr E. Z. Asser von hier hat vom König von Belgien den Leopoldsorden erhalten. (N. I. W.) Oesterreichisch-Ungarische Monarchie. Wie«. Die niederösterreichische Statthalterei hat aus die Eingabe des Vorstandes der hiesigen israel. Cultusgemeinde das Wahlrecht auch jenen jüd. Glaubensgenossen bewilligt, die nicht Mitglieder der Cultusgemeinde sind, sich aber durch einen Steuerbeitrag an den Lasten der Gemeinde betheiligen. Italien. Rom. Wie man der „Magdeb. Ztg." schreibt, macht in Rom das folgende Begebniß viel von sich reden. Vor etwa 17 Jahren gelang es den Jesuiten, einen Juden, Namens De'Cori, zum Katholizismus zu bekehren und dadurch die Familie des Uebergetrelenen zu sprengen. Man nahm näml'ch der Mutter ihre drei Kinder von sechs, vier und einem halben Jahre weg und erzog sie „christlich". Die unglückliche Israelitin verließ in ihrer Verzweiflung Rom und siedelte sich in Livorno an. Endlich nach 17 Jahren wurde die Sehnsucht nach den Verlorenen zu mächtig; rau De'Cori machte sich auf und reiste nach der wigen Stadt, wo sie vor etwa 4 Wochen anlangte. Nach tausendfachen Bemühungen wurde sie zu ihren Söhnen, die inzwischen die erfreulichsten Fortschritte in der Gottseligkeit gemacht hatten, zugklassen; allein sie durfte mit ihren unreinen Händen keines der Kinder berühren. Die Audienz dauerte zehn Minuten. Auf ihre inständigen Buten vertröstete man sie auf ein ander Mal. Sie möge am 26. November wieder kommen. Als sie jedoch um diese Zeit bei den Jesuiten anpochte, ward ihr nicht aufgethan. Sie läuft seitdem von Hinz zu Kunz, aber ihre Söhne bekommt sie nicht zu sehen! Und der General Lamarmora? Er läßt die Vergewaltigung ungestraft! Die Kinder sind sämmtlich minorenn, über die Rechtsansprüche der Mutter kann also kein Zweifel obwalten. Trotzdem blieb bis jetzt dieser Act der Willkür völlig ungestraft. Frankreich. Aus Paris geht uns ein Brief per Luftballon zu, aus dem wir das Nachstehende von allgemein jüdischem Interesse entnehmen: Zu Anfang der Belagerung wurden von der Commission der Proviantirung dem 6on8i8toire israelits für den Fleischbedarf der Israeliten täglich 18 Ochsen und 36 Hämmel zur Verfügung gestellt. Da dieses aber nicht ausreichte, so wurden die jüdischen Metzgerläden schon Morgens um drei Uhr von den israel. Käufern belagert. Es wurde. in Folge dessen eine Commission von sechs Israeliten gewählt, die dafür Sorge trägt, daß dem Bedarfe mehr entsprochen wurde. Die Aufgabe derselben besteht namentlich darin, daß das Vieh, welches nicht koscher geschächtet wurde, gegen anderes ausgetauscht wird. Berdun. Wie der „Jew. Rec." meldet, wurde die Synagoge in Verdun bei dem jüngsten Bombardement gänzlich zerstört. England. London. Herr Heinrich Louis Cohen hat der Bayswater jüd. Schule 6000 fl. geschenkt. (Jew. Chr.) Leeds. Mit Erstaunen lesen wir im „Jew. Chr.", daß an einem der jüngsten Sabbate, unmittelbar nach dem Gottesdienste, ein chr. Herr, der als Candidat für den Schulrath in Leeds austrat und auf Einladung des Vorstandes eine Ansprache an die Gemeinde hielt, in dieser vom Stifter der christl. Religion sprach und die Gemeinde, mit Ausnahme von einigen Wenigen, die die Synagoge verließen, ganz ruhig zuhörte. Soviel ist gewiß, daß kein Jude es gewagt hätte, in ähnlicher Weise in einer Kirche zu handeln und kein christlicher Kirchenvorstand einem Juden erlaubt hätte, so zu verfahren. Rußland. Polotzk. Jüngst trat die Dwina aus ihren Ufern und überschwemmte ganze Strecken Landes, besonders hat der Ort Polotzk dadurch großen Schaden erlitten. 60 Personen fanden in den Fluthen ihren Tod, darunter 20 Israeliten. Keiner der Ertrunkenen ist bis jetzt aufgefunden worden. Der Jammer und das Elend der Kinder, die nach ihren verlorenen Eltern schreien, ist unbeschreiblich. (Hamagid.) F-nill-to«. Säen «nd ßrnten. XXVI. Eine Schenkung unter Lebenden. £3 „Mein verehrter Herr von Wolfseck," redete der Kaufmann Bernstein diesen auf der Straße an, „wie

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